„Echt AWO. Seit 1919“: Schöne Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Arbeiterwohlfahrt

  Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) feiert in diesem Jahr bundesweit ihren 100. Geburtstag. Der hiesige AWO-Kreisverband mit den Ortsvereinen Geisenfeld, Münchsmünster, Pfaffenhofen und Wolnzach feierte dieses Ereignis am Dultsonntag mit Gästen und Mitgliedern im Rathaussaal der Stadt Pfaffenhofen.

Nach einer musikalischen Begrüßung durch das Streicherquartett der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Eva Kornas konnte Volker Hoppe, der geschäftsführende Kreisvorsitzende, als Ehrengäste die Präsidentin des AWO-Bezirks Oberbayern Nicole Schley, Landrat Martin Wolf und als Hausherrn Bürgermeister Thomas Herker begrüßen. Ebenso waren der 2. Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen Albert Gürtner, Altbürgermeister Hans Prechter und einige Stadträte sowie der Bürgermeister der Stadt Geisenfeld, Christian Staudter, gekommen. Natürlich konnte mit Nina Waldinger und Frau Winter auch das Leitungsteam des Pfaffenhofener AWO Kindergartens „Arche Noah“ begrüßt werden.

Volker Hoppe wies in seinen Begrüßungsworten unter anderem auf die Überparteilichkeit und die konfessionelle Unabhängigkeit der AWO hin, auch wenn sie aus der SPD-Organisation heraus gegründet wurde.

Nicole Schley betonte in ihrem Grußwort, welch große Leistung es von Marie Juchacz war, in der damaligen Zeit – direkt nach dem Ersten Weltkrieg – die Gründung der AWO zu organisieren und umzusetzen und damit die Basis zu schaffen für einen der sechs großen Spitzenverbände der freien Wohlfahrtsverbände mit bundesweit ca. 330.000 Mitgliedern und ca. 74.000 Ehrenamtlichen. Im Bezirk Oberbayern sind es bei 16.500 Mitgliedern derzeit ca. 4.000 Mitarbeiter. Seit 30 Jahren, so erläuterte die Bezirkspräsidentin, sei die AWO in der Schulsozialarbeit engagiert, sie sehe sich aber auch in der Pflicht, zur politischen Bildung beizutragen. Die Kernthemen haben sich, seit die Sozialdemokratin Marie Juchacz die AWO als Hauptausschuss in der SPD gründete, nicht geändert: Frauenrechte, Vielfalt, Gerechtigkeit und Solidarität sowie menschenwürdiges Leben.

Bürgermeister Herker, der die Veranstaltung auch als AWO-Familienfest bezeichnete, verwies in seinem Grußwort darauf, dass die AWO einer der sozialen Bausteine im Netzwerk der Stadt Pfaffenhofen ist. Er sprach auch explizit den AWO-Kindergarten Arche Noah mit seiner Integrationsgruppe an, der seit 1990 besteht und seitdem in Verantwortung der AWO, also nicht kirchlich oder städtisch betrieben wird.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Stadtrat mit großer Mehrheit entschieden, der AWO-Gründerin Marie Juchacz in Anerkennung ihres Wirkens eine Straße im neuen Wohngebiet Weingartenfeld in Heißmanning zu widmen. Jetzt ist das Baugebiet nahezu fertiggestellt, und der Bürgermeister konnte das Original-Straßenschild bereits zeigen.

Landrat Martin Wolf brachte in seinen Grußworten auch die Anerkennung für die Person Marie Juchacz und vor allem für die Leistung der AWO zum Ausdruck. Die AWO stehe mit ihrem Namen für ihr Programm von Anfang an.

Willihard Kolbinger fasste in seiner Rede die 100 Jahre seit der AWO-Gründung in einem sehr informativen, aber stellenweise auch nachdenklich machenden Vortag zusammen. Die Leitgedanken der AWO waren schon bei der Gründung: Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit und ein Partner der Schwachen zu sein. Dies wurde mit verschiedensten Aktionen erreicht, z. B. Nähstuben, Ledigen- und Mütterheimen, Schwangerenberatung, Kinderschutz, Landverschickung, Kindergärten, Freizeitheime und vieles mehr. Auch die dunkelsten Jahre Deutschland ließ Kolbinger nicht aus: 1933 wurde die AWO von den Nazis verboten und das gesamte Vermögen wurde eingezogen.

Die Wiedergründung der AWO im Landkreis Pfaffenhofen im Jahr 1947 bis zur heutigen Zeit mit vielen Aktivitäten in allen vier Ortsvereinen ließ Kolbinger nochmals Revue passieren. Volker Hoppe dankte ihm für seine Arbeit in Vorbereitung des Vortrages mit einem Präsent.

In seinem kurzen Resümee verwies Hoppe unter anderem auf den ständigen Bedarf an freiwilligen Helfern und Unterstützern, auch in der Region. Mit einem Dank an die Gäste und natürlich die Helfer bei der Durchführung der Veranstaltung leitete er zum gemütlichen Teil mit Getränken und Häppchen ein.

Das Streicherquartett überraschte die Gäste zum Schluss mit einem sehr launigen „Happy Birthday“.
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