Letzter historischer Burgfriedenstein wieder aufgestellt

Der am besten erhaltene Burgfriedenstein wurde jetzt an der äußeren Ingolstädter Straße auf dem Gelände der Firma Schranz wieder aufgestellt und von Stadtarchivar Andreas Sauer (links) und Firmenchef Florian Schranz begutachtet.
Die letzten drei der neun erhaltenen Burgfriedensteine der Stadt Pfaffenhofen aus dem Jahr 1689 sind an ihre Standorte zurückgekehrt. Nach der umfassenden konservatorischen Behandlung durch die Steinmetzfirma Roth in Augsburg zeugen die Steine wieder von einem Stück Stadt- und Rechtsgeschichte Pfaffenhofens. Als letzter wurde jetzt der Stein auf dem Gelände der Firma Schranz an der äußeren Ingolstädter Straße wieder aufgestellt.

Dieser Stein war das beste noch erhaltene Exemplar und diente daher auch als Vorlage für die Rekonstruktion der verschwundenen drei von ursprünglich zwölf Steinen. Die drei Abgüsse werden demnächst ebenfalls aufgestellt, um die Grenzfestlegung des Burgfriedens aus den Jahren 1573 und 1689 wieder vollständig sichtbar zu machen.

Die unter Denkmalschutz stehenden Burgfriedensteine stammen aus der Zeit der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtsprechung. Sie markierten die Ausdehnung des Pfaffenhofener Burgfriedens, also des Rechtsbezirks, auf dessen Gebiet Bürgermeister und Stadtrat für die Ahndung und Bestrafung leichterer Vergehen und Ordnungswidrigkeiten zuständig waren. Nach langen Streitigkeiten über die genaue Ausdehnung dieses Rechtsraums waren auf kurfürstliche Initiative hin im Jahr 1689 zwölf Burgfriedensäulen aus Stein anstelle der bis dahin üblichen hölzernen Markierungen aufgestellt worden. Sie waren weniger anfällig gegen Witterungseinflüsse und nicht mehr der Gefahr willkürlicher Versetzung ausgesetzt, da sie bei einer Höhe von rund 1,50 Metern mehrere Zentner Gewicht besitzen.

Die Burgfriedensteine verloren zu Beginn des 19. Jahrhunderts zwar ihre rechtliche Bedeutung, markieren aber bis heute die Ausdehnung der Stadtgemeinde Pfaffenhofen bis zur Gebietsreform der Jahre 1971/72.
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