300 Jahre Spitalkirche: Großes Interesse an historischer Ausstellung und neuen „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“

  Das Thema „300 Jahre Spitalkirche“ interessiert offensichtlich sehr viele Pfaffenhofenerinnen und Pfaffenhofener: Zur Eröffnung der entsprechenden historischen Ausstellung im Foyer des Rathauses jedenfalls kamen so viele Besucher wie noch nie. Bürgermeister Thomas Herker freute sich sehr über den großen Zuspruch und richtete ein herzliches Dankeschön an Stadtarchivar Andreas Sauer, der mit „profunden Recherchen und viel Herzblut“ die Geschichte der Spitalkirche und des ehemaligen Franziskanerklosters in der interessanten Ausstellung sowie in der neuen Ausgabe der „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n) zusammengestellt hat. Das Heft mit dem Titel „... für eine Landkirche sehr niedlich gebauet“. Die wechselvolle Geschichte der Pfaffenhofener Spitalkirche liegt kostenlos zum Mitnehmen aus.

Die wechselvolle Geschichte und vielfältige Nutzung des 1719 als Kirche des Franziskanerklosters Pfaffenhofen eingeweihten Sakralbaus umriss Stadtarchivar Sauer in seiner Eröffnungsrede. So war die Einrichtung einer Niederlassung der Franziskaner in Pfaffenhofen Anfang des 18. Jahrhunderts von einigen Schwierigkeiten begleitet, und auch zu Beginn ihrer gut 80-jährigen Predigt- und Seelsorgetätigkeit stießen die Mönche nicht immer auf Gegenliebe beim Pfaffenhofener Pfarrvikar und dem Ordinariat. Bei der Bevölkerung dagegen waren die Franziskaner immer sehr beliebt und ihr Abschied Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sehr bedauert.

Nach der Säkularisation jedenfalls gingen Klostergebäude und Klosterkirche im Jahr 1804 in den Besitz der Stadt über, die den Komplex für ihr Spital nutzte. Im weiteren Verlauf gab es verschiedenste Umbauten, der Turm der Spitalkirche wurde von der Nordseite an die dem Hauptplatz zugewandte Südseite versetzt, und schließlich wurde 1960 das Kriegerdenkmal im Arkadengang eröffnet.

Heute befindet sich die Spitalkirche im Besitz der Heiliggeist- und Gritsch’schen Fundationsstiftung und wird somit von der Stadt Pfaffenhofen verwaltet. Auf der dahinter liegenden einstigen Klosteranlage findet man heute die Seniorenwohnanlage St. Josef und das städtische Seniorenbüro.

Ein weiteres wichtiges Kapitel der „Stadtgeschichte(n)“ und auch der Ausstellung im Rathaus ist der langen Tradition der Krippe in der Spitalkirche gewidmet. 180 Figuren gibt es insgesamt, zum Teil sind sie weit über 100 Jahre alt, und viele von ihnen sind sanierungsbedürftig. Diese aufwändige und kostspielige Aufgabe hat der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen übernommen, der auch dafür gesorgt hat, dass die Krippe in der Spitalkirche in diesem Jahr schon früher aufgebaut wird: Nicht erst zum ersten Advent, sondern bereits jetzt, parallel zur Ausstellung im Rathaus, kann die ebenso traditionsreiche wie beliebte Krippe in der Spitalkirche täglich bewundert werden.

Die Ausstellung zur 300-jährigen Geschichte der Spitalkirche läuft noch bis zum 20. Dezember im Rathausfoyer. Sie kann zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros besichtigt werden: Montag von 8 bis 16 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag von 7 bis 18 Uhr und jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr. Am Dultsonntag, 10. November ist die Ausstellung von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Die neue Ausgabe der „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“ liegt während der Ausstellung im Rathausfoyer sowie bei der Stadtverwaltung und im Haus der Begegnung kostenlos zum Mitnehmen aus. Auf der städtische Internetseite www.pfaffenhofen.de/stadtgeschichten steht das Heft zum Download zur Verfügung.
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