Die erste Million ist schon drin: Bürgerwindrad Pfaffenhofen übertrifft alle Ertragsprognosen

Erstes Pfaffenhofener Bürgerwindrad übertrifft alle Ertragsprognosen (Foto: Karl Ebensberger / BEG)
Demnächst kann der Windstrom auch direkt bezogen werden

Alle am ersten Bürgerwindrad im Lustholz bei Uttenhofen beteiligten Bürger wird diese Nachricht besonders freuen. Stand heute hat die Anlage bereits die erste Million Kilowattstunden der geplanten Jahressumme von 6,2 Millionen kWh eingespeist. Das Bürgerwindrad, welches nun seit Mai im Normalbetrieb läuft, hat so bereits die Ertragsprognosen um rund 14 % übertroffen. Auch die Anlagen in Gerolsbach, an welchen die Bürgerenergiegenossenschaft mit vielen ihrer Mitglieder beteiligt ist, laufen derzeit durchschnittlich rund 15 % über der Ertragsvorhersage.

“Die Zahlen bestätigen unsere Planungen. Das wichtigste Kriterium in punkto Wirtschaftlichkeit einer Windenergieanlage ist die korrekte Messung des Windpotenzials. Für das Windrad im Lustholz und den Bürgerwindpark in Gerolsbach, sowie auch für alle geplanten Windkraftanlagen, wurden zur Ertragsberechnung über 10 Jahre gesammelte, reale Winddaten verwendet und ausreichend Sicherheiten einkalkuliert. Alle unsere Projekte laufen damit rentabel und effizient. Der Wind schickt keine Rechnung und ist ein unerschöpflicher und bayerischer Rohstoff. Es gibt einfach, auf Fläche und Technik bezogen, keine Form der Energieproduktion die effizienter ist”, freut sich Andreas Herschmann, Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Pfaffenhofen über die Ertragswerte.

Über 390 Genossenschaftsmitglieder hatten sich mit rund 3 Millionen Euro an den Projekten in Pfaffenhofen und Gerolsbach direkt beteiligt. Seit Inbetriebnahme der Windenergieanlagen wird nun bei einer Laufzeit von derzeit 20 Jahren jährlich eine Rendite von 3 % ausbezahlt.

Bei BEG-Projekten liegt die regionale Wertschöpfung acht mal höher
“Als lokal verwurzeltes Bürger-Unternehmen mit über 615 Mitgliedern aus dem Landkreis, fördern wir die Wirtschaftskreisläufe vor Ort und sind demokratisch organisiert. Alle Überschüsse kommen ausschließlich allen Mitgliedern zu gute. Außerdem hat kürzlich eine Studie des Instituts für dezentrale Energietechnologien (IdE) ergeben, dass bei einem von regionalen Akteuren betriebener Windpark die lokale Wertschöpfung acht Mal höher liegt, als bei Projekten von externen Projektierern oder Konzernen”, so Herschmann weiter.

Pfaffenhofen fehlen nur noch 30 Prozent zur Strom-Unabhängigkeit:
Das Bürgerwindrad der BEG leistet dazu einen wichtigen Beitrag

Laut einer Veröffentlichung der Stadtwerke Pfaffenhofen werden 70 Prozent des Stroms im Pfaffenhofener Netz schon heute direkt aus lokalen und erneuerbaren Quellen erzeugt. Die verbleibende Lücke von 30 Prozent soll in den nächsten fünf Jahren geschlossen werden. Dazu sollen sowohl neue Photovoltaikanlagen als auch weitere Windkraftanlagen installiert werden. Zusätzlich setzt man auf Speichertechnologien wie Batterie- und Gasspeicher.

“Unser Bürgerwindrad im Lustholz trägt mit rund 6% schon heute einen entscheidenden Beitrag zur sauberen Stromversorgung in Pfaffenhofen bei. Dass die Kreisstadt als eines der ersten bayerischen Mittelzentren beim Strom unabhängig werden kann, wollen wir auch weiterhin mit unseren Projekten unterstützen. Mit unseren drei geplanten Anlagen zusammen läge der Anteil dann bei einem Drittel”, erläutert Herschmann weiter.

Vom Windrad ohne Umwege ins Bügeleisen:
Demnächst kann der Windstrom auch direkt bezogen werden

Die Bürgerenergiegenossenschaft will Strom nicht nur vor Ort zu erzeugen, sondern auch dafür sorgen, dass dieser Strom direkt bezogen werden kann. Das Bürgerwindrad im Lustholz wird deshalb als weiteres Lieferkraftwerk in den Regionalstromtarif “Bavariastrom” der bayerischen Bürgerenergie-Genossenschaften aufgenommen. “Bavariastrom” kann schon heute auch beim Stadtwerk Pfaffenhofen bezogen werden kann. Infos dazu unter www.bavariastrom.de oder www.stadtwerke-pfaffenhofen.de/strom
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