Pfaffenhofen als „nachhaltigste Kleinstadt“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 ausgezeichnet

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Pfaffenhofen a. d. Ilm gehört in Sachen Nachhaltigkeit zu den Top-Kleinstädten in Deutschland. Der erste Platz beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 unterstreicht diese Position. Die Breite der Maßnahmen ist eindrucksvoll.

„Ein eindrucksvolles, breit angelegtes Maßnahmenspektrum einer nachhaltigen Stadtentwicklung“ – das attestiert die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises den Pfaffenhofenern. „Umfangreich und innovativ“ seien die Projekte, mit denen sich Pfaffenhofen beworben hat. Und auch im internationalen Maßstab ist die 24.000-Einwohnerstadt bereits aufgefallen: im Herbst 2011 konnten die Oberbayern den Sieg bei den „International Awards for Liveable Communities“ erringen und dürfen sich seither „lebenswerteste Kleinstadt der Welt“ nennen. Einen Sonderpreis erhielt Pfaffenhofen zusätzlich in der Kategorie „vorbildliches Umweltmanagement“. Was also macht die 24.000-Einwohner-Kommune zum Vorreiter und Preisträger?

Zukunftsweisende Bio-Tradition
Sicher ein wichtiger Faktor ist die lange Bio-Tradition vor Ort. So hat Hipp, das laut Verbraucherumfragen nachhaltigste Unternehmen Deutschlands, in Pfaffenhofen seinen Stammsitz und einen Teil der Babynahrungs-Produktion. Durch weitere innovative Unternehmen hat sich Pfaffenhofen zudem zu einem kleinen Zentrum für grüne Technologien und schonende Verfahren entwickelt. Das Biomasse-Heizkraftwerk ist hier das herausragende Beispiel. Dank ihm hat die Stadt als erste deutsche Kommune bereits 2001 das Klimaschutzziel aus dem Kyoto-Protokoll erreicht. Doch auf dem bisher Erreichten will man sich nicht ausruhen: Gemeinsam mit vielen Bürgern wurde ein Klimaschutzkonzept erarbeitet. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen über die Hälfte reduziert werden – auf nur mehr drei Tonnen je Bürger im Jahr.

Menschengerecht und naturnah
Ein schonender Umgang mit Ressourcen ist generell eine große Herausforderung für die Kleinstadt, denn sie ist wie so viele Städte im Münchner Norden eine wachsende Stadt. Daher setzt Pfaffenhofen konsequent auf Nachverdichtung und Flächenrecycling. Ein neuer Stadtteil entsteht derzeit gar als komplett nachhaltiges Viertel: „Als zukunftweisendes Modell für eine umfassende nachhaltige Stadtteilplanung“ steht laut Jury das Ecoquartier Pfaffenhofen. Das Modellprojekt vereint nachhaltiges Leben, Arbeiten und Landwirtschaft. Die Stadt überzeugte die Jury insbesondere als „Modellkommune für menschen- und unternehmensgerechte Stadtplanung“. Dafür steht zum Beispiel die regionale Gartenschau, die man unter dem Titel „Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm 2017“ ausrichten wird. Sie soll mehr Grün in die Stadt bringen.

Engagierte Bürger
Dass Nachhaltigkeit mehr ist als Umweltschutz, zeigen Pfaffenhofens Beiträge in den Kategorien Bildung und Integration, Wirtschaft und Arbeit sowie Governance und Verwaltung. So wird in Pfaffenhofen großer Wert auf Bürgerbeteiligung gelegt. Um das Bürgerengagement zu fördern, hat die Stadt das Aktionsprogramm „PAF und DU – mitwissen, mitreden, mitgestalten“ ins Leben gerufen. Für Mitbestimmung sorgt auch das Jugendparlament. Dieses gewählte Forum für Jugendliche zwischen 14 und 21 ist zum Modell für viele andere Kommunen geworden. Zudem setzt die Stadt auf umfassende Transparenz und ist Vorreiter mit ihrem Livestream aus dem Rathaus: Alle öffentlichen Stadtratssitzungen werden im Internet übertragen. „Akzente setzt die Stadt auch in generationenübergreifenden Bildungs- und Integrationsmaßnahmen“, so die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Vom Seniorenbüro über die Inklusionskita, vom Natur- und Energielehrpfad bis zum Denkmal für NS-Opfer reicht die Palette der Maßnahmen.

„Der Zukunft gewachsen“
Doch zurück zur heimischen Wirtschaft: Pfaffenhofen liegt im wirtschaftsstärksten Landkreis Deutschlands (FOCUS Money Ranking 2012). Für neue wirtschaftliche Impulse und eine weitere Aufwertung der ohnehin schon lebendigen Innenstadt sorgt die Stadt mit ihrer Wirtschafts- und Servicegesellschaft, einem Kreativquartier oder mit kostenlosen Ladenflächen, in denen junge Erwachsene für einige Monate die Selbstständigkeit ausprobieren können.

„Mit nachhaltigem Handeln sind wir der Zukunft gewachsen“, ist sich Matthias Scholz, der städtische Wirtschaftsförderer, sicher. „Und in einen Standort mit Zukunft investieren Unternehmen natürlich lieber“, erhofft er sich nun auch einen weiteren Schub für die Anziehungskraft der „Siegerstadt“.

35.000 Euro Preisgeld für Nachhaltigkeitsprojekt
Immerhin hatten beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 insgesamt 108 Städte und Gemeinden teilgenommen. Pfaffenhofen setzte sich in der Kategorie „Kleinstädte und Gemeinden“ an die Spitze. Die weiteren Preise gingen an Augsburg als nachhaltigste Großstadt und an Pirmasens als nachhaltigste Stadt mittlerer Größe. Der Preis wird von der „Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis“ jährlich an Unternehmen, Städte und Einzelpersonen vergeben. Die Auszeichnung ist mit einer Fördersumme von 35.000 Euro dotiert. Damit kann Pfaffenhofen ein neues Nachhaltigkeitsprojekt starten. Über deren Verwendung sollen nun – wie könnte es in Pfaffenhofen anders sein – die Bürgerinnen und Bürger entscheiden. Dabei wird den Pfaffenhofenern bestimmt wieder etwas Zukunftsweisendes einfallen.

Jurybegründung, Bewerbung der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm und weitere Materialen unter http://www.pfaffenhofen.de/nachhaltigkeitspreis

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Die Stiftung „Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V.“ wird getragen von der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvertretern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Der Jury gehören 16 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden an, darunter als Juryvorsitzender Günther Bachmann (Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung), Prof. Klaus Töpfer (ehemaliger Bundesumweltminister) und Thomas Hirth (Leiter „Netzwerk Nachhaltigkeit“ der Fraunhofer-Gesellschaft“.

Seit 2012 wird der Deutsche Nachhaltigkeitspreis an „Deutschlands nachhaltigste Städte und Gemeinden" vergeben. Gewürdigt werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben. Der Preis will die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden in nachhaltigem Handeln bestärken und helfen, die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung besser zu verankern.

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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