3 Weltmeister zu Gast beim BSV Pfaffenhofen e.V.

Efren Reyes - lebende Billardlegende
 
v. l.n.r. Strickland, Reyes, Braun, Prexl und Bustamente
Pfaffenhofen an der Ilm: Pilspub 14.1 |

Pfaffenhofener Pool-Billard Verein veranstaltete eine Billardnacht der Extraklasse

Anfang Januar fand im Veinslokal des BSV (Pilspub 14.1) in der Raiffeisenstraße 12 ein echter Billard-Leckerbissen auf dem Programm. Mit den beiden Philippinen Efren Reyes, Francisco Bustamante sowie dem Amerikaner Earl Strickland hatten sich nämlich drei Weltmeister angekündigt, die in ihrer Karriere wahrlich alles gewinnen konnten, was es zu gewinnen gab.
Möglich gemacht hatte die Veranstaltung BSV-Mitglied Jochen Maurer, der über gute Kontakte zum Billardmagazin „Touch“ verfügt, welche wiederum eine Tour mit den drei Protagonisten durch ganz Deutschland auf die Beine gestellt hat. Unter dem Motto „Farewell Efren Reyes“ ging es von Pfaffenhofen bis Bremen und von Alsdorf bis Dresden. Der 63-jährige Philippine hatte im Sommer 2017 das Ende seiner einzigartigen Laufbahn angekündigt und in Deutschland wollte man ihn nun gebührend in den Ruhestand verabschieden.
Rund 150 Zuschauer sorgten im Pilspub 14/1 für ein volles Haus und gute Stimmung. Auch Bürgermeister Thomas Herker wollte sich samt seiner Stellvertreter das Spektakel nicht entgehen lassen und blieb bis zum letzten versenkten Ball fasziniert auf seinem Stuhl.
Begonnen hatte der Abend mit einem Match von Earl Strickland mit Lokalmatador Helmut Prexl im Doppel gegen Efren Reyes/Francisco Bustamante. Nach 2:4-Rückstand konnten Strickland/Prexl den Satz noch drehen und mit 5:4 gewinnen. Zu Gute kam ihnen dabei, dass bei 4:4 die entscheidende Neun als Gentlemen-Agreement über mehrere Banden versenkt werden musste. Die drei Topstars scheiterten, aber ausgerechnet Helmut Prexl schaffte es. Die Halle tobte!
Weiter ging es mit einem Einzel zwischen Francisco Bustamante und dem ehemaligen Vorsitzenden Ralph Braun, der sich speziell bei den zurückliegenden Umbauarbeiten im Pilspub und im angrenzenden BSV-Vereinsheim besonders hervorgetan hat. Mit diesem Match wollten ihm die Mitglieder gebührend danken. 
Braun schlug sich ganz prächtig und konnte bei 0:2 eine wahrlich nicht leichte Partie ausschießen. Am Ende hieß es dann 2:4, wobei "Django", so sein Spitzname, die letzte Neun auch über mehrere Banden wie an der Schnur gezogen versenkte!
Nach der obligatorischen Autogrammstunde, die im Übrigen sehr gut genutzt wurde, stand das Highlight-Match zwischen Efren Reyes und Earl Strickland an. Die beiden duellierten sich acht Mal während der Deutschland-Tour und in Pfaffenhofen fiel der Startschuss.
Zu Beginn des Spiels hatte eindeutig Strickland die Nase vorne, doch Reyes kämpfte sich mit ebenso brillantem Spiel wieder heran. Am Ende reichte es dann aber doch nicht und der US-Amerikaner konnte sich mit 7:5 durchsetzen. Insgesamt konnte Strickland fünf der acht Duelle für sich entscheiden und gewann damit die Gesamtwertung des „Final Battle of the Titans“, welches im Übrigen via Youtube insgesamt bisher rund eine Million Zuschauer erreichte!
Zum Schluss des Abends zeigte Strickland noch einige seiner überragenden Trickstöße. Speziell bei den sogenannten "Time-Shots" und bei den Kugeln, die er aus dem Lauf heraus in die Ecktasche befördert, zeigte sich Strickland als wahres Genie des Billard-Sportes.





Die Spieler im Portrait:

Efren Reyes:
Efren Reyes bedarf in Pool-Billard-Kreisen keiner großen Vorstellung. Der 63-jährige Philippine hat in seiner langen Karriere wahrlich alles gewonnen. So war er bereits 8-Ball und auch 9-Ball-Weltmeister. Darüber hinaus besagt die Legende, dass Reyes stets die Erstauflage eines großen Turniers gewinnen konnte. Bei der IPT-Tour in 2005 war dies zwar nicht der Fall, doch das Turnier, welches er gewinnen konnte, war am besten dotiert. Neben Pool-Billard ist „The Magician“ ein hochkarätiger Karambolagespieler und auch beim Schach hat er einen Meister-Status inne. Ihn am Billard-Tisch agieren zu sehen, ist für viele eine Offenbarung.


Francisco Bustamante:

Wenngleich Francisco Bustamante, den in Deutschland alle nur „Busti“ oder „Django“
nennen, im philippinischen Manila wohnt, ist er hierzulande wahrlich kein Unbekannter. Das beruht vor allem auf seiner Zeit in Hamburg und in Kiel, als er für den damaligen Bundesligisten Billard-Union Kiel an die Platte ging. „Django“ spricht hervorragend Deutsch und ist bei seinen Auftritten um keinen Spruch verlegen. Der 53-jährige feierte mit dem WM-Titel im 9-Ball vor sieben Jahren seinen wohl herausragenden sportlichen Erfolg. Bereits 2002 stand er im Finale um die WM-Krone, unterlag dort aber Earl Strickland in einem dramatischen Match.

Earl Strickland:

Earl Strickland ist einer der streitbarsten Charaktere, die der Pool-Billard-Sport jemals hervorgebracht hat. Seine spielerischen Qualitäten und sein Know-how sind jedoch über jeden Zweifel erhaben. Für viele gilt er auch heute noch als technisches Vorbild, auch wenn sein Image aufgrund einiger Eskapaden stets ein wenig gelitten hat. Abseits des Tisches präsentiert sich „The Pearl“ als toller Gesprächspartner, der sich in seiner Karriere schon sehr viele, sehr sinnvolle Gedanken zum Thema Verbesserung des Pool-Billard-Sportes gemacht hat. Mit drei WM-Titeln ist der 56-jährige Strickland hochdekoriert. Darüber hinaus konnte er unter anderem die US Open fünf Mal für sich entscheiden. Natürlich hat Strickland auch großen Anteil an der einstigen amerikanischen Dominanz im Mosconi-Cup. 14 Mal trat er an, neun Mal ging er mit seinem Team als Sieger hervor.
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