Attraktives Stadtbild, lebendige Innenstadt

Der Hauptplatz vor und nach der Umgestaltung: wo zuvor Verkehr dominiert hat, spielen jetzt Kinder und laden Straßencafés zum Verweilen ein.
 
Der Hauptplatz vor und nach der Umgestaltung: wo zuvor Verkehr dominiert hat, spielen jetzt Kinder und laden Straßencafés zum Verweilen ein.
 
Der Hauptplatz vor und nach der Umgestaltung: wo zuvor Verkehr dominiert hat, spielen jetzt Kinder und laden Straßencafés zum Verweilen ein.

30 Jahre Städtebauförderung in Pfaffenhofen

Rund 5,7 Millionen Euro für 17 Baumaßnahmen – so viel hat Pfaffenhofen bislang an Städtebauförderung bekommen. Vor 30 Jahren ist die Stadt in das Förderprogramm aufgenommen worden. Seitdem wurden viele Bereiche der Altstadt, allen voran der Hauptplatz, saniert. Das Ergebnis: Das Stadtbild ist attraktiver, die Innenstadt lebendiger geworden. Neben der Kommune profitieren auch private Hausbesitzer und der innerstädtische Einzelhandel.

Pfaffenhofen ist eine „gewachsene Stadt“: über Jahrhunderte hat man dazu gebaut und umgestaltet. So ist eine historische Altstadt entstanden – irgendwann aber auch ein großer Sanierungsbedarf und manch städtebaulicher Missstand. Bund und Länder haben in der 1970er-Jahren erkannt, dass die Städte finanziell überfordert wären, ihre Zentren intakt zu halten und zu erneuern. Gezielte Programme zur Städtebauförderung wurden geschaffen. Das Grundprinzip: Bund, Land und Gemeinde teilen sich die Kosten. Der Bund vergibt seine Gelder an die Länder. Diese führen die Programme durch und verteilen die Zuschüsse auf die Kommunen. Die Förderzusage gilt immer für ein konkret festgelegtes Fördergebiet.

„Leben findet Innenstadt“

Die Altstadt von Pfaffenhofen wurde 1985 in das Bayerische Städtebauförderungsprogramm aufgenommen, später in das Bund-Länderprogramm. Seit 2008 gilt das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ mit dem Motto „Leben findet Innenstadt“. Dahinter steht der Gedanke, dass sich Bürger und Wirtschaft attraktive Innenstädte für Wohnen, Einzelhandel, Handwerk, Kultur und Freizeit wünschen. Die Ausweisung der Innenstadt als Sanierungsgebiet hat auch positive Folgen für private Hausbesitzer in diesem Areal: für sie gibt es Steuervorteile bei Sanierungen. Grob gesagt gilt dies zwischen Beamtenviertel, Kreisel am Volksfestplatz, Ilm und evangelischer Kirche.

Neues Gesicht für den Hauptplatz

In den letzten 30 Jahren hat die Stadt enorm von den Förderungen profitiert. Dabei hat man nicht nur Geld kassiert, sondern auch viel daraus gemacht, wie die Experten der Regierung von Oberbayern in Gesprächen immer wieder anerkennen. Herausragendes Beispiel ist die Neugestaltung des Hauptplatzes, realisiert mit Fördergeldern von über 1,3 Millionen Euro. Mit rund 15.000 Quadratmetern Fläche und den historischen Fassaden gehört der Hauptplatz zu den schönsten und größten Plätzen in Oberbayern. Erst seit der Umgestaltung kommt das richtig zur Geltung. Dazu trägt besonders die Fußgängerzone vor dem Rathaus bei. Cafés nutzen die sonnige Platzseite. Für den Verkehr herrscht ein „gleichberechtigtes Miteinander“. Für Autos gilt Schritttempo, Fußgänger und Radfahrer können sich auf allen Flächen barrierefrei bewegen. Die doppelte Platanenreihe bietet schattige Ruheplätze, die Wasseranlage vor dem Rathaus ist eine Attraktion für Kinder.

Private Investoren ziehen nach

„Aus Alt mach Schön“ – dies gilt auch für angrenzende Bereiche wie Weilhammer Klamm oder Sonnenstraße. Einen Attraktivitätsschub haben Seitenstraßen wie Löwen-, Türltor- oder Frauenstraße erlebt. Denn dort, wo der öffentliche Bereich aufgewertet wird, ziehen oft private Investoren nach. So hat die Verbreiterung der Gehwege in der Türltorstraße nicht nur eine Verbesserung für Passanten und Stadtbild gebracht. Metzgerei und Bäckerei haben um- bzw. neugebaut sowie Tische im Freien aufgestellt – und damit zur Belebung beigetragen. Laut Regierung von Oberbayern wird das bis zu achtfache der Städtebauförderungsmittel aus anderen öffentlichen Fördermitteln und privaten Quellen für Investitionen aktiviert.


