Arlmühle liefert wieder sauberen Strom aus der Ilm

Von links: Stadtrat Andreas Herschmann, Bürgermeister Thomas Herker und Stadtwerke Technikleiter Dr. Sebastian Brandmayr drücken gemeinsam den Startknopf
 
Dr. Sebastian Brandmayr erklärt das Wasserrad
Die Arlmühle ist wieder am Netz und liefert sauberen Strom aus Wasserkraft. Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen dreht sich jetzt ein großes Holzrad an der Ilm. Dieses Zuppinger Wasserrad mit sechs Metern Durchmesser liefert 100.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, genug für 30 durchschnittliche Haushalte. Strom für einen weiteren Haushalt erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Arlmühle. Die Stadtwerke haben aus ökologischen Gründen auf den Einbau einer herkömmlichen Wasserturbine verzichtet und stattdessen auf ein Wasserrad gesetzt. Um die Durchgängigkeit der Ilm an der Arlmühle wieder zu gewährleisten, wurde eine so genannte Fischwanderhilfe errichtet. Diese ermöglicht es den Fischen und anderen Wasserbewohnern, das sanierte Bauwerk der Arlmühle in einem eigens für diesen Zweck gegrabenen und naturnahen Nebenfluss der Ilm zu umgehen.
Die Fischtreppe ist auch Bestandteil des Grünen Klassenzimmers. Im Flusslauf sind große Steine angebracht, die es Kindern und Erwachsenen erleichtern, Wasserproben zu ziehen. Finanziell unterstützt vom Rotary Club, will der Bund Naturschutz hier in Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und den Stadtwerken nachfolgenden Generationen in Pfaffenhofen die Möglichkeit bieten, die Ilm und die darin heimischen Lebewesen direkt vor Ort kennenzulernen.
Die Arlmühle ist einer der ältesten Kraftwerksstandorte in Pfaffenhofen. Schon seit Jahrhunderten nutzen die Menschen hier an der Ilm den Druck des Wassers. Beim Erdaushub für die Sanierung der Mühle stießen Bauarbeiter auf Reste eines Ziegelmauerwerks aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Doch bereits im Jahre 1135 erwähnt eine historische Urkunde eine Mühle an dieser Stelle, damals noch unter dem Namen Rumoltsmühle. 1889 erwarb die Stadt Pfaffenhofen die Arlmühle. 1904 wurden das Gebäude und die dazugehörige Schneidesäge abgerissen und ein Pumpwerk für das städtische Wasserwerk an dieser Stelle errichtet. Dieses Pumpwerk haben 1994 die Unternehmer Zartner, Schindelbeck und Fuchs zu einer Wasserkraftanlage umgebaut. Gemeinsam haben die Stadtwerke und die Stadt die baufällige Arlmühle seit 2014 saniert.
Mit seinem symbolischen Knopfdruck läutete Bürgermeister Thomas Herker heute eine neue Ära für diesen Standort ein. Die Arlmühle steht mitten im Bürgerpark, dem Herzstück der Gartenausstellung Natur in Pfaffenhofen 2017. Zur feierlichen Inbetriebnahme waren Vertreter des Stadtrats, der beteiligten Bauunternehmen, der Naturverbände und der Schulen in Pfaffenhofen an die Arlmühle gekommen.
Der Pfaffenhofener Stadtrat hatte sich zugunsten des für die Bevölkerung deutlich anschaulicheren Wasserrades ausgesprochen, auch wenn eine Turbine einen leichten Kostenvorteil gebracht hätte. Das neu errichtete Generatorenhaus wurde nach den Vorschlägen einer durch den Stadtrat einberufenen Arbeitsgruppe gestaltet. Daran beteiligten sich Mitglieder der Fraktionen und die Bauverwaltung. Man war sich einig, dass das neue Funktionsgebäude in erster Linie der Öffentlichkeit Einblick in die Stromerzeugungsanlage ermöglichen soll.
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