Andreas „Care“ Dill zeigt erste Graffiti-Ausstellung in der Städtischen Galerie

Die Vernissage zur Ausstellung „Who CAREs“ war gut besucht.
 
Von links: Sebastian Daschner begrüßte den Künstler Andreas „Care“ Dill und freute sich zusammen mit Steffen Kopetzky über die zahlreichen Interessierten.
Die Graffiti-Ausstellung „Who CAREs“ des Pfaffenhofener Sprühers Andreas „Care“ Dill wurde am Freitag mit einer gut besuchten Vernissage eröffnet. Dill hat für die Ausstellung, die noch bis zum 2. Dezember läuft, großformatige Bildträger gebaut und sie mit seinen typischen Motiven besprüht. Die Besucher der Vernissage waren beeindruckt von den einfallsreichen und teilweise auch lustigen Motiven, insbesondere aber auch von deren Größe: Andi Dill brachte seine Bilder in Originalgröße in die Galerie.

Steffen Kopetzky, der ehrenamtliche Kulturreferent des Stadtrats, begrüßte den Graffiti-Künstler und zahlreiche Interessierte in der Städtischen Galerie und freute sich über den großen Andrang. Sebastian Daschner, Kulturmanager der Stadt Pfaffenhofen, führte im Anschluss in die Ausstellung ein. Er betonte, Graffiti in der Städtischen Galerie „war nur eine Frage der Zeit“, auch wegen der immer noch steigenden Popularität. Aber dass er Dill überreden konnte, zum ersten Mal im Rahmen einer Kunstausstellung auszustellen, das habe ihn „nicht wenig Mühe gekostet“. Daschners These: Dill betrachtet sich selbst nicht als Künstler, sondern eben als „Graffiti-Writer“, der wenig mit Kunst gemein habe.

Andreas Dill malt seit Jahren mit Dosen, man kennt seine farbintensiven Comic-Figuren und großformatigen Schriftzüge auf den legal besprühten Wänden in Pfaffenhofen. Für die Stadtjugendpflege bietet er Graffiti-Workshops an und begleitet größere Graffiti-Projekte. Beruflich arbeitet er als Großhandelskaufmann, seit 2012 hat er sein privates Atelier im Kreativquartier. „Als ich 14 oder 15 war, war ich in München und habe da Graffitis gesehen. Da war mir klar, das will ich mal machen“, erinnert sich Dill zurück.

Aber was genau ist Graffiti eigentlich? Daschner versuchte in der Laudatio den Begriff ein wenig zu bestimmen: Der allgemeinen Definition zufolge begleitet das Phänomen die Menschen bereits seit den Zeiten der alten Ägypter. Demnach kann man alles darunter fassen, was an privaten Botschaften irgendwie im öffentlichen Raum angebracht wird, seien es Kritzeleien an Wänden oder Karikaturen an Toilettentüren. Die in der Städtischen Galerie ausgestellten Werke orientieren sich aber an der in den 60er-Jahren in New York entstandenen Graffitibewegung, die sich in der Folge auf der ganzen Welt ausgebreitet hat. Charakteristisch ist bei dieser urbanen Subkultur das Schreiben des eigenen Namens in zunehmender Größe, um die eigene Bekanntheit zu steigern. Sich steigernde Farbigkeit, Ausschmückungen, große Figuren und ausufernde Bildkonzepte seien eine Folge dieser Konzentration auf die Bekanntheit, den „Fame“ gewesen. Niemals aber hätten sich die Sprüher an „regulärer“ Kunst orientiert, außer um sich außergewöhnliche Bildideen zu holen.

Letztlich habe Andreas Dill in seiner langen Vorbereitungszeit und der aufwendigen Konzeption der Ausstellung eine künstlerische Leistung gezeigt, auch wenn ihm selbst das nicht so wichtig sei. Für die Städtische Galerie allerdings sei die Ausstellung eine Bereicherung. Daschner betonte, dass in der Ausstellung „Who CAREs“, angelehnt an Dills Sprayernamen „Care“, sein persönlicher Stil erkennbar sei. Dem Künstler sei es gelungen, „das was er auf Wänden macht, hier rein zu transportieren“.

Die Ausstellung läuft noch bis einschließlich 2. Dezember. Die Städtische Galerie im Haus der Begegnung am Pfaffenhofener Hauptplatz ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 18. November ist der Künstler persönlich anwesend.
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