Nachhaltigkeitspartnerschaft
Costa Rica-Delegation informiert sich über Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Die Delegation aus Turrialba auf dem Rathausbalkon (ganz rechts: Andreas Herrschmann, Dr. Peter Stapel, Bürgermeister Luis Fernando Leon Alvarado)
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  • Die Delegation aus Turrialba auf dem Rathausbalkon (ganz rechts: Andreas Herrschmann, Dr. Peter Stapel, Bürgermeister Luis Fernando Leon Alvarado)
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Eine Delegation aus dem mittelamerikanischen Staat Costa Rica hat sich in Pfaffenhofen über das Engagement der Stadt in den Bereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit informiert. Unter den vier Gästen aus Turrialba waren Bürgermeister Luis Fernando Leon Alvarado, Vertreterinnen und Vertreter der dortigen Stadtverwaltung sowie von Einrichtungen für nachhaltige Entwicklung. Der Besuch erfolgte im Rahmen der projektbezogenen kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft Pfaffenhofens mit Turrialba, die aus der örtlichen Agenda 2030 resultiert.

Die Delegation wurde in Pfaffenhofen von den Bürgermeistern Thomas Herker und Roland Dörfler, von Dr. Peter Stapel, Sachgebietsleiter Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie von Vera Strasser von der Organisation Engagement Global, die die kommunale Städtepartnerschaft begleitet, empfangen.
Costa Rica gilt als einer der fortschrittlichsten Staaten Lateinamerikas und hat bereits früh auf Nachhaltigkeit gesetzt. So gewinnt der Staat beispielsweise seinen Strom fast zu 100 % aus den regenerativen Quellen Wasser, Geothermie und Wind. Ein Viertel der Landesfläche steht unter Naturschutz. „Wir freuen uns sehr, hier in Pfaffenhofen zu sein und von Ihren Erfahrungen und Ihrem Wissen lernen zu können. Insbesondere die Optimierung unserer Abwasserentsorgung und die Erhöhung der städtischen Lebensqualität sind wichtige Themen auf unserer Agenda“, so Alvarado zu seinen Erwartungen an den fünftägigen Besuch in Pfaffenhofen.

Umfangreiches und interessantes Besuchsprogramm
Auf dem Programm der Delegation aus Mittelamerika standen neben Workshops zu den Bereichen Abwasser, Landwirtschaft sowie Strom, Energie und Bürgerbeteiligung einige Exkursionen. Dr. Sebastian Brandmayr, der technische Leiter der Stadtwerke Pfaffenhofen, führte die Delegation durch die Pfaffenhofener Kläranlage. Sie kann als Vorbild für den Bau einer Aufbereitungsanlage in Turrialba dienen, um die gängige Praxis zu beenden, das Schmutzwasser in Klärgruben zu sammeln und von dort direkt in die Flüsse zu leiten.

Mario Dietrich, Leiter des Teams Stadtgrün, zeigte den Gästen das Konzept, die städtischen Grünflächen nachhaltig und wassersparend zu bepflanzen. Darüber hinaus nahm die Delegation an einer Brauereiführung bei Müllerbräu teil und besuchte den Öko-Milchviehbetrieb des Bodenallianz-Landwirts Vitus Ostermair. Die Delegation gewann dabei Einblicke in die bayerische Braukunst und konnte zudem Anregungen zum Thema Dachbegrünung und Hochwasserschutz sowie nachhaltige Bewirtschaftung und ökologische Milchviehhaltung für die Umsetzung in Turrialba sammeln.

