„Tag der Muttersprache“ mit Vorlesestunde und Lesung kam gut an

Vorlesestunde in Englisch
Zum ersten Mal gab es in Pfaffenhofen zwei Veranstaltungen zum internationalen Tag der Muttersprache, der am 21. Februar begangen wird, und die Resonanz war durchweg positiv. Am Nachmittag lauschten in der Stadtbücherei im Haus der Begegnung etliche Mädchen und Buben den Geschichten in verschiedenen Sprachen. Am Abend folgte im Theatersaal eine Lesung von Marko Dinic.

Die Mitarbeiterinnen der städtischen Integrationsstelle im Pfaffenhofener Rathaus wollten mit den beiden Veranstaltungen an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache erinnern und ihre Wertschätzung für die vielen verschiedenen Sprachen zeigen, die auch in Pfaffenhofen gesprochen werden. Sie hatten einige ehrenamtliche Vorleserinnen gewonnen, die in ihrer jeweiligen Muttersprache Geschichten vorlasen. Die Bilderbücher stammten zum Teil aus der Stadtbücherei, zum Teil hatten die Frauen sie auch von daheim mitgebracht. So kamen teilweise auch die Lieblingsbücher ihrer eigenen Kinder zum Einsatz.

Auf Deutsch und Bairisch, Arabisch und Englisch, Französisch, Türkisch und Russisch wurde vorgelesen und die Mädchen und Buben hörten „ihrer“ jeweiligen Sprache, manchmal aber auch ganz fremden Lauten, gespannt zu. Im Namen der städtischen Integrationsstelle – und auch im Sinne aller kleinen und großen Besucher – bedankte sich Asja Priester bei allen Vorleserinnen mit einem kleinen Geschenk.

Der aus Belgrad stammende und in Österreich lebende Autor Marko Dinic wohnte im Sommer 2015 als Lutz-Stipendiat im Pfaffenhofener Flaschlturm. Seitdem war er bereits mehrmals zu Veranstaltungen und Lesungen hier wieder zu Gast. So auch jetzt, am Tag der Muttersprache, als er verschiedene Texte las.

Zum einen bekam das Publikum einen Vorgeschmack auf den Roman „Als nach Milosevic das Wasser kam“, an dem Marko Dinic derzeit noch arbeitet. Außerdem las er aus seinem Gedichtzyklus „Irrlichter“ sowie einen Auszug aus einem Gedicht des 1986 verstorbenen jugoslawischen Autors Miroslav Antic. Dessen 300-seitiges Gedicht übersetzt Marko Dinic gerade vom Serbokroatischen ins Deutsche, und von beiden Versionen – dem serbokroatischen Original und der deutschen Übersetzung – erhielten die Zuhörer eine Kostprobe.

Der internationale Tag der Muttersprache in Pfaffenhofen hat einen guten Start erlebt, und so gibt es vielleicht eine Neuauflage im nächsten Jahr.
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