Pfaffenhofener AK Asyl braucht Verstärkung

Christine Scherg, ehrenamtliche Mitarbeiterin im AK Asyl, beim Deutschunterricht in der Asylbewerber-Unterkunft an der Senefelder Straße.

Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Der AK Asyl im Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen braucht dringend Verstärkung. Die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich um die dezentral in 14 verschiedenen Wohnungen und Häusern in der Stadt untergebrachten Flüchtlinge kümmern, reicht nicht mehr aus. Manche Ehrenamtliche sind sehr engagiert, aber manche brauchen unbedingt Entlastung. Mehrere frühere Helfer sind weggezogen bzw. können aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht mehr mitarbeiten. So gibt es in ein paar Unterkünften derzeit gar keine ehrenamtlichen Betreuer.

Wie die AK-Leiterin Gabi Dettke in der Mitgliederversammlung des Internationalen Kulturvereins berichtete, gibt es in Pfaffenhofen aktuell 14 Flüchtlings-Unterkünfte mit 211 Personen. Die Gebäude sind zum Teil in einem sehr schlechten Zustand und die Unterbringung ist bisweilen äußerst beengt: Eine fünfköpfige Familie hat z.B. nur einen Schlafraum und teilt sich Wohnzimmer und Bad mit einer anderen Familie.

Die größte Flüchtlingsunterkunft in Pfaffenhofen ist ein Haus an der Senefelder Straße, in dem 53 Männer aus Pakistan leben. Hier sind mehrere Betreuer aktiv, doch weitere wären notwendig. Auch für drei bunt zusammengestellte Wohngemeinschaften werden Ehrenamtliche gesucht.

Ein großes Problem stellt für viele Asylbewerber – und auch für die sie betreuenden Ehrenamtlichen – die drohende Abschiebung dar. Vor allem die Pakistani und Afghanen, so erläuterte Gabi Dettke, haben große Angst vor ihren Anhörungen. Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, fügte hinzu: „Durch das geänderte Asylverfahren ist bei allen Nationalitäten ein großer Druck entstanden und die Suizid-Gefahr steigt.“ Da diese Situation auch die Asylhelfer stark belastet, ist mehr Unterstützung für die Ehrenamtlichen, z. B. durch Supervision, angedacht.

Wer interessiert ist, im AK Asyl mitzuarbeiten, meldet sich per E-Mail bei Gabi Dettke (dettke.ak@ikvp-paf.de) oder telefonisch bei Sepp Steinbüchler, Tel. 08441 800922. Wieviel Zeit ein Asylhelfer im Einsatz ist, bleibt jedem selbst überlassen. Auch die Aufgaben sind sehr unterschiedlich, z. B. wird Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, beim Bearbeiten von Post und bei Arzt-, Bank- oder Behördenterminen gebraucht. Andere Ehrenamtliche geben Deutschunterricht, helfen beim Lernen oder bei Hausaufgaben, betreuen eine Familie, organisieren Freizeitaktivitäten oder übernehmen Patenschaften.

Dabei wird kein neuer Helfer „ins kalte Wasser geworfen“ oder allein gelassen, denn die Caritas bietet Crashkurse für Ehrenamtliche an, der AK Asyl stellt Arbeitsmaterialien für Deutschunterricht zur Verfügung und alle sechs Wochen gibt es ein AK-Treffen zur gegenseitigen Information, zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.
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