Dreijähriger Prozess mit viel Bürgerbeteiligung erfolgreich beendet: Neuer Flächennutzungsplan ist ein wichtiges Mittel der Stadtentwicklung

Bürgerbeteiligung war bei der Entwicklung des neuen Flächennutzungsplans ganz wichtig.
 
Ein Ausschnitt aus dem neuen Flächennutzungsplan: In Affalterbach und Uttenhofen sind Flächen für Wohnbebauung vorgesehen (ross-weiß schraffiert).
 
Wie soll Pfaffenhofen in 20 Jahren aussehen? Darüber machten sich Bürger, Stadträte und Fachplaner bei der Entwicklugn des Flächennutzugnsplans Gedanken.
Der neue Flächennutzungsplan der Stadt Pfaffenhofen samt integriertem Landschaftsplan und Verkehrsentwicklungsplan ist beschlossene Sache. Damit wurde ein überaus wichtiger Schritt für die Stadtentwicklung getan. Mit dem einstimmigen Stadtratsbeschluss wurde ein dreijähriger Prozess erfolgreich zum Abschluss gebracht, der sich vor allem durch eine intensive Bürgerbeteiligung auszeichnete.

In das aufwändige Verfahren wurden verschiedene Behörden, externe Fachleute und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger mit einbezogen. So gab es bereits 2016 eine umfangreiche Bürgerbeteiligung mit Infoabenden und vier „Zukunftsforen“ zu den Themen Mobilität, Landschaft, Kernstadt und Ortsteile. Außerdem wurden Arbeitsgruppen, auch mit externen Fachleuten, anderen Behörden, wie z. B. dem Wasserwirtschaftsamt, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Straßenbauamt oder der Polizei zu den verschiedenen Themenfeldern gegründet. Darüber hinaus fanden mehrere Klausurtagungen des Stadtrats statt und es gab Infoabende und Workshops. Jetzt geht der Flächennutzungsplan ans Landratsamt, und mit der offiziellen Genehmigung, die in etwa drei Monaten erwartet wird, ist er rechtswirksam.

Der Flächennutzungsplan hat erfahrungsgemäß eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren und setzt den Rahmen für die weitere Entwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile. Wo sollen Wohn- oder Gewerbegebiete entstehen, wo darf in den Ortsteilen gebaut werden und wo soll die Landschaft unberührt bleiben? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der Flächennutzungsplan, und dabei geht es keineswegs „nur“ um Bebauung, sondern auch um Verkehr, um Natur und letztlich um die Menschen in Pfaffenhofen.

„Der Rahmen ist gesetzt – was wir draus machen, liegt jetzt bei uns“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker in der Stadtratssitzung und dankte allen Beteiligten, die am Flächennutzungsplan mitgearbeitet hatten. Und das waren viele – neben dem Stadtrat, dem Stadtbauamt, dem beauftragten Planungsbüro und weiteren Experten nicht zuletzt auch Vereine und Verbände sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich an Workshops, Infoveranstaltungen und Zukunftsforen beteiligten und ihre Anregungen und Wünsche mit einbrachten.

Die Bürgerbeteiligung war sehr intensiv und die Planerin Sonja Rube vom interdisziplinären Planungsteam USP-BBP-Gevas freute sich, dass „es gelungen ist, die Bürgerwünsche fast komplett umzusetzen“. Auch die Stadträte hatten in vier Klausurtagungen, etlichen Sitzungen und in verschiedenen Arbeitsgruppen sehr intensiv und konstruktiv mitgearbeitet – über alle Parteigrenzen hinweg – und so entstand, wie Sonja Rube betonte, „nicht das Werk der Planer, sondern ein gemeinsames Werk der ganzen Stadt“.

Eine weitere Besonderheit des neuen Pfaffenhofener Flächennutzungsplanes ist die gleichzeitige Erstellung des Landschaftsplans und des Verkehrsentwicklungsplans. So konnte interdisziplinär gearbeitet werden und die unterschiedlichen Belange wurden aufeinander abgestimmt.

