Bürgerversammlungen boten viel Information

 

Pfaffenhofener haben kaum Fragen oder Kritik

Was sind aktuell die wichtigsten Themen im Stadtrat und in der Stadtverwaltung, was passiert mit den Steuergeldern und welche Projekte stehen an? Umfassende Informationen über die Arbeit der letzten Monate, über Einwohner- und Haushaltszahlen, die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben gab Bürgermeister Thomas Herker jetzt bei vier Bürgerversammlungen in den Ortsteilen und im Rathaus. Im Anschluss an seine ausführliche Präsentation, die mit vielen Zahlen, Daten und Statistiken sowie anschaulichen Fotos und Plänen unterlegt war, kamen die Bürger zu Wort. Sie meldeten kaum Kritik an und hatten nur wenige Fragen, wohl aber etliche konstruktive Anregungen und Vorschläge.

Nach drei Ortsteil-Versammlungen in Affalterbach, Uttenhofen und Tegernbach stand am 2. Dezember die abschließende Bürgerversammlung im Festsaal des Rathauses auf dem Kalender. Diese Versammlung wurde – genau wie die öffentlichen Stadtratssitzungen – live ins Internet übertragen. Die Aufzeichnung ist auf der städtischen Homepage unter www.pfaffenhofen.de/archivplayer zu sehen.

Unter dem Motto „Was war, was geht, was kommt“ ging Bürgermeister Thomas Herker in seinem Bericht auf abgeschlossene, laufende und anstehende Projekte ein. Als zentrale Herausforderung und derzeit größtes Problem nannte er das Thema Wohnen. Durch den bereits seit Jahren anhaltenden Bevölkerungszuwachs und die günstige Lage am Rand der Ballungsräume hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft. Hinzu kommen die Flüchtlinge und immer mehr Obdachlose.

Die Stadt Pfaffenhofen will daher in den nächsten Jahren rund 30 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau investieren. Außerdem wird das Obdachlosenheim an der Ingolstädter Straße erweitert. Des Weiteren wird ein Mietspiegel erstellt. Und um den Pfaffenhofenern – vor allem Familien – auch weiterhin den Bau oder Kauf der eigenen vier Wände zu ermöglichen, wird das Einheimischenmodell deutlich ausgeweitet, erstmals auch auf Eigentumswohnungen.

Um die vielen Asylbewerber nicht nur unterzubringen, sondern alle Migranten, die in Pfaffenhofen bleiben, auch in die Gesellschaft zu integrieren, schafft die Stadt eine neue Fachstelle für Integration. Sie wird im Sachgebiet Familie und Soziales eingegliedert, das für alle Generationen zuständig ist: von der Kinderbetreuung über die Jugendarbeit bis zum Seniorenbüro.

Die mit Abstand größte Einzelinvestition der letzten Jahrzehnte ist der Neubau der Grund- und Mittelschule. Die dazugehörige Dreifachturnhalle am Gerolsbach ist bereits seit einem Jahr in Betrieb. Derzeit wird die künftige Grundschule errichtet und im Anschluss folgt der Bau der neuen Mittelschule, deren Fertigstellung für 2018 geplant ist.

In einem vierten Bauabschnitt ist für die Jahre 2018/2019 schließlich der Bau eines Hallenbades vorgesehen. Bereits im Jahr 2016 wird es dazu eine erste Bürgerbeteiligung geben, um die Wünsche der Pfaffenhofener von Anfang an mit in die Planung einfließen zu lassen. Der Eigenanteil, den die Stadt Pfaffenhofen finanzieren muss, wird für die neuen Schulhäuser inklusive Sporthalle und (Schul-)Hallenbad mehr als 30 Mio. Euro betragen.

Viel Geld hat die Stadt in den vergangenen Monaten auch bereits in andere Sportstätten gesteckt: Das Sportgelände an der Ingolstädter Straße wurde komplett neugestaltet und das Eisstadion wurde generalsaniert. Allein für das Eisstadion samt Jugendzentrum Atlantis wurden 4,8 Mio. Euro ausgegeben.

Viel bewegt wird derzeit auch im Vorfeld der Gartenschau Natur in Pfaffenhofen 2017. Der Bürgerpark auf dem ehemaligen Bauhof- und Schlachthofgelände nimmt bereits Gestalt an und viele Bäume werden gepflanzt. Das Wasserwirtschaftsamt arbeitet an der Renaturierung eines Abschnitts der Ilm auf Höhe des Freibads. Und an der Insel werden noch die Stützmauern saniert und ein kleiner Park mit Zugang zum Wasser angelegt. Letztlich, so erklärte Bürgermeister Herker, werden dank der Gartenschau acht Hektar Grünflächen für die Stadt geschaffen: „Das ist gut fürs Stadtklima und gut für die Menschen und kostet uns letztlich netto knapp zwei Millionen Euro.“

Die Fragen und Anregungen der Bürger beinhalteten die verschiedensten Themen vom Mähen von Biotopen in den Ortsteilen bis zur neuen Homepage der Stadt, die nach der Stadtratssitzung in der kommenden Woche online geht. Mehrere Fragen und Wünsche gab es zum Bau bzw. zur Beschilderung von Geh- und Radwegen an verschiedenen Stellen in der Kernstadt und in den Ortsteilen. Gleich an mehreren dieser Straßen würde die Stadt gern Radwege bauen, allerdings scheitert das bisher noch am Grunderwerb. Sobald die betreffenden Grundstücksbesitzer die notwendigen Flächen verkaufen – z.B. an der Straße zwischen Förnbach und Weihern – könnte der Radweg gebaut werden.

Bei anderen Hinweisen, z. B. zu Straßenschäden, wilden Müllablagerungen oder abblätternden Plakaten an Litfaßsäulen, forderte der Bürgermeister alle Bürger auf, solche Beobachtungen nicht erst zur Bürgerversammlung zu melden, sondern sich mit ihren Anliegen jederzeit an die Stadtverwaltung zu wenden.
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