Aufstellung und Segnung der Mutter Teresa-Statue mit großem albanisch-deutschen Fest gefeiert

Nach der Enthüllung: Vertreter der verschiedensten Kirchen und Religionen freuen sich über die Mutter-Teresa-Statue.
 
Der katholische Bischof Dode Gjergji aus dem Kosovo segnete die Statue.
Montagabend im Fernsehen!
Albanische und kosovarische Prominenz aus Kirche, Gesellschaft und Politik fanden am Samstag den Weg nach Pfaffenhofen: Der hiesige Albanisch-Deutsche Kulturverein Sali Çekaj hatte zur Segnung seiner neu aufgestellten Mutter-Teresa-Statue am Pfarrplatz eingeladen und alle kamen. Hohe christliche, orthodoxe und muslimische Würdenträger sowie Botschafter, Generalkonsul und zahlreiche weitere Ehrengäste, darunter auch zwei Ordensschwestern der von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ im bekannten weiß-blauen Habit. Und gleich ins Auge stachen auch die Kinder und Jugendlichen der Tanzgruppen aus Pfaffenhofen und aus Baden bei Wien in ihren albanischen Trachten.

Das Fest fand bei strahlendem Sonnenschein auf dem Pfarrplatz statt – bis ein kräftiger Regenschauer die Gäste ins Pfarrheim trieb. Den Auftakt bildete ein Wortgottesdienst in der Stadtpfarrkirche, der von Organistin Barbara Muthig und den beiden Sopranistinnen Alma Civeja und Lurde Idrizi mit dem „Ave Maria“ und dem Mutter Teresa-Lied musikalisch sehr schön gestaltet wurde.

„Es ist schon eine außergewöhnliche Feier“, erklärte Pastoralreferent Sepp Steinbüchler, der die Segnungsfeier und den Wortgottesdienst leitete. Immerhin sind die meisten Mitglieder des Albanisch-Deutschen Vereins Muslime – und sie stiften die Statue einer katholischen Ordensfrau. Und auch wenn die aus Albanien stammende Mutter Teresa demnächst vom Papst heiliggesprochen wird, ist sie doch in allererster Linie das Symbol für Humanismus, für gelebte Nächstenliebe, unabhängig von der Religion. Oder, wie Osman Ferizi, der Vorsitzende von Sali Çekaj es ausdrückte: „Sie ist das geistige Symbol des albanischen Volkes und ein großes Symbol der Liebe; für uns ein Vorbild für den Einsatz gegen Armut und Ausgrenzung sowie für Nächstenliebe und Toleranz.“

Der Albanisch-Deutsche Kulturverein ist, wie Sepp Steinbüchler erläuterte, bereits seit über zehn Jahren in Pfaffenhofen interkulturell und interreligiös tätig und einige Mitglieder betreuen auch Flüchtlinge im AK Asyl. Darüber hinaus unterstützt Sali Çekaj regelmäßig Obdachlose in Albanien und im Kosovo und baut dort Häuser für Arme, die seit dem Jugoslawienkrieg in Zelten leben.

Der katholische Bischof Dode Gjergji war eigens aus dem Kosovo angereist und er hielt seine Predigt in der Stadtpfarrkirche auf Deutsch. Die anschließende Segnung der Statue führte er gemeinsam mit Vertretern verschiedener Religionen, darunter auch Xhevat Kryeziu, Imam der islamischen Gemeinde des Kosovo, Haxhi Baba Edmond Brahimaj, albanischer Sufi-Geistlicher, Abt Nikoll Marku von der katholisch-orthodoxen Glaubensgemeinde Albaniens sowie Dr. Volker Stagge von der Neuapostolischen Kirche Pfaffenhofen und Sepp Steinbüchler durch.

Kinder und Jugendliche in albanischen Trachten legten Blumen vor der Statue nieder und die albanische Tanzgruppe aus dem österreichischen Baden führte Volkstänze auf. Die lange Reihe der Grußworte eröffnete Skender Xhakaliu, der Botschafter der Republik Kosovo. Er würdigte Mutter Teresa als „herausragende Persönlichkeit der Zeit- und Kirchengeschichte und Humanistin durch und durch“.

Als Vertreter der Stadt Pfaffenhofen bedankte sich 2. Bürgermeister Albert Gürtner beim Verein Sali Çekaj, der seit vielen Jahren wichtige Arbeit in Pfaffenhofen leistet. „Die Familien sind integriert, aber sie pflegen ihre Kultur“, erklärte Gürtner und versprach eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der Bronzeskulptur, „die als Symbol für Nächstenliebe hier an der richtigen Stelle steht“.

Zur Einweihungsfeier waren auch Fernsehteams aus Albanien, vom Bayerischen Rundfunk und vom Ingolstädter Regionalfernsehen INTV gekommen.
Das Bayerische Fernsehen sendet seinen Beitrag am Montag in der Abendschau (Beginn 17.30 Uhr) und INTV berichtet am Donnerstag im Studio Pfaffenhofen.
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