Gegen Fremdenfeindlichkeit: Internationaler Kulturverein macht sich für Begegnung und Kennenlernen stark

2008 - vor zehn Jahren - fanden die ersten Interkulturellen Wochen in Pfaffenhofen statt.
Damit aus der Fremdheit einer Religion keine Fremdenfeindlichkeit wird...

Die Vorbereitung der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen, die vor zehn Jahren erstmals stattgefunden haben und 2018 zum sechsten Mal durchgeführt werden, stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen. Aber auch der Rechenschaft- und Kassenbericht sowie die Entlastung des Vorstands wurden abgewickelt.

Mit den Interkulturellen Wochen will der Verein zur Förderung des gegenseitigen Kultur- und Religionsverständnisses beitragen. Und das bezeichnete der Vorsitzende Sepp Steinbüchler gerade jetzt als besonders wichtig, denn die Akzeptanz des Islam in Deutschland hat nachweislich abgenommen. „Ein Muslim, der hier lebt, gehört zu Deutschland, auch mit seiner Religion“, widersprach Steinbüchler der in den letzten Tagen oft zitierten Äußerung von Horst Seehofer und er fragte: „Was können wir in Pfaffenhofen tun, damit aus der Fremdheit einer Religion keine Fremdenfeindlichkeit wird?“

Qualifizierte Information und gegenseitiges Kennenlernen seien wirksame Mittel, meinte Steinbüchler, und so lädt der Kulturverein bei den Interkulturellen Wochen zu Informations- und Diskussionsveranstaltungen, vor allem aber auch zur internationalen Begegnung und zum Kennenlernen fremder Kultur, Musik und Kunst ein.

Seit der Flüchtlingswelle von 2015 spielt der AK Asyl eine große Rolle in der Arbeit des Internationalen Kulturvereins. Aber daneben gibt es noch viele weitere Tätigkeitsfelder. „Wir sind kein Verein für Asylbewerber, sondern für Migranten in Pfaffenhofen. Dazu gehören auch die Flüchtlinge, aber ebenso viele andere, die zum Teil schon sehr lange in Pfaffenhofen leben“, stellte Sepp Steinbüchler klar. Er wies auf die steigenden Ausländerzahlen in Pfaffenhofen hin. Fast 3.500 Ausländer sind in der Stadt gemeldet, was einen Ausländeranteil von 13,4 Prozent bedeutet. Hinzu kommen noch viele Personen mit Migrationshintergrund, die inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Einige Zahlen aus dem AK Asyl nannte Gabi Dettke. So leben derzeit noch 103 Asylbewerber in Pfaffenhofen sowie 72 so genannte Fehlbeleger, die bereits anerkannt sind, und 32 unbegleitete Flüchtlinge. Etwa 30 Personen konnten Angehörige im Rahmen des Familiennachzugs nach Pfaffenhofen holen. Viele Flüchtlinge sind mittlerweile in Arbeit oder Ausbildung, haben persönliche Kontakte zu Einheimischen und sind in Sportvereinen aktiv. Etliche stehen aber unter großer psychischer Belastung, da ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Viele Flüchtlinge, so erläuterte die Leiterin des AK Asyl, nehmen an Sprachkursen teil. Sehr gefragt ist Nachhilfe, vor allem für Kinder, aber auch für Erwachsene, und dafür könnte der Arbeitskreis noch ehrenamtliche Nachhilfelehrer gebrauchen.

Die Zahl der Asylhelfer hat deutlich abgenommen und auch ihre eigene Arbeit hat sich stark verändert, erklärte Gabi Dettke. Während sie anfangs sehr viel zu organisieren hatte, versucht sie jetzt, regelmäßig in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften präsent zu sein und als Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen zur Verfügung zu stehen. Da sie nun auch die Anlaufstelle im ehemaligen Rot-Kreuz-Haus nicht mehr braucht, kann der Internationale Kulturverein diesen Raum neuerdings als Geschäftsstelle nutzen.
Zwei Frauen, die hauptamtlich für Integrationsarbeit zuständig sind, stellten sich in der Mitgliederversammlung kurz vor: Christine Pietsch ist die neue Integrationsbeauftragte des Landkreises Pfaffenhofen und Leiterin des im November gegründeten Sachgebiets Integration. Und Sabine Rieger, dem Kulturverein als ehemalige Leiterin des AK Asyl bestens bekannt, arbeitet jetzt in der städtischen Koordinierungsstelle Integration im Pfaffenhofener Rathaus.
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