Schlaglichter aus der Geschichte des Sports in Pfaffenhofen

Spektakuläre Rennszene von den Motorradrennen auf dem ersten Nachkriegsvolksfest 1949
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Gut 150 Jahre wird in Pfaffenhofen Sport auf Vereinsebene getrieben. Immer wieder waren seitdem herausragende oder ungewöhnliche Vorkommnisse Tagesgespräch bei der Bevölkerung.

Die Anfänge in der Kreisstadt: Schützengesellschaften als erste „Sportvereine“

Die Sportbewegung erfasste Pfaffenhofen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihren Anfang nahm sie mit den Schützenvereinen, die neben der traditionsreichen „Königlich-privilegierten Feuerschützengesellschaft“ von 1435 seit den 1850-er Jahren entstanden. Zahlreiche Wirtschaften Pfaffenhofens hatten ihre eigene Gesellschaft, einige von ihnen bestehen bis heute und können auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Die Gründung des MTV Pfaffenhofen

Am 7. September 1862 lud ein bis heute bestehender und blühender Verein die Bevölkerung zu seiner ersten Stiftungsfeier zum Turnplatz und anschließend in den Pfaffelkeller. Der MTV Pfaffenhofen war wenige Wochen vorher aus der Taufe gehoben worden und trat in der Folgezeit mit Turnvorführungen an die Öffentlichkeit, die bald höchstes Niveau erreichten. Federführend im Verein waren anfangs Beamte des Bezirksamts und Amtsgerichts oder der aus Schleswig-Holstein stammende Maler Adolph von Horsten, bekannt für seine Dekorationsmalereien oder Schützenscheiben.

Die Anfänge des Fußballsports

Nach 1900 begann sich der Fußballsport in Deutschland von den Großstädten aufs Land auszubreiten. In Pfaffenhofen liefen im Jahr 1906 die ersten Spiele, als sich unter der Führung von Adam Katzenmeier innerhalb des MTV Pfaffenhofen eine Fußballabteilung gründete.
Schon früh suchte man die Herausforderung und spielte bald gegen Freising, Ingolstadt und Münchner Vereine wie den FC Bayern oder dessen „Mutterverein“ MTV 1879 München. Von letzterem kam später Otto Gratzmüller als Tierarzt und überragender Torjäger in die Kreisstadt.

Kraftsport in Pfaffenhofen

Große Leistungen gab es auch auf dem Gebiet des Kraftsports in Pfaffenhofen, der sich im frühen 20. Jahrhundert in der Kreisstadt etablierte. Metzgermeister Georg Jauß, einst Rausschmeißer auf dem Münchner Oktoberfest, brachte in Pfaffenhofen den Kraftsport zu großer Blüte.
In den 1950er Jahren erzielten die Gewichtheber des MTV mit neuen jungen Kräften tolle Erfolge. So nahmen Sigfried Hierl, Michael Schmidl und Wilfried Blähser 1959 an den bayerischen Jugendmeisterschaften teil, aus denen Hierl mit 645 Pfund im Dreikampf und einem deutschen Rekord als Sieger hervorging.

Der FC Bayern und Pfaffenhofen: Streng behütet beim Bortenschlager

Es gab für den FC Bayern eine Zeit vor dem Triple und dem Beginn der Erfolgsgeschichte der 1970er Jahre. Im Jahr 1964 spielte der Verein noch nicht in der damals frisch gegründeten Eliteklasse, der Bundesliga, sondern in der Regionalliga. Der Weg nach oben führte im April auch zu einem Punktspiel nach Ingolstadt zum dortigen ESV.
Die Spieler des FC Bayern machten zuvor Station im Hotel Bortenschlager. Um gut vorbereitet zu sein verordnete der legendäre Trainer „Tschik“ Cajkovski den Spielern ein strenges Programm: Bettruhe um 22 Uhr und keine Teilnahme am Pfaffenhofener Nachtleben. Drei Spieler erhielten zusammen eine Maß Bier.
Ein Waldlauf in den Pfaffenhofener Wäldern war die letzte Vorbereitung aufs Spiel bei den „Schanzern“. Zum Gaudium mancher Pfaffenhofener erreichten die perfekt vorbereiteten Bayern beim ESV lediglich ein 2:2-Unentschieden und scheiterten letztlich auch in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga.
Drei Jahre später hatten sich die Zeiten geändert. Der nächste Besuch der Bayern 1967 verlief erfolgreicher. Als frisch gebackener Europapokalsieger siegten die mittlerweile international bekannten „Rothosen“ mit 7:3 gegen die Pfaffenhofener Fußballer vom FSV.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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