Informationsveranstaltung Windenergie in Pfaffenhofen

Bürgermeister Thomas Herker Hinten von links: Stadtbaumeister Gerald Baumann, Sachgebietsleiter Florian Zimmermann, Klimaschutzmanager André Adler, Dr. Sebastian Brandmayr, Technischer Leiter der Stadtwerke, Nadja Fischer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Gaby Töpfer-Hofmann vom Planungsbüro ANUVA.
Zum geplanten Bau von drei Windkraftanlagen im Förnbacher Forst fand am 28. September die zweite PAF und DU-Veranstaltung im Festsaal des Rathauses statt. In der Folgeveranstaltung wurde über die öffentliche Darlegung der Abwägungen zum Bebauungsplan Nr. 163 „Sondergebiet Bürgerwindpark Pfaffenhofen“ ausführlich informiert.
Für Fragen aus dem Publikum stand ein Team von Experten zur Verfügung. Als Moderator führte Prof. Dr. Manfred Miosga von KlimaKom durch den Abend.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Herker gab Stadtbaumeister Gerald Baumann eine Übersicht über den grundsätzlichen Ablauf und zum bisherigen Stand des Bebauungsplanverfahrens, über dessen Weiterführung am 23. Oktober ein Bürgerentscheid stattfindet.

Die Stadt hatte in der Zeit vom 12. Juli bis 22. August die frühzeitige Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Der Entwurf des Bebauungsplans war in diesem Zeitraum öffentlich ausgelegt, so dass die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung der Planung hatten.
Florian Zimmermann, Sachgebietsleiter der Stadtentwicklung, erläuterte ausführlich die dabei angesprochenen Themenschwerpunkte und die hierzu eingegangenen Einwände, Hinweise und Anregungen.
Insgesamt gingen circa 30 Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Nachbarkommunen zum Bebauungsplan ein. Schwerpunktmäßig bezogen sich die Stellungnahmen auf die Themen Infraschall, den Flächenverlust des Förnbacher Forstes sowie auf den Natur- und Artenschutz.

Eventuelle gesundheitliche Folgen von Infraschall wurden an diesem Abend ausführlich diskutiert. Bedenken bezogen sich darauf, dass die Auswirkungen von Infraschall erst in der Erforschung seien und noch keine belastbaren Aussagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen würden. Frau Professorin Caroline Herr vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wies bei der Klärung des Sachverhalts auf zwei Publikationen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (2014) und der Landesanstalt für Umwelt Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (2016) hin. Die zentrale Aussage der Expertin war, dass der von Windrädern ausgesandte Infraschall zwar grundsätzlich messbar, aber für den Menschen aufgrund der Distanz zwischen Windrädern und Wohnort nicht hör- beziehungsweise wahrnehmbar sei. Deshalb seien auch keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten.

Neben der menschlichen Gesundheit wurden mehrfach Bedenken bezüglich des Förnbacher Forstes geäußert. Befürchtet wird ein Flächenverlust des Förnbacher Forstes durch die Errichtung der Windkraftanlagen und der hierfür benötigten Wege. In der öffentlichen Abwägung erklärte die Stadtverwaltung, dass von den circa 600 ha Forst jedoch nur circa 2 ha benötigt werden, die aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs durch circa 2,5 ha ausgeglichen werden.

Viele der Bürgerinnen und Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange äußerten Befürchtungen bezüglich des Natur- und Artenschutzes. Verallgemeinernd kann festgestellt werden, dass die Bedenken hierzu sachlich nicht begründet sind. Beispielsweise ist die Vogelschlaggefahr bei Kranichen laut der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt Brandenburg sehr gering, da seit 2002 lediglich 15 Schlagopfer in Deutschland bei jährlich circa 250.000 ziehenden Kranichen dokumentiert wurden. Diverse Vogelarten, insbesondere der Rotmilan oder der Uhu, wurden zudem im Artenschutz-Gutachten untersucht. Eine Betroffenheit konnte nicht ermittelt werden, beziehungsweise sind geeignete Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel ein Gondelmonitoring für Fledermäuse, vorgesehen.

Mit den vorgestellten Abwägungserwägungen setzte sich am 29. September der städtische Bauausschuss auseinander und fasste mehrheitlich den Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfes.
Bei dem per Ratsbegehren angestoßenen Bürgerentscheid am 23. Oktober „Saubere Energie aus Windkraft“ sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, über die prinzipielle Fortsetzung des vom Stadtrat mehrheitlich befürworteten Bauleitplanverfahrens abzustimmen.

Eine Aufnahme der Informationsveranstaltung vom 28. September finden sie unter www.pfaffenhofen.de/windenergie.
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