Kulturelles Erbe: Konzeption für städtische Kunstsammlung erarbeitet

Zahlreiche Bilder von Eduard Luckhaus waren 2010 in einer großen Ausstellung zu sehen. Für 2020 ist eine ähnliche Ausstellung mit Werken von Michael Weingartner in Planung.
Große Weingartner-Ausstellung wird für 2020 anvisiert

Seit vielen Jahren kauft die Stadt Pfaffenhofen immer wieder Bilder und Kunstwerke regionaler Künstler. Dadurch ist eine Kunstsammlung mit rund 400 Werken unterschiedlichster Künstler, Techniken und Stilrichtungen entstanden. Für diese Sammlung hat die städtische Kulturabteilung jetzt eine Konzeption erarbeitet, die vom Kulturausschuss in der Sitzung am 4. April zustimmend zur Kenntnis genommen wurde.

Den aktuellen Anlass erläuterte Kulturmanager Sebastian Daschner. Demnach wurden der Stadtverwaltung in den letzten Monaten vermehrt Bilder bekannter regionaler Künstler, wie Michael Weingartner, Eduard Luckhaus, Sigi Braun und Josef Kroha angeboten, und zwar zumeist aus Nachlässen verstorbener Bürger, die die Werke vor Jahren oder Jahrzehnten selbst bei den Künstlern gekauft hatten. Alle Bilder kann und will die Stadt aber nicht ankaufen.

Gerade, was Pfaffenhofener Künstler anbelangt, ist die Kunstsammlung vor allem eine Einrichtung, die den ideellen Wert der Kunst im Blick hat. Nur einige Pfaffenhofener Künstler haben einen Marktwert auf dem professionellen Kunstmarkt, was bedeutet, dass ihr Werk ohne ihre Person und ihre anhaltende Aktivität meist in Vergessenheit gerät und wenig Marktrelevanz besitzt. Die Arbeiten sind aus diesem Grund dann meist einem Preisverfall ausgesetzt.


Die städtische Kunstsammlung kann als Pflege eines Teils des kulturellen Erbes betrachtet werden: In ihr bildet sich die Kunstgeschichte der Stadt Pfaffenhofen ab. Idealerweise finden sich in der Sammlung Arbeiten der in ihrer Zeit relevanten Künstler. Mit diesem Engagement sichert die Stadt nicht nur diese temporären Ausschnitte der städtischen Kulturgeschichte in Form der Arbeiten der Künstler – Kunstwerke lassen ja immer neben ihrem rein ästhetischen Wert Aussagen über ihre Zeit zu – sondern sie sorgt auch für die Erinnerung an die einzelnen Künstler und damit für den Erhalt des künstlerischen Werts.

Wie Sebastian Daschner erläuterte, sollen auch künftig Kunstwerke im Laufe des Jahres angekauft werden, und zwar vor allem aus von der Stadt ausgerichteten oder von ihr mit getragenen Ausstellungen (z. B. Hallertauer Künstler, Jubiläumsausstellungen). Aber auch Ankäufe von Einzelarbeiten mit besonderem ideellem Wert sind möglich, wie beispielsweise Stadtansichten oder Schlüsselwerke einzelner Künstler.

Zusätzlich kann und soll die Sammlung auch durch die Pfaffenhofener Bürger unterstützt werden. Gerade bei bekannten Künstlern wie Michael Weingartner gibt es die Möglichkeit, eine Spendenbescheinigung für den Spender auszustellen: In diesen Fällen – wenn Künstler eine Zeitlang allgemein präsent waren und ein gewisser Wert ermittelbar ist – gibt es genügend Anhaltspunkte, die ein Wert-Gutachten eines Sachverständigen (z. B. eines Kunsthändlers) möglich machen. Prinzipiell ist auch die Aufnahme von Künstlernachlässen möglich. Hier wird es vom Einzelfall abhängen, wie und zu welchen Bedingungen der Nachlass in die Sammlung aufgenommen wird. Im Vordergrund steht auch hier die Pflege des Werks und des Andenkens.

Der Sammlung sollen künftig neben den Kunstwerken auch entsprechende Ausstellungskataloge, Plakate und Zeitungsberichte beigefügt werden, um ein möglich vollständiges Archiv der Kunst in Pfaffenhofen zu bilden.

Ein Großteil der städtischen Kunstsammlung ist Bestandteil der seit 2014 geführten Artothek. Vergleichbar mit einer Bücherei können die Bürger hier Kunstwerke ausleihen. Diese Möglichkeit, die Bilder Pfaffenhofener Künstler nach Hause zu holen, wird gut angenommen. Der Betrieb der Artothek soll noch weiter vereinfacht werden mit entsprechender Verwaltungs-Software und einem online einsehbaren Ausleih-Katalog.
Seit 2014 hat die Kulturabteilung vier Ausstellungen aus dem Bestand der Kunstsammlung heraus durchgeführt. Um die Artothek und die Kunstsammlung präsent zu halten, soll auch künftig mindestens eine Ausstellung pro Jahr im Rathaus stattfinden.

Ergänzt wird diese jährliche Ausstellungsroutine um große Sonderprojekte: Ähnlich wie die Luckhaus-Ausstellung 2010 in der Kunsthalle und der Städtischen Galerie sollen einzelne bedeutende Künstler in einer fundiert vorbereiteten, kunsthistorisch gut recherchierten und kuratierten Ausstellung präsentiert werden. Für 2020 gibt es nun Überlegungen, das Modell der Luckhaus-Ausstellung mit einer Weingartner-Ausstellung neu aufzulegen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.