Stadt unterstützt Schulschwimmen
16 Kinder schaffen das "Seepferdchen"

Schwimmunterricht mit Lehrkräften der Wasserwacht  | Foto: Wasserwacht, Hans Postel
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In den Wochen vor den Osterferien hat die Stadtverwaltung wieder kostenlose Schwimmkurse für alle Nichtschwimmer der zweiten Klassen der Joseph-Maria-Lutz-Schule organisiert. Die Trainingseinheiten fanden im Gerolsbad statt und wurden vom Schwimmausbilder Hans Postel und einem Team erfahrener Hilfskräfte der Wasserwacht durchgeführt.

Dieses Jahr nahmen insgesamt 87 Kinder am Schwimmunterricht teil, darunter 27 Nichtschwimmer – also fast jedes dritte Kind. Insgesamt wurden 16 Seepferdchen-Abzeichen erreicht. Damit liegt das Ergebnis deutlich über dem des Vorjahres: 2025 hatten neun Kinder ihre erste Schwimmfähigkeit nachgewiesen.

Viele Kinder in Deutschland verlassen die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann jedes fünfte Kind zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. In Pfaffenhofen liegt dieser Anteil stellenweise sogar noch höher – insbesondere an der Joseph-Maria-Lutz-Schule, wo in einzelnen Klassen mehr als die Hälfte der Schüler betroffen ist.

Schulschwimmen kommt an Grenzen

Diese Zahlen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf, denn spätestens in der zweiten Klasse sollten alle Kinder schwimmen können. Beim Schwimmen im Rahmen des Sportunterrichts ist es nicht möglich, den Schülern schwimmen beizubringen. Eine Lehrkraft, selbst mit einer zusätzlichen Person zur Aufsicht, kann dies im Klassenverband nicht leisten. Eine sichere Schwimmfähigkeit zu erreichen – diese geht über das Seepferdchen-Abzeichen hinaus – ist die Aufgabe des schulischen Schwimmunterrichts. Die Stadtverwaltung Pfaffenhofen bietet den Schulen die Möglichkeit, im Block von mehreren zusammenhängenden Wochen, im Gerolsbad zu trainieren. Das erfordert eine erhebliche Umstellung des Stundenplans von Seiten der Schule für diesen Zeitraum, um die Trainingszeiten auch nutzen und dabei die Sicherheit der Schüler gewährleisten zu können. Die Lehrkräfte unterstützen dies jedoch in vollem Umfang, da diese Thematik allen am Herzen liegt.

Schwimmkurse sind im Alter von fünf bis zehn Jahren besonders sinnvoll und bieten zahlreiche Vorteile: Sie fördern die motorische Entwicklung, stärken Ausdauer und Koordination, erhöhen das Selbstvertrauen der Kinder und reduzieren das Risiko von Unfällen im Wasser. Darüber hinaus schafft das gemeinsame Lernen ein positives Gruppenerlebnis, das auch soziale Kompetenzen stärkt.

Stadt unterstützt Schwimmkurse in der Schule auch in Zukunft

Die Idee für die Schwimmkurse stammt aus der Pfaffenhofener Nachhaltigkeitsstrategie. In enger Zusammenarbeit entwickelten die Stadtverwaltung und die Schulleitung der Joseph-Maria-Lutz-Schule ein Konzept, das darauf abzielt, allen Kindern frühzeitig sicheres Schwimmen beizubringen.

Die Stadtverwaltung plant, das Projekt weiterhin jährlich durchzuführen und es fest im Schulalltag zu verankern. Damit unterstreicht sie ihr Engagement für die nachhaltige Entwicklung der Stadtgesellschaft, als Zusammenspiel aus Bildung, Gesundheit, sozialer Verantwortung und Zukunftssicherung. Die Finanzierung des Programms ist zum größten Teil durch Fördermittel abgedeckt: Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat bereits eine Unterstützung in Höhe von bis zu 5.000 Euro zugesagt.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule zeigen sich begeistert vom Engagement der Stadtverwaltung. „Alle sind sehr dankbar, dass unsere Schüler die Möglichkeit haben, kostenlos schwimmen zu lernen. Die Rückmeldungen aus dem Kollegium sind wieder sehr positiv.“, so Lehrerin Cordula Riegler.

Auch Schwimmlehrer Hans Postel zieht eine gute Bilanz: „Ich freue mich sehr, dass diesmal sogar 16 Kinder das Seepferdchen gemacht haben.“ Einige Schülerinnen und Schüler könnten schon bald das Seepferdchen schaffen, wenn sie beispielsweise mit den Eltern weiter schwimmen gehen und üben.

"Seepferdchen" sind noch keine sicheren Schwimmer

Auch wenn Kinder das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ erworben haben, sollten sie nicht unbeaufsichtigt schwimmen gehen. Sie gelten noch nicht als sichere Schwimmer, können ihre Kraft nur schwer einschätzen und sollten daher weiterhin beaufsichtigt werden, raten Experten. Erst Kinder mit dem Abzeichen „Bronze“ bewegen sich deutlich sicherer im Wasser: Statt nur 25 Meter wie die „Seepferdchen“ müssen sie für dieses Abzeichen bereits 15 Minuten schwimmen und in dieser Zeit mindestens 200 Meter zurücklegen.

Schwimmunterricht mit Lehrkräften der Wasserwacht  | Foto: Wasserwacht, Hans Postel
16 Seepferdchen wurden von Schwimmlehrer Hans Postel gemeinsam mit der Rektorin Andrea Waetzold verliehen.  | Foto: Cordula Riegler, Joseph-Maria-Lutz Schule
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