Themenreiche Workshops
Im Rahmen eines Workshops haben die Gäste die Idee angedacht, eine „tropikalisierte“ Version der Pfaffenhofener Bodenallianz in Costa Rica zu realisieren. Mit dem von Stadtrat Markus Käser organisierten Besuch einer Kaffeerösterei in München konnte bereits ein erster Schritt in diese Richtung unternommen werden. Geschäftsführer Klaus Wildmoser erklärte, dass er die Kaffeebohnen direkt von Bauern in den entsprechenden Anbauländern bezieht. Als nächstes Projekt ist der Direktvertrieb von Schokolade geplant. Sollte die Münchner Rösterei als Abnehmer gewonnen werden, könnten die Kaffee- und Kakaobauern in Turrialba bei der Umstellung auf eine nachhaltige Bewirtschaftung unterstützt werden. Außerdem hätten sie einen zuverlässigen Abnehmer, der die Produkte zu angemessenen Preisen kauft.

Beim Workshop im Bereich Strom, Energie und Bürgerbeteiligung sammelten Gäste und Gastgeber erste Ideen für eine mögliche Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien und Jugendarbeit. Andreas Herrschmann, Stadtratsreferent für Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz, Sebastian Wittmann von den Stadtwerken sowie Manuel Hummler, der Sprecher der Fridays-for-Future-Ortsgruppe, stellten der Delegation die Erfolge Pfaffenhofens in diesen Bereichen vor und erarbeiteten gemeinsam mit den Gästen erste Ansätze für eine Umsetzung in der 27.000 Einwohner zählenden Stadt am Fuße des gleichnamigen Vulkans.

Die Gäste aus Costa Rica kamen schließlich noch in den Genuss eines kulturellen und kulinarischen Highlights beim Besuch des Klosters Scheyern. Cellerar Pater Lukas Wirth schilderte der Delegation sehr lebendig und kurzweilig die Geschichte des Klosters und lud anschließend zum Weißwurst-Essen in die Klosterschänke ein.

Die Delegation zeigte sich am Ende ihres Aufenthalts beeindruckt vom Engagement Pfaffenhofens. Bürgermeister Alvarado sagte: „Wir sind glücklich, dass es zwischen unseren zwei Städten gefunkt hat. Pfaffenhofen wird für immer ein Platz im Herzen von Turrialba haben. Danke für diese interessante und sehr erlebnisreiche Woche.“ Und auch die deutsche Seite äußerte große Zufriedenheit mit dem Besuch und betonte die guten Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit. Denn beide Städte beschäftigen die gleichen Themen wie z.B. Landwirtschaft oder Abwasser. Turrialba und Pfaffenhofen seien somit die „perfekten Zwillinge“ wie Andreas Herrschmann passend feststellte.

Austausch zwischen Pfaffenhofen und Turrialba
Die projektbezogene kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft zwischen Pfaffenhofen und Turrialba ist eine Maßnahme im Rahmen der Pfaffenhofener Nachhaltigkeitsstrategie. Damit leistet die Stadt einen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ermöglicht auch die direkte Beteiligung der Menschen vor Ort und einen Wissenstransfer auf lokaler Ebene. Insbesondere die kommunale Entwicklungszusammenarbeit ist einer der entscheidenden Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Begleitet wird Pfaffenhofen hierbei von Engagement Global, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit entwicklungspolitische Projekte fördert und auch Pfaffenhofen bei der Umsetzung der kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Turrialba unterstützt.

Turrialba
Turrialba hat rund 27.000 Einwohner und liegt am Fuße des gleichnamigen 3.325 Meter hohen Vulkans in der Provinz Cartago im Zentrum Costa Ricas. Die Hauptstadt San José ist etwa eineinhalb Autostunden entfernt. Die Stadt lebt neben Landwirtschaft und Textilfertigung vom naturverbundenen Tourismus. In der direkten Umgebung gibt es einen Nationalpark mit Flüssen und Wasserfällen, die zum Raften oder zum Wandern einladen. In der Stadt gibt es eine Universität, die sich der Entwicklung der Landwirtschaft und dem Erhalt der Natur widmet. Spanische Webseite: www.muniturrialba.go.cr

Autor:

Klimaschutzinitiative Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

Hauptplatz 18, 85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm
+49 8441 782095
klimaschutzallianz@stadt-pfaffenhofen.de
Webseite von Klimaschutzinitiative Pfaffenhofen
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