So nah ist der Syrien-Krieg - Stadtjugendpflege-Ehrenamtlicher mit vermutlich traurigem Schicksal

Mitte 2015 kam der syrische Flüchtling Mohammed mit der Stadtjugendpflege Pfaffenhofen in Kontakt. Er war nach Deutschland geflohen und wohnte seither oberhalb des ehemaligen Jugendzentrums „Frontstage“. Mohammed wollte Medizin studieren und Schülern aus Pfaffenhofen im Rahmen eines Stadtjugendpflege-Projekts die Themen Krieg und Flucht anschaulich nahe bringen. Aber Mohammed ist verschwunden.

Die Stadtjugendpflege Pfaffenhofen vermisst einen ihrer Ehrenamtlichen. Einen jungen Mann, der sich in das gesellschaftliche Leben in Pfaffenhofen einbrachte, der mit dem Gedanken spielte, nach München zu ziehen, um schneller Deutsch lernen und schließlich studieren zu können, der sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollte. Sehr nah kommt einem dabei der Krieg in Syrien, welcher ja ohnehin in den Nachrichten und in den Erzählungen der jungen Flüchtlinge omnipräsent ist.

Mohammed hatte anfangs Kontakt zur Stadtjugendpflege aufgebaut und erzählte, während er bei einigen unserer Veranstaltungen mithalf, bereitwillig und sehr ausführlich von seiner Geschichte, wie die Flucht war und warum er sich überhaupt auf diesen Weg gemacht hatte. Das führte zu der Idee, Mohammed in der Begleitung durch die Stadtjugendpflege in einzelne Schulklassen zu schicken, damit er dort sozusagen live erzählen konnte, wie so eine Flucht wirklich abläuft. Nach mehreren vorbereitenden Stunden wurde ein erster Testlauf gestartet, der richtig gut angekommen ist.
Dann wurden mehrere Folgetermine ausgemacht, aber Mohammed reagierte auf keine Anrufe mehr und war verschwunden.

Über ein halbes Jahr später erfuhr die Stadtjugendpflege von Dritten, dass Mohammed sich angeblich auf den Weg zurück in seine Heimat gemacht hatte, um seiner kranken Mutter zu helfen. Dabei soll er, so die Erzählungen, in der Nähe der syrischen Grenze erschossen worden sein. Es ist leider nicht gelungen, Kontakt zur Familie aufzunehmen, so dass die Stadtjugendpfleger den Verbleib von Mohammed nicht rekonstruieren konnten. Sollte die Geschichte so nicht stimmen, bleibt dennoch, dass der Kontakt zu Mohammed plötzlich abgebrochen ist und durch die Nicht-Überprüfbarkeit der Informationen Vieles im Ungewissen bleibt. „Wir, die Stadtjugendpflege, wollen aber gerade deswegen auf diesem Weg Danke sagen für Mohammeds Engagement bei uns!“
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