Weniger Asylbewerber, aber immer mehr Migranten

Kinder aller Nationalitäten (hier vom Kindergarten St. Michael) und natürlich auch erwachsene Migranten spielen bei der Arbeit und den Veranstaltungen des Internationalen Kulturvereins die Hauptrolle.
Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) will im Jahr 2020 wieder Interkulturelle und Interreligiöse Wochen durchführen. Die Planung dieser Veranstaltungsreihe sowie verschiedene weitere anstehende Termine standen jetzt im Mittelpunkt der Beiratssitzung des Vereins (Bericht siehe hier). Außerdem berichtete Gabi Dettke, die Leiterin des AK Asyl im IKVP, über den aktuellen Stand bei der Betreuung von Asylbewerbern und Geflüchteten in Pfaffenhofen.

Demnach gibt es derzeit 74 Asylbewerber in Pfaffenhofen, deren Asylverfahren noch läuft, sowie 13 unbegleitete Minderjährige. Außerdem wohnen 66 anerkannte Asylanten als sogenannte Fehlbeleger noch in Asylunterkünften. Die Geflüchteten kommen u. a. aus Eritrea, Nigeria, Sierra Leone, Somalia, Syrien, Pakistan, Afghanistan und dem Irak. Wie Gabi Dettke schilderte, stehen vor allem die Afghanen und Pakistani psychisch unter großem Druck, da sie Angst vor Abschiebung haben.

Nachdem die Unterkunft an der Senefelder Straße geschlossen wurde, mussten die 40 dort lebenden Pakistani auf andere Wohnungen aufgeteilt werden und einige von ihnen wurden nach Wolnzach und Geisenfeld verlegt. In Pfaffenhofen gibt es jetzt noch 13 Asylunterkünfte, von denen zwei – eine an der Gnesener Straße und eine im ehemaligen Altenheim St. Franziskus – demnächst geräumt werden sollen.

Wie vhs-Leiter Peter Sauer erläuterte, besteht weiterhin eine sehr große Nachfrage nach Sprachkursen, und die Volkshochschule unterrichtet permanent rund 200 Sprachenschüler. Auch die Integrationskurse laufen gut, und neuerdings bietet die vhs auch Kurse für Fortgeschrittene an, wohingegen die Alphabetisierungskurse allmählich zu Ende gehen. Manche Kurse, so fügte Sauer bedauernd hinzu, kommen nicht zustande, weil die Migranten über den Landkreis verteilt wohnen und nicht mobil sind bzw. es keine geeignete Busverbindung in die Kreisstadt gibt.

Hilfe beim Deutschlernen gibt es auch bei verschiedenen Angeboten im Mehrgenerationenhaus und im Seniorenbüro sowie bei der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten), und da werden laufend ehrenamtliche Sprachlernhelfer gesucht.
„Die Asylbewerber werden immer weniger“, erklärte der IKVP-Vorsitzende Sepp Steinbüchler, „aber die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund steigt immer mehr.“ Dem Internationalen Kulturverein gehe es aber schon seit seiner Gründung vor zehn Jahren um alle Migranten in Pfaffenhofen, und so gehe es auch bei den Veranstaltungen der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2020 u. a. um Menschen aus Afrika und arabischen Ländern, um Türken und Albaner sowie um Sinti und Roma (Programm siehe gesonderten Bericht).

Da unter der Leitung der städtischen Integrationsstelle im März wieder „Wochen gegen Rassismus“ stattfinden sollen, will der IKVP in diesem Zeitraum keine Veranstaltungen terminieren. Eine Ausnahme stellt dabei die Ausstellung „Die Kunst deines Nachbarn“ dar, die immer ein Teil der Interkulturellen Wochen ist und diesmal auch zum Programm der „Wochen gegen Rassismus“ gehört.

Als erste Veranstaltung im neuen Jahr führt der Internationale Kulturverein am Freitag, 31. Januar um 19.30 Uhr im Hofbergsaal einen „Jahresempfang der Religionen und Kulturen“ durch. Dabei spricht Gönül Yerli, die stellvertretende Direktorin des Islamforums Penzberg, über Erfahrungen der Zusammenarbeit islamischer und christlicher Religionsgemeinschaften am Beispiel der Stadt Penzberg.

Auf eine andere Veranstaltung machte Sonja Preller aufmerksam, die den IKVP in mehreren Arbeitskreisen vertritt, um die Interessen der ausländischen Mitbürger zu vertreten. So führt das Bündnis für Familie des Landkreises Pfaffenhofen am 1. Februar von 11 bis 16 Uhr im Hopfenmuseum Wolnzach eine „Messe für soziale Berufe“ durch, bei der es viele Informationen über Aus- und Weiterbildung, Umschulung, Quereinsteigemöglichkeiten oder Studiengänge in sozialen Berufen gibt.

Informationen zum Planungsstand der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2020
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