Die Energieversorgung der Stadt Pfaffenhofen im Wandel

Die "neue" Elektrizitätsanlage der Amperwerke im Jahr 1908
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Windenergie in Pfaffenhofen! Dies gab es schon im späten 19. Jahrhundert, als noch vor dem Einzug des elektrischen Stroms neue Wege der Energiegewinnung eingeschlagen wurden. Ein Blick zurück in die Vergangenheit veranschaulicht die Veränderungen in der Energieversorgung, die in der Stadt vor gut 100 Jahren stattfanden.

Wasser- und Muskelkraft dominieren im 19. Jahrhundert

Bis weit in die 1870-er Jahre hinein sorgten Wasserkraft bei den Mühlen und Muskelkraft von Mensch und Tier in Handwerk und Gewerbe für den Betrieb der wenigen mechanischen Werkstätten in der Stadt. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie München-Treuchtlingen in den Jahren 1865 bis 1867 setzten jedoch Veränderungen ein, die die Energieversorgung der Stadt nachhaltig verändern sollten.

Energiewende in Pfaffenhofen vor 100 Jahren? Wind als Energielieferant

Wenige Jahre nach der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie ließen sich in der Münchenerstraße erste Maschinenfertigungsbetriebe nieder, mit denen der Einzug der Technik in die Landwirtschaft begann.
Josef Lindner war einer der findigen Männer, die in Bahnhofsnähe ein Unternehmen aufbauten. Er verkaufte seit dem Jahr 1881 die damals sehr in Mode kommenden "amerikanischen Windmotore", die eine Leistung von 1 bis 18 Pferdestärken brachten. Nachdem die Zeit der Elektrifizierung noch nicht gekommen war, stellte die Nutzung der Windenergie für einige Betriebe eine Möglichkeit dar, Mühlräder oder Pumpen mittels Windkraft antreiben zu lassen.

Die Energierevolution: Der Einzug des elektrischen Stroms in Pfaffenhofen

Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert brachte ganz neue Möglichkeiten der Energieversorgung für die aufblühende Stadt Pfaffenhofen. Nicht allein die Firmen benötigten jetzt Energie. Die "Illuminierung" von Straßen, Gebäuden und öffentlichen Plätzen hing von einer zuverlässigen Versorgung mit dem neuen Energielieferanten "Strom" ab.
Erste Versuche von Mühlen und Brauereibetrieben, die sich kleine Stromaggregate installieren ließen, beeindruckten in den letzten Jahren vor dem 20. Jahrhundert die Offiziellen der Stadt ebenso wie die Bevölkerung.

Die "Elektrizitätswerke Pfaffenhofen" bringen ein neues Energiezeitalter

Die Probeläufe verliefen so beeindruckend, dass die Stadtvertreter beschlossen, eine "Elektrische Zentrale" erbauen zu lassen. Sie kam an der heutigen Schulstraße zu stehen und brachte eine Leistung von 120 bis 150 PS. Unter Leitung des Pfaffenhofener Ingenieurs Dr. Josef Bergmeister (1874-1950) wurde das E-Werk, das 1908 in den Besitz der "Süddeutschen Wasserwerke AG" kam, weiter ausgebaut. Bereits 1911 leuchteten knapp 50000 Glühbirnen und surrten mehr als 2000 elektrische Motoren im Bezirk, die von der neuen elektrischen Anlage angetrieben wurden.

Umdenken seit den 1970-er Jahren

Die Energieversorgung von Stadt und Umland blieb in der Obhut der "Isar-Amperwerke AG", wie der Energieversorger nach einer Fusion 1955 hieß.
Der "Ölschock" des Jahres 1973 jedoch löste einen Umdenkprozess aus. Die Begrenztheit der zur Versorgung verwendeten Energieträger wie Erdöl und Steinkohle wurde deutlich und führte in Pfaffenhofen schon in den 1980-er Jahren zur Organisation von Informationsveranstaltungen zum Thema alternative Energien und Gewinnung neuer Ressourcen. Dabei ist auch Josef Lindners Geschäftsidee von 1881 mit dem Verkauf von "Windmotoren" durch die Konzeption von Windparks wieder auf der Agenda der Verantwortlichen.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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