Pfaffenhofener Feuerwehrmann bei Wettkampf in Weißrussland

 

Sebastian Schindlbeck aus Pfaffenhofen und Daniel Rehermann von der Feuerwehr München starteten erstmals bei der Firefighter Combat Challenge in Weißrussland.

Da das Sportteam der Feuerwehr Pfaffenhofen nicht nur europaweit an Feuerwehrwettkämpfen teilnimmt, reisten Sebastian Schindlbeck (38) von der Feuerwehr Pfaffenhofen und Daniel Rehermann (33) von der Feuerwehr München Mitte September nach Minsk/ Belarus. Dort wurde zum zweiten Mal eine Firefighter Combat Challenge ausgetragen, bei der Männer und Frauen aus elf Nationen starteten. Die beiden Deutschen waren die ersten Teilnehmer aus Deutschland, die bei dem Wettkampf in Belarus antraten.

Die Firefigher Combat Challenge ist ein Wettbewerb, der Feuerwehrmännern und -frauen körperlich alles abverlangt. In einem simulierten Brandeinsatz muss ein 20 kg schwerer Feuerwehrschlauch in den dritten Stock getragen werden. Ein weiterer Schlauch muss gleichermaßen über das Geländer in den dritten Stock hochgezogen werden. Danach geht es über die Treppenwieder nach unten, um an der sog. „Kaiser Force Machine“ mittels eines 4kg Hammers symbolisch eine Türe aufzubrechen. Weiter geht es mit einem Slalomlauf über 42m, dem Ausziehen eines 22m langen gefüllten Schlauchs und dem Umspritzen eines Ziels. Zum Schluss muss noch eine 80kg schwere Puppe rückwärts über 30m ins Ziel gezogen werden. Alle Aufgaben werden mit kompletter Feuerwehrschutzausrüstung und Atemschutzgerät bewältigt.

Bei den Einzelwettkämpfen belegten Schindlbeck den 13. Platz und Rehermann den 36. Platz in ihren jeweiligen Altersklassen. Aber auch beim Tandem- und Staffellauf starteten die beiden Bayern. Da der Staffellauf von fünf Teilnehmern gemeistert werden muss, stellten die beiden Deutschen kurzerhand das einzige multinationale Team mit Unterstützung aus Weißrussland und Russland auf die Beine. Trotz drei unterschiedlicher Sprachen und der Tatsache, dass die Feuerwehrmänner noch nie miteinander trainiert hatten, gelang es den Männern, sich innerhalb der zehn besten Staffeln zu qualifizieren. Leider schied das gemischte Team aber später im Achtelfinale gegen den späteren Sieger, die Feuerwehr Brest, aus.

Für Schindlbeck war es nicht der erste Wettkampf dieser Art, wohingegen Daniel Rehermann zum ersten Mal bei der Challenge startete: „Ich hätte nie gedacht, dass es so hart ist. Jede Disziplin an sich ist schon anstrengend genug, aber alles zusammen unter Atemschutz ist die Hölle“.

Im Rahmen der Reise konnten die beiden bayerischen Feuerwehrmänner aber auch viel über den Brand- und Katastrophenschutz in Belarus lernen. So besuchten sie das Feuerwehrmuseum der Stadt Minsk und besichtigten mehrere Feuerwachen auf denen Spezialgeräte zur Wasserrettung und eine 50m hohe Drehleiter zu sehen waren. Absolutes Highlight des Rahmenprogramms war jedoch die Besichtigung der Hubschrauberstaffel des Katastrophenschutzes von Belarus. Abgerundet wurde die Reise von diversen Einladungen durch die Gastgeber zu typisch belarussischen Festen und einem Grillabend incl. Saunagang in einer Banja.

Für beide Feuerwehrleute war es eine unglaubliche Reise mit vielen teils sehr emotionalen Momenten. Besonders beeindruckt waren Schindlbeck und Rehermann von dem sehr gut organisierten Ablauf der Challenge und der großen Gastfreundschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass Beide viele Freundschaften geschlossen haben und einem Wiedersehen im nächsten Jahr auf Minsker Boden nichts im Wege steht.
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