Zugspitz-Ultratrail, 100 km, 5412 Höhenmeter, ein Erlebnisbericht von Christan Schuster

kurz vor dem Scharnitzjoch
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Endlich 18 Juni 7.15 Uhr. Start zum Zugspitzultratrail. 2,5 Jahre Training für diesen Tag habe ich hintermir. Viel Schweiß ist geflossen und so manche Verletzung hat mich immer wieder etwas ausgebremst. Aber heute ist der Tag der Tage. 100km und 5412 Höhenmeter sind zu meistern. Einmal um das ganze Wettersteingebirge. Am Start purer Sonnenschein. Voller Vorfreude laufe ich die ersten km. Merke aber schnell es geht nicht so locker wie gewohnt. Ich bin sehr müde, was sich bis km 35 hinzieht. Gut das es hier Cola gab. Bisher hab ich 7 Std. gebraucht und einen ordentlichen Hagelschauer gemeistert. Die Stürze bergab hab ich nicht gezählt. Nur so viel. Es sind über 10 gewesen. Ich erhalte von km 35 bis km 80 die berühmte 2. Luft. Ich komme sehr gut voran. Inzwischen ist es dunkel geworden. Der anhaltende Regen nehme ich kaum noch war. Nach 16 Std. auf den Beinen will ich nur noch ins Ziel. Ich meistere die letzten 1000 Höhenmeter sehr gut. Bergab fehlt mit die Kraft, sodass ich die letzen 10km mehr taumele wie das ich laufe. Nach 21 Std. 2 Min. bin ich endlich im Ziel. Müde, erschöpft und etwas enttäuscht, da ich über 20 Std. gebraucht habe.

Zum Schluss möchte ich auf die 5 Fragen eingehen, die mir am meisten nach dem Lauf gestellt wurden.

Frage 1: Wie kommt man auf die Idee 100km zu laufen?
Antwort: Warum nicht? Hab mich über verschiedene Bergläufe an die 100er Marke angenähert.

Frage 2: Hab ich daran gedacht aufzugeben?
Antwort: 2 mal. Nach km 30 war ich vom Kopf leer und bei km 80 war ich körperlich und emotional am absoluten Tiefpunkt.

Frage 3: Warum hab ich nicht aufgegeben?
Antwort: Ich bin prinzipiell kein Mensch der aufgibt. Und verlieren gehört auch nicht zu meinen Stärken. Ich rief mir immer wieder ins Bewusstsein was ich geschafft habe, also schaffe ich auch den Rest.

Frage 4: Was habe ich gegessen an dem Tag?
Antwort: reichhaltiges Frühstück 2 Std. vorm Start. Während dem Rennen: Obst (Banane, Apfel, Wassermelone, Orange), Kuchen, Suppe, Powerriegel, Isodrink und Cola.

Frage 5: Was tut mir alles weh?
Antwort: Ich muss gestehen alles. Rücken, Oberarme, aufgeschlagener Ellebogen, Hände, knurrender Bauch, Knie, Zehen, Fersen, Muskelkater in Oberschenkel und Waden. Die gute Nachricht. Nach 3 Tagen sind alle Schmerzen völlig verschwunden und man kann fast wieder normal laufen.

Ergebnisnachweis auf www.zugspitz-ultratrail.com

Autor:

Lauftreff Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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