Engagement für in Not Geratene und Arme – soziale Vereine in Pfaffenhofen in früherer Zeit

Das im späten 14. Jahrhundert erbaute Spital an der Frauenstraße diente bis 1804 diesem Zweck, ehe es an Private verkauft wurde (undatiert).
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  • Das im späten 14. Jahrhundert erbaute Spital an der Frauenstraße diente bis 1804 diesem Zweck, ehe es an Private verkauft wurde (undatiert).
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Schon zu Zeiten des Marktes im 14. Jahrhundert gab es in Pfaffenhofen eine Stiftung, die sich armer und hilfloser Menschen annahm. In späterer Zeit, insbesondere seit dem 19. Jahrhundert, traten weitere Stiftungen und Vereine hinzu, die sich aus dem jeweiligen historischen Umfeld heraus die Unterstützung und Absicherung der notleidenden oder in Armut geratenen Bevölkerung zur Aufgabe machten.

Frühe karitative Initiativen: Heiliggeist- und Gritsch’sche Fundationsstiftung
Die zwei ältesten, seit 1923 vereinten und bis heute bestehenden Stiftungen sind die Heiliggeist- und die Gritsch’sche Fundationsstiftung. Hatte es sich die erstgenannte, 1380 gegründete Stiftung zur Aufgabe gemacht, ältere Bürger, die unverschuldet in Not geraten waren und nicht mehr ihren Unterhalt sichern konnten, zu unterstützen, so verfügten Franz und Klara Gritsch in ihrem Testament 1736, dass neun arme Bürger und Bürgerinnen oder auch Kinder in einem eigens zur Verfügung gestellten Stiftungsgebäude aufgenommen und versorgt werden sollten. Beide Einrichtungen erhielten zur Erfüllung ihres jeweiligen Stiftungszwecks im Jahr 1804 die ehemaligen Gebäude des Franziskanerhospizes zur Verfügung gestellt, wo die Spitalinsassen, deren Zahl im Lauf 20. Jahrhunderts deutlich zunahm, sicher und gut versorgt leben konnten.

Gründungen des 19. Jahrhunderts: Katholischer Gesellenverein und Krankenunterstützungsverein
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine Zeit, in der das Vereinswesen in den Städten und Märkten seinen Anfang nahm. In Pfaffenhofen machte es sich der katholische Gesellenverein zur Aufgabe, nach den Grundsätzen von Adolf Kolping die männliche Jugend auf ein erfülltes Leben in Familie und Arbeit vorzubereiten. Durch Unterstützung auch auf Wanderschaft befindlicher Mitglieder sollte ihnen abseits der Familie Halt und Zugang zu Bildung ermöglicht werden.

Die Gründung des „Krankenunterstützungsvereins Pfaffenhofen“ von 1874 fiel in eine Zeit, in der die soziale Frage und die Absicherung der arbeitenden Bevölkerung an Bedeutung gewann. In Pfaffenhofen erhielten Mitglieder, häufig Taglöhner und Dienstboten, gegen einen Vereinsbeitrag Unterstützung und Versorgung im Krankheitsfall. Damit waren sie und ihre Familien vor plötzlicher Not geschützt, sodass der Verein angesichts der Krise in Handwerk und Gewerbe im späten 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Instrument der sozialen Absicherung wurde.

Der Frauen-Zweigverein vom Roten Kreuz
Zunächst gegründet für die Unterstützung verwundeter Soldaten in den Kriegen 1866 und 1870/71 durch Sammlungen, entwickelte sich der „Frauen-Zweigverein vom Roten Kreuz“ in Pfaffenhofen seit den 1870er Jahren zu einer Hilfsorganisation in Friedenszeiten. Bei der Versorgung in Krankheitsfällen, aber auch durch Beratung, Informationsveranstaltungen und Sammlungen für karitative Zwecke wirkten die Frauen seit dieser Zeit zum Wohl insbesondere der armen und kranken Bevölkerung, in Kriegszeiten zur Genesung der Soldaten.

Mieterschutzverein Pfaffenhofen
Einem erstmals in den 1920er Jahren in Pfaffenhofen deutlich zutage tretenden Problem, das aus den Folgen des Ersten Weltkriegs (1914–1918) resultierte, widmete sich der Pfaffenhofener „Mieterschutzverein“. Unter der Vorstandschaft von Josef Sommer trugen die Mitglieder des Vereins durch ihre Beiträge dazu bei, angesichts der herrschenden Wohnungsnot Mieter vor Kündigung zu schützen oder ihnen bei der Wohnungssuche behilflich zu sein.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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