Lutz-Stipendiat Johann Reißer zu Gast am Schyren-Gymnasium

Freitag, 22. Juli, Lesung im Festsaal des Rathauses

Angenehm radikal wurde im Fach Deutsch der Schulalltag für circa 40 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b des Pfaffenhofener Schyren-Gymnasiums an diesem Mittwoch, 20.Juli, für eine Doppelstunde lang durchbrochen. Statt ihrer gewohnten Lehrkräfte und Schulbücher hatten sie einen echten Literaten samt dessen multimedialer Ausstattung bestehend aus einem mit Beamer und Lautsprechern verbundenen Laptop, Midi-Keyboard und einiger Klangkörper vor sich.

Der aus der Nähe von Regensburg stammende Wahl-Berliner Autor, Theatermacher und promovierte Literaturwissenschaftler Johann Reißer weilt noch bis Mitte August als von der Stadt Pfaffenhofen geförderter Lutz-Stipendiat in der Dichter-Wohnung des Flaschlturms. Dort wohnt und arbeitet er unter anderem an einem Text mit Pfaffenhofen-Bezug, den er am Freitag, 22. Juli, im Rahmen seiner Abschlusslesung im Pfaffenhofener Rathaus-Festsaal präsentieren wird.

Daneben treibt er sein eigenes Werk voran, aus dem er den Schülern und Lehrern der beiden Klassen an diesem Vormittag einige Kostproben aus erster Hand darbot. Eingerahmt von zwei Kurzgeschichten zu Beginn und zum Abschluss beinhaltete der Vortrag vor allem zwei thematische Lyrik-Blöcke: Gedichte, die sich in der ein oder anderen Form mit dem Thema Stadt und solche, die sich mit dem Thema Tier beschäftigen. Ob parasitärer Hirnwurm, eine mechanische Ente oder der Durazell-Hase – Johann Reißer vermittelte nicht nur, wie völlig unterschiedlich man sich in der Literatur inhaltlich einem thematischen Oberbegriff annähern kann. Mit einer Art Gedicht-Film-Collage („Benutzerrückkopplungsgedicht“), immer wieder einfließenden musikalisch-klanglichen Elementen oder einem Trailer zu seiner kürzlich stattgefundenen Leseperformance im Pfaffenhofener Fernmeldebunker versuchte er den Schülern auch die multimediale Kompatibilität und Funktionsweise der Lyrik im Vergleich zur Prosa näherzubringen, die beispielsweise der in der modernen Musik gängigen Methode des „Sampling“ ähneln kann.

Abschließend hatten Schüler und Lehrer im persönlichen Gespräch Gelegenheit, Fragen zum Schriftstellerleben und den gehörten Stücken zu stellen, von denen sie bereits zwei zuvor im Unterricht behandelt hatten.
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