Insgesamt enthält der Flächennutzungsplan ein Potenzial von etwa 110 Hektar Wohnbauflächen (inklusive Baulücken) und rund 80 Hektar Gewerbeflächen. Die bauliche Entwicklung geht vor allem in Richtung Osten: Da entsteht in nächster Zeit das Baugebiet Pfaffelleiten an der Äußeren Moosburger Straße. Perspektivisch ist eine Erweiterung der Hipp-Siedlung nach Osten vorgesehen und das EcoQuartier wird ebenfalls nach Osten erweitert. In Weihern ist außerdem die Ausdehnung der Wohnbebauung in Richtung Innenstadt bzw. Bahn geplant. Neue Baugebiete sind zudem in den Ortsteilen Affalterbach, Uttenhofen, Tegernbach und Ehrenberg vorgesehen.

Auch neue Gewerbeflächen sind vorgesehen, und zwar ganz aktuell im Sandkrippenfeld, außerdem an der Krankenhausstraße und – in größerem Ausmaß – am Kuglhof in Richtung Süden.

Leitlinien der Siedlungsentwicklung
Zu den grundsätzlichen Leitlinien, die dem Flächennutzugsplan zugrunde liegen, gehören eine behutsame Siedlungsentwicklung und eine Wachstumsbegrenzung auf 0,5 bis ein Prozent Einwohnerzuwachs pro Jahr. Die wesentliche bauliche Entwicklung soll also in der Kernstadt stattfinden, und jegliche Entwicklung soll verkehrs- und landschaftsverträglich sein.

Entwicklung der Ortsteile
Die Ortsteile sollen ihren dörflichen Charakter behalten, aber dennoch Entwicklungsmöglichkeiten bekommen. Daher wurden die Ortsteile in verschiedene Entwicklungs-Kategorien eingeteilt. So sollen in den größeren Ortsteilen wie Tegernbach, Ehrenberg, Uttenhofen und Affalterbach in den nächsten Jahren neue Baugebiete entstehen. In den kleineren Dörfern beschränkt sich die Neubebauung eher auf Einzelmaßnahmen.

Gewerbeentwicklung
Bei der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen soll die Entwicklungsmöglichkeit ortsansässiger Betriebe besondere Beachtung finden. Zudem werden Mischgebiete zur Verbindung von Wohnen und Arbeiten gefördert.
Im Stadtrat gab es viel Lob und breite Zustimmung für den Flächennutzungsplan und auch für den „ganz besonderen Entstehungsprozess“. Stadtbaumeister Gerald Baumann dankte abschließend allen Beteiligten, nicht zuletzt auch seinem Team im städtischen Bauamt, für ein „sehr ausgewogenes und in der Summe sehr gutes Werk“.


Neues Baugebiet Pfaffelleiten: Ab 2020 kann gebaut werden
An der Äußeren Moosburger Straße, direkt im Anschluss an die bestehende Bebauung am Weißdornweg, entsteht das 14 Hektar große Baugebiet Pfaffelleiten. Derzeit läuft die Erschließung, ab dem kommenden Frühjahr können die ersten Häuser gebaut werden. Dann werden auch die Grundstücke im Rahmen des Einheimischenmodells vergeben.

Neben Einfamilien- und Doppelhäusern werden auch größere Mehrfamilienhäuser gebaut. Insgesamt 118 Bauparzellen mit rund 500 Wohneinheiten sind auf einem Nettobauland von rund sieben Hektar geplant. Öffentliche Grünzüge sowie Kindergarten, Spielplatz und eventuell auch ein Supermarkt kommen hinzu. Für Fußgänger und Radfahrer werden viele Wege geschaffen, und eine zentrale Bushaltestelle dient als Anbindung an den Stadtbus.

Durch das fortschrittliche Energiekonzept mit Hauptaugenmerk auf regenerative und umweltfreundliche Energieträger erfüllt das Baugebiet Vorbildfunktion. Die Einfassung mit naturnah gestalteten Ausgleichsflächen schafft eine Verbindung zur angrenzenden Landschaft und erfüllt wichtige Funktionen für Natur und Klima . Die naturnah gestalteten Regenrückhaltungen tragen nicht nur den Erfordernissen des neuen Baugebiets Rechnung, sondern verbessern auch den Hochwasserschutz der bestehenden Bebauung.
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