John führt ein einfaches, ruhiges Leben in einer irischen Kleinstadt. Vormittags arbeitet er als Fensterputzer, den Rest des Tages verbringt er mit seinem vierjährigen Sohn Michael. Der junge Vater ist alleinerziehend, Michaels Mutter hat die beiden kurz nach der Geburt verlassen. Jetzt ist John krank und hat nur noch wenige Monate zu leben, was ihn fast zur Verzweiflung bringt. Doch die Beziehung zwischen ihm und Michael wird immer inniger und kostbarer. Sorgsam versucht der Vater, die schwere Last von seinem Sohn fernzuhalten und gleichzeitig, unterstützt von der anteilnehmenden Sozialarbeiterin Shona, für ihn eine geeignete neue Familie zu finden. Doch weiß er überhaupt, wie Michaels Zukunft aussehen soll? John beginnt zu begreifen, dass er keinen rationalen, sondern eine emotionale Entscheidung treffen, seinen Weg im Hier und Jetzt mit Michael gehen und ihm so Zuversicht vorleben muss.
Der Film berührt gleichermaßen durch seine Zurückhaltung und seine Intensität – leise und ausdrucksstark, vieles andeutend und bei manchem verweilend. John, der Vater, spielt hervorragend, eine Überraschung auch Michael, der Junge. Zusammen mit den anderen, gut charakterisierten Personen, bilden sie ein abgerundetes Schauspieler*innen-Team. Nowhere Special, tief bewegt und bewegend, ist von großer innerer Schönheit und Leichtigkeit getragen.
Nach dem Film gibt es die Möglichkeit zum Gespräch. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.
Genre: Drama
Herkunftsland/Jahr: Italien, Rumänien, Vereinigtes Königreich 2020
Regisseur: Uberto Pasolini
Drehbuch: Uberto Pasolini
Darsteller: James Norton, Daniel Lamont
Länge: 96 Minuten
Peter Dorn (Moderation)
Eintritt 6,50 € (evtl. Zuschlag bei Überlänge)