Aus der Frühzeit des Eissports

Reges Treiben auf den Eisweihern (ca. 1935)
 
Die Hütte des Eislaufvereins mit dem begeisterten Eislaufnachwuchs (ca. 1935)

Schon seit über 100 Jahren wird in Pfaffenhofen Eissport betrieben. In den Anfangszeiten ermöglichte vor allem die Brauerfamilie Müller, die einige ihrer Eisweiher für den Wintersport zur Verfügung stellte, der Bevölkerung in den kalten Wintermonaten ein tolles Freizeitvergnügen.

Sport für jung und alt

Schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) tummelten sich an der Scheyerer und der Niederscheyerer Straße am damaligen Ortsrand von Pfaffenhofen Kinder, Jugendliche und Damen auf den Eisflächen. Mit einfachen, auf Kufen montierten Stiefeln glitten sie über das Eis und drehten Pirouetten. Männer aller Altersstufen kamen ebenfalls nicht zu kurz, sie lieferten sich beim Eisstockschießen heiße Duelle.
In den 1930er Jahren wurde erstmals ein Eislaufverein gegründet, dessen Mitglieder bei den Eisweihern ein kleines Häuschen aus Holz als „Vereinsheim“ errichteten. Der große Zulauf zum Eissport führte auch zur Bildung einer Eishockeymannschaft.

Neubeginn und Schaffung eines Eishockeyspielfelds

Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) kam es unter Kirchenmaler Jakob Holderried als Initiator zur Gründung eines Eislaufvereins (EV Pfaffenhofen). Dabei sollte auch die Tradition des Eishockeysports in Pfaffenhofen wiederbelebt werden.
Im Jahr 1950 wurde eine Wiese in der Nähe des alten Bades am Gerolsbach planiert und als Eislauf- und Spielfläche präpariert. In viel Eigenarbeit ebneten die Mitglieder die Fläche ein und legten, unterstützt von einem dem Eislaufsport verbundenen Geschäftsmann, eine Wasserleitung vom Gerolsbach dorthin, um sie in der kalten Jahreszeit in eine Eisplatte verwandeln zu können. In mehreren Nachtschichten spritzten die Eissportfreunde Wasser auf das Areal, um den Spielbetrieb 1951 aufnehmen zu können.

Spannende Duelle mit dem Puck und Unterhaltungsprogramme

Bereits in der ersten Saison kamen Gegner aus Moosburg und Landshut nach Pfaffenhofen. Um gut vorbereitet zu sein, absolvierten Pfaffenhofener Spieler Lehrgänge in Füssen, der damaligen westdeutschen Eishockey-Hochburg. Die Spiele wurden von zahlreichen Zuschauern, die sich dicht am Spielfeldrand drängten, verfolgt. In den Drittelpausen sorgten bekannte Eiskunstläufer und -läuferinnen ebenso für Unterhaltung wie eigens engagierte Eiskomiker, die heitere Einlagen gaben. Nach der Wintersaison gehörte es für die Mitglieder des EV Pfaffenhofen zur selbstverständlichen Pflicht, den Platz rechtzeitig für die im Mai beginnende Badesaison ordentlich an die Stadt zu übergeben.

Erfolgreicher Neustart nach langer Pause

Die Hochzeit des Eissports in Pfaffenhofen währte nicht lange. Sowohl die nachlassende Aktivität der Mitglieder wie auch die unsichere Wetterlage, die keine sichere Spielzeit über eine Saison hinweg für das Eishockey zuließ, führten 1954 zum Ende der selbständigen Aktivitäten des EV Pfaffenhofen. Damals wurden die Gründung einer Eissportabteilung beim MTV und zugleich die Gründung eines Tennisvereins erwogen, um die Spielfläche auch im Sommer zu nutzen. Der Eislaufplatz wurde 1967 geschlossen, sodass Kinder und Jugendliche einige Jahre lang überhaupt keine Eislaufmöglichkeiten mehr besaßen.
Wenige Jahre später kam es zu einem Neubeginn. Insbesondere durch das Engagement von Emil Hammer und verbunden mit der Gründung des EC Pfaffenhofen im Jahr 1970 erlebte der Eissport in Pfaffenhofen wieder eine Renaissance. Der Bau einer Sportanlage in der Nähe des damals neu errichteten Freibads an der Ingolstädter Straße ermöglichte neben dem Breitensport für Eisläufer und Stockschützen den erfolgreichen Neuanfang für das Pfaffenhofener Eishockey.
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