Zukunftsforum Kernstadt: Das Wachstum begrenzen!

  Pfaffenhofen muss Pfaffenhofen bleiben. Deshalb soll das Wachstum der Stadt in den kommenden Jahren auf ein verträgliches Maß begrenzt werden. Zudem soll die Pfaffenhofener Baukultur bewahrt und dort geschützt werden, wo Nachverdichtungen den Charakter von Wohnquartieren zerstören könnten. Dies war die Meinung der Bürger beim Zukunftsforum Kernstadt am vergangenen Dienstag.

Im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans fand am 14. Juni 2016 mit dem Zukunftsforum Kernstadt nun das letzte von vier thematischen Zukunftsforen statt, in denen die Pfaffenhofener Bürger die Möglichkeit hatten, die Zukunft ihrer Stadt mit zu gestalten. In drei Zukunftsforen im April wurden die Themen Landschaft, Mobilität und Ortsteile behandelt.

In offener und konstruktiver Atmosphäre wurden anhand von drei Fragestellungen die vom Stadtrat in der Klausurtagung im März festgelegten Leitlinien zur Siedlungsentwicklung hinterfragt. Im Ergebnis zeigte sich – wie auch schon bei den vorangegangenen Zukunftsforen – eine erfreuliche Übereinstimmung der Bürger mit den vom Stadtrat vorgeschlagenen Leitlinien.

Sinnvolles Wachstumsziel
So bestätigten die Bürger in der Diskussion der Frage des Wachstumsziels, dass eine Wachstumsbegrenzung auf 0,5-1% Wachstum pro Jahr als sinnvoll angesehen wird. Damit plant Pfaffenhofen im neuen Flächennutzungsplan mit einem Zuwachs von bis zu 4.000 Einwohnern in den kommenden 15 Jahren.
Wie viele auch neu auszuweisende Bauflächen hierfür benötigt werden, hängt maßgeb-lich davon ab, wie viel Nachverdichtung in bestehenden Quartieren ermöglicht und welche Dichten in Neubauquartieren angenommen werden. Hierüber wurde anhand von Fotos und Luftbildern bereits erfolgter Neubebauungen intensiv diskutiert.

Im Ergebnis wurde die vorgeschlagene Dichte, die der Stadtrat mit durchschnittlich 40 Einwohnern je Hektar recht moderat angesetzt hat, von den Bürgern im Zukunftsforum sogar eher als Untergrenze angesehen. Insbesondere soll nach ihrer Auffassung in innenstadtnahen Bereichen zugunsten des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden eine höhere Dichte vorgesehen werden.

Nachverdichtung mit Augenmaß
Zur Nachverdichtung in bestehenden Wohnquartieren begrüßten die Bürger ausdrücklich das beabsichtigte Vorgehen der Stadt, die hierzu eine Nachverdichtungsstudie erstellen lassen möchte. Ziel ist es, keine einheitliche Aussage für alle Wohngebiete zu treffen, sondern je nach Gebietscharakter zu entscheiden, in welchem Quartier welche Nachverdichtung möglich sein soll. Damit kann die Pfaffenhofener Baukultur gewahrt werden, eine Forderung, die auch schon bei der Zukunftswerkstatt im Februar von den Bürgern vehement gefordert worden war und deshalb auch als eigene Leitlinie vom Stadtrat übernommen wurde.

In der Umsetzung wünschen sich die Bürger, dass die Instrumente zur Steuerung der Baulandpreise für Einheimische auch auf die Steuerung der Mietpreise ausgedehnt werden. Außerdem sollen nach Forderung der Bürger Folgekosten der Baulandentwicklung von denjenigen Grundeigentümern getragen werden, die Baurecht erhalten.

Entwicklungsperspektiven für ortsansässige Betriebe
Zum dritten Diskussionsthema, das sich mit der Gewerbeentwicklung beschäftigte, gab es keinen Diskussionsbedarf. Die vom Stadtrat festgelegten Leitlinien werden auch von den Bürgern mitgetragen. So sollen etwa die Entwicklungsmöglichkeiten ortsansässiger Betriebe besondere Beachtung finden und sich Gewerbegebiete nicht „schleichend“ zu Wohngebieten entwickeln.

Die Ergebnisse aller vier Zukunftsforen werden nun im Steuerungsteam diskutiert, in dem alle Fraktionen, die Verwaltung, das Planungsteam sowie Vertreter von einigen Institutionen wie den Stadtwerken vertreten sind.

Die nächsten Schritte
Auf Basis der dort abschließend formulierten Ziele und Leitlinien wird das Planungsteam USP-BBP-Gevas dann in die konkrete Planung einsteigen und die Sommerpause zur Erstellung eines ersten Entwurfs nutzen. Dieser wird im Herbst mit den Fachgremien und dann Anfang kommenden Jahres mit den Bürgern diskutiert werden.
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