10 Jahre Lufthansa-Patenschaft mit Pfaffenhofen

Lufthansa CityLine D-ACKA Pfaffenhofen an der Ilm (Foto: Thomas Ingendorn)
 
Flugzeugtaufe am 22. August 2006
 
Flugzeugtaufe am 22. August 2006

Bombardier CRJ900 als „fliegender Botschafter“ in ganz Europa unterwegs

Vor 10 Jahren ging Pfaffenhofen an der Ilm in die Luft: Am 22. August 2006 wurde ein Bombardier CRJ900 mit dem Kennzeichen „D-ACKA“ auf den Namen der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm getauft. Die feierliche Taufzeremonie fand auf dem Flughafen München statt. Taufpatin war Marita Prechter, die Ehefrau des damaligen Ersten Bürgermeisters von Pfaffenhofen, Hans Prechter. Mit der Taufe des Regionaljets „Pfaffenhofen a. d. Ilm“ begann bei Lufthansa CityLine zugleich eine neue Ära: Die „D-ACKA“ war das erste Modell der neuen CRJ900-Reihe, die bei Lufthansa in Dienst gestellt wurden. Aktuell betreibt Lufthansa Cityline 25 Maschinen dieses Typs.

So schreibt die Deutsche Lufthansa AG in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es:

Die täglich wechselnden Crews kennen die „Pfaffenhofen a. d. Ilm“ allerdings eher unter dem Namen „Kilo-Alpha“, also die letzten beiden Buchstaben der Registrierung nach dem internationalen Fliegeralphabet buchstabiert. Das inzwischen zehnjährige „Patenkind“ der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm war inzwischen auf 23.327 Flügen mehr als 25.000 Stunden in der Luft und hat seine Passagiere sicher und unfallfrei ans Ziel gebracht.

Der Bombardier CRJ900 „Pfaffenhofen“: schlank, schnittig, sparsam
Auf bis zu 12.500 Meter steigt der Bombardier CRJ900 im alltäglichen Flugbetrieb, abhängig von der Flugstrecke, eine beachtliche Leistung für einen Regionaljet. Die große Reisehöhe hilft Sprit zu sparen. Denn der CRJ900 – immerhin 3 Meter länger als eine Boeing 737-300 - punktet mit seiner hohen Treibstoffeffizienz und niedrigen Lärm- und Emissionswerten. Die Maschine hebt mit einem maximalen Startgewicht von 28 Tonnen ab und fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von 820 km/h 90 Passagiere bis zu 2.400 Kilometer weit. Aktuell pendelt die „Pfaffenhofen an der Ilm“ von ihrer Heimatbasis München nach Kopenhagen, Amsterdam, Graz, Krakau, Marseille, Basel und Zagreb.

„Wir freuen uns, dass wir seit zehn Jahren über eine Flugzeug-Patenschaft mit der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm verbunden sind. Die Maschine ist ein fliegender Botschafter ihrer Heimat und trägt den Namen buchstäblich durch ganz Europa“, so Florian Gränzdörffer, Lufthansa-Konzernsprecher. „Die Patenschaft signalisiert unsere Verbundenheit mit der Region, woher auch viele Lufthansa-Passagiere und auch MItarbeiter kommen. Wir wünschen der „Pfaffenhofen“ noch „many happy landings!“

Die Tradition der Taufpatenschaften bei Lufthansa
Die Tradition, Flugzeuge der Lufthansa mit den Namen deutscher Bundesländer und Städte zu versehen, geht auf den September 1960 zurück. Damals gab es in Frankfurt die erste Flugzeugtaufe, als die „Kranichlinie“ ihren allerersten Langstrecken-Jet, die damals moderne Boeing 707, in Dienst stellte. Der vierstrahlige Jet erhielt den Namen „Berlin“. Taufpate war der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Seither wurden rund 300 Lufthansa Flugzeuge auf den Namen deutscher Städte und Gemeinden getauft. Auch sämtliche Bundesländer und einige internationale Namen finden sich in der Kranich-Flotte.

