Übungseinsatz im Freibad: Gasaustritt im Gebäude

  Diese Einsatzmeldung erreichte die Feuerwehr im Rahmen ihrer Gefahrstoffübung am Samstag, den 14.9.2019. Viermal im Jahr übt die Fachgruppe Gefahrgut / Chemikalienschutzanzüge der Feuerwehr Pfaffenhofen den Umgang und die professionelle Abarbeitung verschiedener Einsatzszenarien des Alarmstichworts ABC, welches allgemein für Gefahrstoffunfälle steht. Der Umgang mit Gefahrstoffen erfordert von den Einsatzkräften neben zusätzlichem Wissen auch eine deutlich höhere körperliche Leistungsbereitschaft.

Nachdem der Alarm die Feuerwehr erreicht hatte, machten sich insgesamt 15 Feuerwehrangehörige auf den Weg zum städtischen Eisstadion. Am Einsatzort wurden sie bereits von einem Mitarbeiter der Stadtwerke erwartet, welcher ihnen die Lage schilderte. Nach einer Erkundung durch den Einsatzleiter wurde vermutet, dass es sich um einen Ammoniak-Austritt im Untergeschoss des Eisstadions mit mehreren verletzten Personen handele. Das farblose, stechend riechende Gas Ammoniak wird in Kälteanlagen, wie beispielsweise im Eisstadion, als Kältemittel eingesetzt. Beim Austritt dieses Stoffes besteht aufgrund seiner reizenden und ätzenden Wirkung und der möglicherweise vorherrschenden Explosionsgefahr große Gefahr für Personen, die diesem Stoff direkt ausgesetzt sind. Die Gefahrenlage am Einsatzort veranlasste den Einsatzleiter, drei Angriffstrupps mit Chemikalienschutzanzügen ausrüsten und einen Dekontaminationsplatz aufbauen zu lassen. Chemikalienschutzanzüge sind im Gegensatz zur normalen persönlichen Schutzausrüstung eines Feuerwehrdienstleistenden gasdicht und chemikalienresistenten. Dadurch wird das Arbeiten in Umgebungen, welche durch Chemikalien kontaminiert sind, möglich.

Nachdem der Dekontaminationsplatz, welcher zur Reinigung von kontaminierten Personen und Einsatzkräften dient, aufgebaut war, gingen zwei Angriffstrupps zur weiteren Erkundung und Personenrettung vor. Die vorrückenden Einsatzkräfte konnten die erste Lagemeldung gegenüber der Einsatzleitung bestätigen und begannen umgehend mit der Personenrettung. Die verletzten Personen, die von unserer Jugendfeuerwehr und einem Mitarbeiter der Startwerke dargestellt wurden, konnten schnell aus dem Gefahrenbereich gerettet, dekontaminiert und medizinisch erstversorgt werden. Parallel zur Personenrettung wurden laufend Messungen durchgeführt und eine Widerstandslinie mittels tragbarem Monitor, umgangssprachlich auch als Wasserwerfer bezeichnet, aufgebaut. Der durch den Einsatz des Monitors entstehende Wasserschleier dient dazu, entstandene Dämpfe niederzuschlagen und eine weitere Gefahrstoffausbreitung zu verhindern.

Nach der Rettung aller verletzter Personen war die Ursache für den Austritt schnell gefunden. Ein defekter Schieber am Verdichter der Kältemaschine führte zum Austritt des Gefahrstoffs. Die Leckage wurde durch den dritten Angriffstrupp abgedichtet. Abschließend mussten die noch verbleibenden Träger der Chemikalienschutzanzüge von den Feuerwehrdienstleistenden am Dekontaminationsplatz gereinigt und entkleidet werden.

Nach gut drei Stunden konnte die Übung für erfolgreich beendet erklärt werden. Bei dieser Übung konnte die Feuerwehr Pfaffenhofen wieder einmal unter Beweis stellen, dass auch extrem komplexe und nicht alltägliche Einsatzstellen von den Einsatzkräften schnell und professionell abgearbeitet werden.
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