ADFC: Radtour-Vorschlag zu den Kolonistenhäusern im Donaumoos

  Im Juni 2018 hatten wir diese Tour in unserem Programm. Ich glaube, sie hat allen Teilnehmern gut gefallen, daher möchte ich sie hier vorstellen.

Man sollte sich dafür einen ganzen Tag Zeit nehmen, um die Eindrücke vor Ort mit den geschichtlichen Hintergründen verbinden zu können.
Gefahren werden dabei ca. 60 km bei ca. 240 Höhenmetern. Die Gegend in der Pfaffenhofener Nähe ist recht hügelig, während sich die Landschaft im Donaumoos eher eben zeigt.

Als Donaumoos bezeichnet man die Niederung südlich der Donau im Dreieck zwischen Ingolstadt Neuburg und Pöttmes, es ist das größte bayerische Niedermoor („Altbayerisches Donaumoos“). Ab 1796 wurde das Moor trockengelegt, was die größte Neulandgewinnung in Bayern seit dem Mittelalter darstellte. Dazu wurden unzählige Gräben ausgehoben, teilweise von Soldaten und Strafgefangenen.
Die Kolonisten (neue Moorgrundbesitzer) waren die Siedler in diesem Gebiet. Sie kamen voller Hoffnung auf fruchtbares Land und begannen mit der Urbarmachung der trocken gelegten Flächen. Bald hatte dieses Land seinen Moorcharakter fast vollständig verloren, und die niedermoortypische Vegetation wurde größtenteils verdrängt. Vor allem die Entwässerung und der Ackerbau führten neben dem Torfstich zu einer deutlichen Absenkung des Geländeniveaus und zu einer erheblichen Bodenabtragung durch den Wind. Das Donaumoos wird noch heute als Kartoffel-Anbaugebiet genutzt. Von der ursprünglichen Moorfläche von 180 km² ist heute ein Drittel kultiviert.

Und nun zur Tour: Sie führt uns vom Pfaffenhofener Hauptplatz zum „Biberweg“ und parallel zur B 13 weiter nach Affalterbach. Hier biegen wir auf die „Kreuzleite“ und fahren vorbei an Kleinreichertshofen bis Ossenzhausen. Hier geht es nach links bergauf über Waal nach Rohr. Und weiter über hügelige Straßen erreichen wir Gambach und schließlich Reichertshofen.
Nun beginnen die für das Donaumoos typischen geraden Straßen, begleitet von unzähligen Entwässerungsgräben. Kurz vor Karlskron, der ersten der 3 Donaumoosgemeinden, welche am Ende des 18. Jhd. als erste Kolonie von Kurfürst Karl Theodor gegründet wurde, biegen wir rechts ab nach Grillheim.

Unser erstes Ziel, ein unter Denkmalschutz stehendes Kolonistenhaus in ursprünglichem Zustand, finden wir in der Eicherstraße 41. Das kleine bescheidene Haus wurde 1863 gebaut und bildet einen ziemlichen Kontrast zu den heute bewohnten Häusern, die teils auf den alten Grundmauern aus der damaligen Zeit entstanden sind. Wir folgen der schnurgeraden Straße bis zu einer Kreuzung. Dort biegen wir nach links auf den Feldweg ab und fahren an typischen Kartoffel- und Gemüsefeldern entlang, bis wir an einer Brücke rechts abbiegen und Mändelfeld erreichen. Im Wirtsweg können wir nach ca. 100 m rechts ein zweites Anwesen aus der Kolonistenzeit bewundern. Leider sind die Innenräume nicht zu besichtigen, sie sind in privatem Besitz. Aber die Gebäude vermitteln uns trotzdem eine gewisse Vorstellung vom Leben der Siedler in der damaligen Zeit.
Nach diesen Eindrücken führt uns die Tour über den gleichen Feldweg zurück bis zur Kreuzung, jedoch nehmen wir jetzt den Weg in Richtung Baar-Ebenhausen, passieren den Ort und biegen kurz nach dem Ortskern nach links ab in Richtung der Baarer Weiher. Nun geht es geradeaus bis zu den klaren Seen, wo sich jeder bei einem Bad erfrischen kann. Danach bietet sich geradezu der Besuch des hübsch hergerichteten kleinen Biergartens vom Hexenhäusl an. Die netten Wirtsleute servieren Gerichte der griechischen Küche. Radler sind herzlich willkommen.
Der Weg zurück führt vorbei an den Heideweihern über die Autobahn, durch Au am Aign und Dörfl und nach einem kurzen Stück Waldweg auf der wenig befahrenen Straße in rauschender Abfahrt hinunter nach Fahlenbach. Ab jetzt geht‘s durchs Ilmtal auf Rad- und Feldwegen am Fluss entlang zurück nach Pfaffenhofen.

Nähere Informationen und ein GPX-Track der Tour können per Email unter adfc@adfc-pfaffenhofen.de angefordert werden.
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