Friedensstele im Bürgerpark als Symbol für das notwendige Miteinander der Religionen

Der Künstler Richard Gruber hat die Friedensstele gefertigt und aufgestellt.
 
Nach dem Aufstellen der Friedensstele im Bürgerpark (von links): Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, die Steinbildhauerin Annemarie Mießl, Kilian Gruber und der Künstler Richard Gruber.
Mehrere Kirchtürme und ein Minarett, die Kuppel einer Synagoge, eine buddhistische Pagode und ein hinduistischer Treppentempel – sie alle zusammen und dicht beieinander bilden die Friedensstele im Bürgerpark. Der Schrobenhausener Künstler Richard Gruber hat die Bronzeplastik geschaffen, die beim Friedensgebet am „Baum der Religionen“ in Bürgerpark am Mittwoch, 26. Juni, um 19 Uhr vorgestellt und gesegnet wird.

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens hat der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen gemeinsam mit den örtlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften beschlossen, eine Friedensstele am „Baum der Religionen“ im Bürgerpark aufzustellen. Mit dieser Bronzeplastik werden besonders der notwendige Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften hervorgehoben. Somit ist die Friedensstele eine Ergänzung zum Baum der Religionen, der das Miteinander der Nationen und Kulturen in der Stadt Pfaffenhofen bisher schon symbolisiert.

Ergänzt wird die Installation durch vier Texte, die an den Seiten eingraviert sind. Der vielleicht wichtigste davon ist ein Zitat des Theologen Hans Küng und lautet:
„Es gibt keinen Frieden zwischen den Nationen,
ohne Frieden zwischen den Religionen,
es gibt keinen Frieden zwischen den Religionen,
ohne Dialog zwischen den Religionen.“

Beim Friedensgebet am Mittwochabend, das vom Chor der Liedertafel musikalisch gestaltet wird, stellt der Künstler Richard Gruber seine Bronzeplastik vor, die dann von Vertretern der Pfaffenhofener Kirchen und Religionsgemeinschaften gesegnet wird.
Der Schrobenhausener Bildhauer Richard Gruber ist in Pfaffenhofen kein Unbekannter Er hat u. a. die bronzene Vertriebenen-Gedenkstele vor dem Haus der Begegnung geschaffen, außerdem eine Installation im Schulhof der Niederscheyerer Schule, und im vergangenen Jahr hat er eine Ehrengabe für den städtischen Kulturpreis gefertigt. Der Auftrag, eine Friedensstele für den Internationalen Kulturverein zu schaffen und damit ein Symbol für den interreligiösen Dialog zu finden, war für ihn „ein toller Auftrag“ und eine interessante Aufgabenstellung.

Dabei war es ihm wichtig, die verschiedenen Religionen wertfrei darzustellen. So stimmen die Maßstäbe der dargestellten Türme und Gebäude nicht, sondern alle zusammen bilden eine Einheit. „Da ist fast so etwas wie ein spiritueller Antennenwald entstanden“, meint Richard Gruber.

Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, zeigt sich sehr angetan von der Bronzestele, die sein großes Anliegen, die Religionen einander näher zu bringen, anschaulich symbolisiert. Gespannt ist er jetzt auf die Reaktionen der Pfaffenhofener, denn schon beim Aufstellen der Stele blieben einige Passanten interessiert stehen, um die Plastik zu betrachten und die Texte zu lesen.

Die Friedensstele hat Richard Gruber in einem aufwändigen Bronzeguss- bzw. Wachsausschmelzverfahren hergestellt. In einer ganzen Reihe von Arbeitsschritten hat er dabei zunächst die ganze Installation in Wachs geformt, teils in negative Silikonformen gegossen und in Gips getaucht. Bei rund 1000 Grad wurde schließlich die Bronze gebrannt, und „die ist haltbar für die nächsten 10000 Jahre“, erklärt der Bildhauer.

Rund 14 Kilo wiegt die Plastik und sie steht auf einem sechs Zentner schweren Kelheimer Auerkalkstein, den Richard Grubers Frau, die Steinbildhauerin Annemarie Mießl, bearbeitet und geschliffen hat. So ist die insgesamt rund 1,50 Meter hohe Friedensstele eigentlich ein Familien-Kunstwerk, denn auch der Sohn Kilian Gruber hat in der Werkstatt in Hörzhausen bei Schrobenhausen daran mitgearbeitet.
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