„Was dann nachher so schön fliegt“ – Lesung des Autors Hilmar Klute im Rahmen der Pfaffenhofener Literaturtage

Hilmar Klute
 
Hilmar Klute (rechts) las aus seinem Roman „Was dann nachher so schön fliegt“ vor, der ehrenamtliche Kulturreferent Steffen Kopetzky moderierte den Abend.
Mit einer Lesung aus seinem Buch „Was dann nachher so schön fliegt“ eröffnete Hilmar Klute die diesjährigen Pfaffenhofener Literaturtage. Es folgen an diesem Wochenende noch vier weitere – völlig unterschiedliche – interessante Lesungen.

Der ehrenamtliche Kulturreferent Steffen Kopetzky, der den Abend moderierte, begrüßte alle Gäste und vor allem Hilmar Klute im Strandbad Café am Freibad. Klute ist für die Lesung extra aus seiner Heimatstadt Berlin angereist. „Was dann nachher so schön fliegt“ ist sein Debütroman, sonst schreibt er vor allem für die Süddeutsche Zeitung das „Streiflicht“.

Das Buch erzählt die Geschichte von Volker Winterberg, der seinen Zivildienst in einem Pflegeheim ableistet. Gleichzeitig ist er aber Lyriker, schreibt Gedichte und trifft in dem Buch auch immer wieder auf andere Dichter. Schließlich gewinnt Winterberg sogar einen Wettbewerb und darf deshalb nach Berlin reisen. Klute erzählte, dass es hier eine Parallele zu seinem eigenen Leben gibt: 1986 hat er eben diesen Wettbewerb, das „Treffen junger Autoren“, selbst gewonnen.

Klute schneidet in seinem Roman die Alltagserfahrungen, die Winterberg hauptsächlich im Pflegeheim erlebt, mit dem – wie er es nennt – „Gegengift“, also wo es für den Protagonisten hingehen soll, zusammen. Mit seinen sehr anschaulichen Beschreibungen fesselt Klute die Leser. Man kann förmlich miterleben, wie der Zivildienstleistende eine Frau vorm Verschlucken rettet, wie er seinen Eisbecher mit der Abbildung auf der Speisekarte vergleicht oder wie er sich beim Fahrradfahren fühlt.

„Was dann nachher so schön fliegt“ kann als Hommage betrachtet werden. Zum einen spielt das Werk im Ruhrgebiet, in Berlin und in Paris – alles Orte, die für den Autor wichtig sind. Vielmehr ist es aber eine Hommage an bestimmte Autoren, wie zum Beispiel Nicolas Born. Klute: „Für mich ist Born ein sehr bedeutender Schriftsteller gewesen, der leider ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. In meinem Buch spielt er deshalb eine große Rolle, ich will ihn damit ein bisschen lebendig halten.“

Kulturreferent Kopetzky bezeichnete das Buch als „eine Art Ping-Pong-Spiel zwischen den Themen Einsamkeit auf der einen und Gruppenbildung oder Heimat auf der anderen Seite“. Der eher ungewöhnliche Titel ist übrigens ein Teil eines Zitats aus – wie soll es anders sein – einem Gedicht von Peter Rühmkorf. „Was dann nachher so schön fliegt, wie lange ist darauf rumgebrütet worden!“ Der Satz steht für Winterbergs Suche nach der richtigen Balance im Leben und beim Schreiben.

Die nächsten Termine der Literaturtage vom 26. bis 28. Oktober:

Am Freitag liest María Cecilia Barbetta aus ihrem Buch „Nachtleuchten“. Das Werk war für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. Die Geschichte spielt in Buones Aires am Vorabend eines politischen Umsturzes. Die Lesung, moderiert von Dorle Kopetzky, findet um 20 Uhr im Theatersaal im Haus der Begegnung statt (Einlass ab 19.30 Uhr).

Eine Liebeserklärung ans Älterwerden hat Greta Silver mit ihrem Buch „Wie Brausepulver auf der Zunge“ geschrieben. Die 70-Jährige erzählt in ihrem Roman von ihren eigenen Erfahrungen, behandelt dabei sowohl Ängste als auch Träume. Greta Silvers Lesung beginnt am Samstag um 16 Uhr im Hofbergsaal. Einlass ist ab 15.30 Uhr.

Den dritten Teil seiner „Tante Poldi“-Krimis stellt Mario Giordano am Samstagabend vor. In „Tante Poldi und der schöne Antonio“ macht sich die Protagonistin, die eigentlich ihr Rentnerleben auf Sizilien genießen will, auf die Suche nach einem diebischen Afrikaner. Auszüge aus seinem neuesten Werk liest Mario Giordano am Samstag um 20 Uhr im Theatersaal im Haus der Begegnung (Einlass ab 19.30).

Den Abschluss der Literaturtage gestaltet der renommierte Biologie Professor Josef H. Reichholf mit seinem erst kürzlich erschienen Buch „Schmetterlinge. Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“. Darin behandelt er das Aussterben der Schmetterlinge und die dadurch drohende ökologische Katastrophe und ruft deshalb zum Schutz der Tiere auf. Er beleuchtet aber auch die Schönheit der Schmetterlinge und ihrer Lebenswelt. Der Vortrag findet im Festsaal des Rathauses statt, Beginn ist um 14 Uhr, Einlass um 13.30 Uhr.

Für alle Veranstaltungen gibt es noch Karten
Karten für alle Veranstaltungen gibt es zu je 10 bzw. ermäßigt 8 Euro im Vorverkauf bei der Buchhandlung Osiander, dem Pfaffenhofener Kurier, bei Elektro Steib und online unter www.okticket.de. An der Tages- bzw. Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro (ermäßigt 10 Euro). Alle Informationen zu den Literaturtagen 2018 findet man auf der städtischen Internetseite www.pfaffenhofen.de/lesebuehne und unter www.facebook.com/pfaffenhofener.lesebuehne.
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