Noch näher am Bürger: Neuorganisation der Stadtverwaltung Pfaffenhofen

Die Amtsleiterrunde ist größer geworden (von links): Stadtbaumeister Gerald Baumann, Jürgen Ostermeier (Organisation, Personal und IT), Geschäftsleiter Florian Erdle, Bürgermeister Thomas Herker, Hauptamtsleiter Hans-Dieter Kappelmeier, Stadtkämmerin Claudia Jonas, Kathrin Maier (Familie, Bildung und Soziales).
 
Die neue Amtsleiterin Kathrin Maier mit den Sachgebietsleitern Christoph Höchtl (links) und Daniel Riegel
Mit der Einrichtung eines fünften Amtes „Familie, Bildung und Soziales“ im Pfaffenhofener Rathaus zu Anfang Juli 2018 ist die Neuorganisation der Stadtverwaltung wieder einen großen Schritt vorangekommen. Das Wachstum der Stadt, immer neue gesetzliche Anforderungen und nicht zuletzt die Ausrichtung auf die vielschichtigen Belange der Pfaffenhofener Bürgerinnen und Bürger schlagen sich insbesondere seit 2011 auch in der Organisation der Stadt Pfaffenhofen nieder.

Bürgermeister Thomas Herker fasste die Zielsetzung der Neuorganisation folgendermaßen zusammen: „Die Entwicklung der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm in den letzten zehn Jahren war kein Selbstzweck der Verwaltung. Leitgedanke war immer, die Stadt und ihre Angebote noch näher an die Bürgerinnen und Bürger heranzubringen.“

Bis Mitte 2011 gliederte sich die Stadtverwaltung noch unverändert in die seit Jahrzehnten bestehenden drei Ämter Haupt- und Ordnungsamt, Kämmerei und Bauamt. In diesen Ämtern wurde ein vielfältiges Aufgabenspektrum bearbeitet. Das Haupt- und Ordnungsamt deckte mit Kindertagesstätten, Ordnung, Personal und Kultur das breiteste Aufgabenspektrum ab.

Anschub für Veränderungen
Ausgangspunkt für die Veränderungen bei der Stadt war die Schaffung eines eigenen Amtes für die Querschnittsaufgaben Organisation, Personal und IT, das zum 1. Juli 2011 mit Amtsleiter Jürgen Ostermeier besetzt wurde. Schritt für Schritt wurden hier die Weichenstellungen für die weitere Neuorganisation der Ämter sowie die Neugründung bzw. Neuausrichtung der städtischen Beteiligungen und der Stiftung konzipiert und umgesetzt. Im Amt ist seit 2012 auch der städtische Breitbandpate angesiedelt, der den Ausbau des schnellen Internets im Stadtgebiet und in den Ortsteilen vorantreibt.

Bürgerservice großgeschrieben
Im Haupt- und Ordnungsamt wurde 2009 der Service im Bürgerbüro mit ausgeweiteten Öffnungszeiten und einem umfangreichen Leistungsangebot ausgebaut. 2012 wurden die Bereiche Kulturmanagement und Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut. Die Bandbreite und das Angebot an kulturellen Highlights haben sich seitdem vervielfacht. Im Jahr 2015 wurde ein Klimaschutz- und 2018 ein Nachhaltigkeitsmanagement installiert, um den hochgesteckten Zielen im Sinne künftiger Generationen Rechnung zu tragen. Das Amt steht unter bewährter Leitung von Hans-Dieter Kappelmeier.

Wirtschaftsförderung – Kurzer Weg für Unternehmer
Schon im Jahr 2009 wurde mit der Gründung der Wirtschafts- und Servicegesellschaft mbH ein städtischer Fokus auf die Stärkung der lokalen und regionalen Wirtschaft gelegt. Damit konnten Wirtschaftsförderung, Standortvermarktung und Innenstadtentwicklung noch besser vorangetrieben werden. Als Geschäftsführer kümmert sich von Anfang an Matthias Scholz um die Belange der bestehenden und künftigen Unternehmer und Gewerbetreibenden der Stadt.

Kommunalunternehmen Stadtwerke Pfaffenhofen: „Wir kümmern uns“
Als weiterer großer Schritt wurde der Großteil der betrieblichen Bereiche der Stadt an das zum 1. Januar 2013 neu gegründete Kommunalunternehmen Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm übertragen. Neben den Kernbereichen Bauhof, Wasser, Abwasser, Friedhof und Parkgaragen sind die Stadtwerke inzwischen auch in den Strom- und Gasvertrieb eingestiegen und verantworten zusammen mit dem Bayernwerk den Betrieb des Strom- und Gasnetzes in Pfaffenhofen. Seit 2016 wird die Reinigung aller städtischen Liegenschaften durch die Stadtwerke in Eigenregie durchgeführt. Weitere Bereiche wie der Betrieb der städtischen Bäder, des Stadtbusses oder von Fernwärme- oder Breitbandnetzen sollen folgen. Kommunale Infrastruktur in einer Hand – und zwar in der Hand der Bürger –, sichere und sozialverträgliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort waren hier die Leitgedanken für die Entscheidungen des Stadtrats. Mit Stefan Eisenmann, Vorstand der Stadtwerke, und Dr. Sebastian Brandmayr, Technischer Leiter und Prokurist, verantworten zwei Vordenker für die Sicherung der kommunalen Daseinsvorsorge die Geschicke des kommunalen Unternehmens.