Schmuckstück Flaschlturm

Zu einer attraktiven Stadt gehören natürlich sehenswerte Häuser. Beispiel für eine geförderte Gebäudesanierung ist der Flaschlturm. Seine Mauern waren voller Risse, das Gebäude hatte sich gesenkt. Die Innenräume waren nicht bewohnbar, die Außenanlagen unattraktiv. Seit der Sanierung dient der Turm als Unterkunft für junge Literaten und Hotelgäste, der Garten gilt als Kleinod.

Neben Baumaßnahmen sind auch Architektenwettbewerbe Teil der Förderung. So sind beispielsweise die Auenhöfe mit Stadtwohnungen entstanden, wo vorher der Parkplatz des Landratsamts und verfallende Häuser waren. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept oder die Gestaltungsfibel sind weitere Bausteine für eine attraktive Stadt, die bezuschusst wurden. Grunderwerb, zum Beispiel auf der Insel, wurde ebenfalls gefördert. Schließlich unterstützt die Städtebauförderung noch Aktivitäten, um die Innenstadt zu beleben. Dafür wurde der Verfügungsfonds geschaffen. In diesen haben Innenstadtbetriebe und Stadt eingezahlt – wobei der kommunale Anteil von der Regierung mitgetragen wird. Aus dem Fonds werden u. a. der einmalige Lichtkalender im Advent oder der „Sommer in der Stadt“ bezahlt.


Beteiligte Bürger

Ein besonderes Anliegen der Förderung ist es, Bürger zu beteiligen. In Pfaffenhofen erfolgt dies im Rahmen des Aktionsprogramms „PAF und DU“. An der Umgestaltung des oberen Hauptplatzes haben über 300 Bürger mitgewirkt. Das Wasserspiel vor dem Rathaus ist ebenfalls ein Bürgervorschlag. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde in Bürgerkonferenzen erarbeitet.

Die nächsten geförderten Maßnahmen sind die Sanierung des Auenstraßenquartiers, beginnend mit dem „Platzl“ ab September. 2015 geht man auch das Umfeld des Gartenschau-Geländes an: die Stützmauer des Schwarzbachs (ab Ende Juni), die Straße „Am Schwarzbach“ und die Schlachthofstraße (ab September). In Hinblick auf die Gartenschau hat der Stadtrat zudem beschlossen, mehr Geld für private Sanierungsvorhaben bereit zu stellen (siehe Kasten). Nach 30 Jahren Städtebauförderung ist in Pfaffenhofen also noch lange nicht Schluss.

PAF und DU-Redaktion, Verena Schlegel

Städtebauförderung in Pfaffenhofen a. d. Ilm
Kurzstatement der Regierung von Oberbayern


3 Jahrzehnte Städtebauförderung sind in der historischen Innenstadt von Pfaffenhofen a. d. Ilm deutlich sichtbar. Rund 5,7 Mio. Euro Fördermittel sind, bei einem Investitionsvolumen von rund 9,6 Mio. Euro, in zahlreiche städtebauliche Sanierungsmaßnahmen geflossen. Gute Ideen und Projekte sowie eine intensive Bürgerbeteiligung haben dazu beigetragen, Straßen und Plätze attraktiv zu gestalten und mit Leben zu füllen. Der barrierefreie Hauptplatz, ein beliebter Einkaufsstandort in der Region und wesentlicher Baustein der lebendigen Altstadt, ist hierfür glänzendes Beispiel. Ziel der Städtebauförderung ist es, die Innenstadt weiter aufzuwerten. Ein besonderes Augenmerk liegt sicher auch darauf, das geschichtlich bedeutende Stadtbild von Pfaffenhofen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die historischen Gebäude an heutige Wohn- und Nutzungsanforderungen anzupassen ohne die prägenden Gestaltungselemente zu verlieren, ist eine große Herausforderung, die viel Geschick und Engagement erfordert. Hierbei sollen insbesondere auch private Eigentümer durch die von der Regierung von Oberbayern geförderte Gestaltungsfibel unterstützt werden. Ein zusätzliches kommunales Förderprogramm für Gebäudesanierungen soll hierbei ebenfalls flankierend helfen. Auch zukünftige Großereignisse werden in die Planungen einbezogen. So werden Städtebauförderungsmaßnahmen mit den Aktivitäten der Gartenschau 2017 verbunden und ergeben so eine einmalige Chance, naturnahe Freiräume für Bewohner wie Besucher des Stadtzentrums zu schaffen.

Referat für Städtebauförderung
Regierung von Oberbayern
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