Ein Verein im Wandel der Zeit

Aus der Blütezeit: Hallertauer Messe 2000

Bürgernetz Landkreis Pfaffenhofen e.V.

Nichts ist beständiger als der Wandel (Charles Darwin). Das gilt besonders für die schnelllebige Kommunikation im Internet.

In Kürze feiert der gemeinnützige Verein "Bürgernetz Landkreis Pfaffenhofen e.V." sein 20jähriges Bestehen. Initiiert durch die bayrische Staatsregierung unter Edmund Stoiber, bildeten sich 1996 bayernweit die Bürgernetze in den Landkreisen. Sie hatten den Auftrag, Kommunen, Behörden, Schulen, Vereine, Firmen und die Bürger den Zugang zum World Wite Web zu ebnen. Bei der Gründung am 29. Januar 1996 ließen sich 28 Teilnehmer registrieren, darunter das Landratsamt, die Stadt und die Sparkasse Pfaffenhofen.

Nur 14 Tage später demonstrierte der junge Verein, unter Leitung von Uwe Urra im Gasthaus Müllerbräu, vor 60 geladen Gästen, (Zitat aus dem DK) „wie man per Maus-Klick über die Telefonleitung z. B. Informationen, des Landratsamtes oder auch von Vereinen und Verbänden abrufen kann.“ In seinem Vortrag hat Ministerialrat Hans-Joachim Heusler (Bayerische Staatskanzlei) die Gäste von der Idee der Bürgernetze überzeugt. Die Anmeldeformulare mit der Beitrittserklärung als Mitglied zum Förderverein waren in kurzer Zeit vergriffen.

Der Verein entwickelte sich prächtig. Durch das sympathische, ehrenamtliche Engagement von Uwe Urra, dem Vorsitzenden, gelang es junge Menschen für die Idee zu begeistern und eine Leistungsfähige Technik-Gruppe auf die Beine zu stellen. Immer Montags, traf man sich zum Stammtisch. In der "Alten Schmiede“ wurden im wahrsten Sinne des Wortes, kreative Ideen geschmiedet.

Meilensteine der Vereinsgeschichte sind das Projekt "T-DSL für ALLE“, das von Jörg Bucher 2001 initiiert und geleitet wurde. Das Thema ist heute noch aktuell. Inzwischen hat auch die Europäische Union den Bedarf für den leistungsfähigen Internet Zugang aller Haushalte erkannt.

Der lebendige Verein schaffte es in seiner Blütezeit auf mehr als 1400 Mitglieder. Durch umfangreiche Schulungsangebote des Vereins über die VHS und durch individuelle Betreuung der Mitglieder bei Netz- und Computerproblemen, leistete der Verein einen großen Beitrag für die Bürger der Stadt und des Landkreises.

Bis zum Frühjahr 2013 betrieb der Verein eine teure, leistungsfähige Direktanbindung, zu den eigenen Servern. Die standen übrigens im Nebengebäude der Realschule. Gewartet wurden die Server von ehrenamtlichen Spezialisten des Vereins. Heute ist die Technik in einem Münchener Rechenzentrum ausgelagert. Damit wird die Ausfall- und Angriffssicherheit den heutigen Ansprüchen gerecht. Ein kleines Team kümmert sich online um die Pflege der Daten und um das regelmäßige Update.

Mit neuen Projekten leistet der Verein ehrenamtliches Engagement für die Bildung. Besonders ältere Menschen brauchen Hilfe im Umgang mit der modernen Technik. Das Projekt 50+ wird dieser Nachfrage gerecht. Einsteiger Kurse für Tablets und Smartphones werden ebenso angeboten, wie Hilfen am Computer vor Ort oder online. Alle Betriebssysteme von Windows über Linux, OS X, iOS und Android werden unterstützt. Die Hilfe ist nicht nur auf Mitglieder beschränkt. Natürlich freuen wir uns über jedes neue Mitglied.

In der Computerwerkstatt, die monatlich an einem Samstag geöffnet ist, können die Bürger ihre Hardware beurteilen lassen. Es werden kleine Fehler analysiert und wenn möglich sofort behoben. Bei den Rechnern die den Leistungsansprüchen nicht mehr gerecht werden, werden Lösungen mit Ressourcen schonenden Betriebs-systemen gezeigt.

Für junge Familien wollen wir in Kürze einen speziellen Familien Account anbieten. Der erlaubt den Kids, kontrolliert und relativ gefahrlos über die Server vom Bürgernetz, im Internet zu kommunizieren. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig. Für den Jugendschutz sind Einstellungen am heimischen Router erforderlich. Hier bieten wir Aufklärung, Schulung und Hilfe für die Eltern.

Seit 2012 hat der Verein seinen Sitz in der Sonnenstraße. Ein Raum für die Programmierer, eine Werkstatt für Bastler und ein Seminarraum für Schulungen, haben die Mitglieder in vielen Arbeitsstunden ausgebaut und eingerichtet. Fast alles kam aus eigenen Mitteln. Der Verein finanziert sich selbst, durch die Beiträge der Mitglieder und gelegentlich durch Spenden. Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Förderer angewiesen. Zahlreiche Ideen und Visionen schlummern noch in den Köpfen der aktiven Mitarbeiter. Da sind uns Helfer sehr willkommen.

Autor:

Bürgernetz Landkreis Pfaffenhofen e.V. aus Pfaffenhofen

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