Beeindruckender Auftakt für die „Pfaffenhofener Lesebühne“: Gelungene literarisch-musikalische Hommage an Leonard Cohen

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Für die Generation „55 plus“ ist er eine Ikone – Jüngere kennen oft kaum seinen Namen. Seine Lieder aber hat wohl jeder gleich im Ohr – egal ob „Suzanne“ oder „Bird on the wire“, „I‘m your man“ oder das wunderbare „Hallelujah“. Dem großen Leonard Cohen war am Freitag die erste Veranstaltung der neuen „Pfaffenhofener Lesebühne“ gewidmet und es war ein rundum gelungener, beeindruckender Abend. 100 nicht mehr ganz junge Besucher erlebten im Festsaal des Rathauses eine literarisch-musikalische Hommage an den kanadischen Poeten, Songschreiber und Sänger Leonard Cohen, der im September seinen 80. Geburtstag feiert.

Der bekannte Autor Gert Heidenreich und der Literaturkritiker Thomas Kraft ergänzten sich mit ihren Texten und die Münchener Sängerin Laura Wachter interpretierte einige bekannte Lieder von Leonard Cohen. Und gerade ihre wunderschöne Stimme war es, die bei vielen Besuchern des Abends noch lange nachklang.

Thomas Kraft schilderte Cohens Lebensweg von seiner Kindheit in einer jüdischen Familie im gutbürgerlichen Montreal über seine künstlerischen Erfolge und persönlichen Exzesse bis zu seinem Rückzug in ein buddhistisches Kloster in den 90-er Jahren und schließlich seinen jüngsten Auftritten, denn auch mit knapp 80 steht Cohen noch auf den großen Bühnen der Welt.

Thomas Kraft nahm kein Blatt vor den Mund, zollte Anerkennung dem sanften Poeten und charmanten Frauenliebling, fand aber auch deutliche Worte zu seinen Alkohol- und Drogenexzessen oder seinen unzähligen Affären und Bettgeschichten. Cohen litt (oder leidet?) seit seiner Jugend unter Depressionen und unter dem frühen Verlust seines Vaters und er begann schon früh Gedichte zu schreiben. Inspiriert von Bob Dylan, fand er den Weg von der Lyrik zur Musik und veröffentlichte 1968 sein erstes Album „Songs of Leonard Cohen“.

Genau diese Langspielplatte war es auch, die der damalige Student Gert Heidenreich 1968 in Händen hielt. An das Erlebnis, als er die Vinylscheibe aus dem Cover zog und die Saphirnadel auf die LP aufsetzte, erinnert er sich auch 36 Jahre später noch ganz genau und er schilderte es den Zuhörern im Pfaffenhofener Rathaussaal sehr eindringlich.

Heidenreich erzählte aus seiner Studentenzeit, von den 68-ern, von denen viele selbst traumatisiert waren durch Kriegsverluste und Nachkriegszeit. Für sie war Leonard Cohens Musik von ganz besonderer Bedeutung, so Gert Heidenreich, denn Cohen ist mehr Lyriker als Sänger, und seine Lieder sind gesungene Gedichte, deren leise Nachdenklichkeit die Studenten der 68-er-Bewegung „nach harten Tagen voller Demos durch die Nacht begleitete“.

Autor:

Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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