Am Anfang der Taufpatenschaften stand für Lufthansa der Gedanke, die Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland jenseits der großen Drehkreuze und Standorte auch in die Regionen zu tragen, woher ein Großteil der Lufthansa Passagiere und Mitarbeiter kommt. Die getauften Flugzeuge sind fliegende Botschafter ihrer Heimat und tragen deren Namen buchstäblich in alle Welt. Dass eine solche Patenschaft nach wie vor noch ein begehrtes Gut ist, zeigt die Begeisterung der Passagiere und ein Blick auf die beachtliche Warteliste interessierter Städte. Bei der Vergabe orientiert sich Lufthansa an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des betreffenden Ortes. Auch Städte, die in besonderer Weise mit der Luftfahrt oder der Lufthansa verbunden sind, finden Berücksichtigung. Die Größe der Stadt spielt dagegen keine Rolle. Allerdings wird bei der Vergabe im Allgemeinen darauf geachtet, dass die Einwohnerzahl der relativen Größe des Flugzeugmusters entspricht. Neben dem Namen der Patenstadt am Bug des Flugzeugs wird auch deren Stadtwappen im Eingangsbereich der Kabine angebracht.

Taufpatenschaften als Spiegel der Zeit
Die Namensgebungen sind durchaus ein Spiegel der Zeit. So markierten die ersten Taufen gleichzeitig den Start der Lufthansa ins Jet-Zeitalter. Mit der „Berlin“ und der kurz danach getauften „Frankfurt am Main“ wurden die ersten beiden, damals hochmodernen, Boeing 707 eingeführt. Nach dem Fall der Mauer erweiterte sich die Flotte der nach Bundesländern getauften Maschinen von elf auf 16 und rasch fanden auch ostdeutsche Gemeinden Einzug ins Namensregister, sichtbarer Beleg der deutschen Einheit.

Dabei waren es nicht immer freudige Ereignisse, die zu Auslösern von Städtepatenschaften wurden. Als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 plötzlich der gesamte amerikanische Luftraum gesperrt wurde, mussten einige Flüge auf den kanadischen Flughafen Halifax ausweichen, der für einen solchen Ansturm nicht aus-gelegt war. Die Einwohner von Halifax und der Nachbargemeinde Gander kümmerten sich damals mit viel Gastfreundschaft um Passagiere und Crews. Daraufhin taufte die Lufthansa als Zeichen der Dankbarkeit erstmals ein Flugzeug auf den Namen ausländischer Orte und gab einem Airbus A340-300 den Namen „Gander/Halifax“.

Mittlerweile ist dies nicht mehr das einzige Flugzeug mit einem internationalen Namen. In einem halben Jahrhundert seit der ersten Taufe hat sich das Geschäft der Lufthansa beträchtlich weiterentwickelt. Eine Tatsache, der nun im Rahmen der Namensgebung der A380 Rechnung getragen wird. Mittlerweile kommen die Passagierströme aus allen Teilen der Welt. Das Merkmal des modernen Luftverkehrs ist Internationalität. Daher tragen die neuen Flaggschiffe der Lufthansa auch die Namen internationaler Metropolen. Der Anfang
wurde im September 2010 mit Peking gemacht, Tokio, Johannesburg und andere folgten. Dies ist jedoch keine Abkehr vom Bekenntnis der Lufthansa zu ihrer Heimat. Die Mehrzahl der rund 300 getauften Lufthansa Flugzeuge hat deutsche Städte und Gemeinden als Paten, von Flensburg bis Lindau und von Aachen bis Frankfurt (Oder). Flaggschiff ist dabei ein Airbus A380, der im November 2015 von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Namen „Deutschland“ getauft wurde. Dabei gilt bis heute das Motto: „Einmal Lufthansa, immer Lufthansa“, denn die Patenschaft ist eine dauerhafte Institution. Einmal in den Kreis der Patenstädte aufgenommen, geht der Name auf ein neues Flugzeug über, sobald die ursprünglich getaufte Maschine aus der Lufthansa Flotte ausscheidet.

(Pressemitteilung der Deutschen Lufthansa AG vom 22.08.2016)
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