„Wir bauen für Sie“
Prägend für das Stadtbild im Hoch- und Tiefbau und in der Stadtentwicklung ist das im Jahr 2014 neu organisierte Bauamt. Neben der Anpassung der Personalausstattung auf die neuen Anforderungen und Projekte wurde das Sachgebiet Stadtentwicklung neu geschaffen, das nun zusammen mit Stadtbaumeister Gerald Baumann eine geordnete, zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung der Stadt verantwortet. Bei der aktuellen Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes konnte die Stadtentwicklung unter Beweis stellen, dass unter Einbeziehung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger eine generationengerechte Entwicklung Pfaffenhofens verwirklicht wird.

Wohnungsmarkt – Die Schwächeren im Blick
Als Brennpunkt kristallisierte sich 2015 der Wohnungsmarkt und hier besonders die fehlenden Sozialwohnungen heraus. Nach 18 Jahren Pause wurde schon 2012 die Investitionstätigkeit im Sozialwohnungsbau wieder aufgenommen. Im Jahr 2016 wurden die seit langem bestehenden Aktivitäten der Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH weiter verstärkt und die bisherige Ein-Mann-Gesellschaft personell aufgestockt, um die Geschwindigkeit im sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Alle rund 200 Wohnungen und rund 20 Gewerbeeinheiten der Stadt, der Stiftung und der Wohnungsbaugesellschaft werden nun darüber hinaus zentral verwaltet und betreut. Aktuell sind 36 Wohneinheiten im Bau und rund 80 Wohneinheiten in der Planung.

Verantwortungsvoller Umgang mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger
Große Bauprojekte wie der Neubau der Grund- und Mittelschule und der anstehende Neubau des Hallenbades sowie die mit den Aufgabenmehrungen verbundenen steigenden Personal- und Sachausgaben setzen eine solide Finanzführung voraus. In dem 2017 begonnenen Prozess wurde eine Fokussierung der Kämmerei auf finanzwirtschaftliche, vermögensrechtliche und strategische Aufgaben beschlossen. Die bisher in der Kämmerei angesiedelten Zuständigkeiten wie die Aufgaben des Schulaufwandsträgers, die Führung des Freibads oder die Verantwortung für die Sportstätten wurden und werden auf andere Bereiche übertragen. Die Kämmerei konzentriert sich auf den Haushalt, die Steuern, das Vermögen sowie auf das Vertragswesen und die städtischen Beteiligungen. Dabei sollen auch die Stadträte in ihren Aufgaben als Aufsichts- und Verwaltungsräte stärker unterstützt werden. Mit dem Ausscheiden des Stadtkämmerers Rudolf Koppold zum 1. Juni 2018 hat Claudia Jonas die Verantwortung für die Finanzen der Stadt übernommen.

Geborgenheit für Generationen
Das aktuellste Projekt ist die zum 1. Juli 2018 umgesetzte Schaffung des Amtes für Familie, Bildung und Soziales. Hier sind alle Aufgaben rund um die sozialen und existenziellen Bedürfnisse der Bürger unter einem Dach vereint. Die Zuständigkeit für Kindertagesstätten, Schulen, Renten- und Sozialberatung, Seniorenbüro, Jugendpflege und Integration zeigt das Breite Verantwortungsfeld der Sozialpädagogin und neuen Amtsleiterin Kathrin Maier auf. Rund ein Drittel der 320 Beschäftigten der Stadt sind im Sozial- und Erziehungsdienst beschäftigt, die nun aus dem Haupt- und Ordnungsamt herausgelöst wurden.

Im Sinne der Stifter – Existenzsicherung für sozial schwächere Senioren
Die Neuausrichtung der von der Stadt verwalteten Heilig Geist und Gritsch´schen Fundationsstiftung wird derzeit vorangetrieben. Nach der Neuordnung des Altenheimbetriebes soll die Stiftung eine zeitgemäße handlungsfähige Struktur mit Stiftungsvorstand und -rat erhalten, die eine Unterstützung von alten, bedürftigen Menschen in Pfaffenhofen im Sinne der Stifter ermöglicht.
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