Regionaler Erzeugermarkt
Die Heimat schmecken

Die Organisatoren des Vereins Direktvermarktung Pfaffenhofener Land und Hallertau e. V. bei der ersten Verteilung der Pfaffenhofener Land Produkte am Pfaffenhofener Wochenmarkt Anfang Juli. (v. l) Manuel Hummler, Barbara Weichselbaumer, Maskottchen, Markus Käser und Sabine Kistler mit Sophia.
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  • Die Organisatoren des Vereins Direktvermarktung Pfaffenhofener Land und Hallertau e. V. bei der ersten Verteilung der Pfaffenhofener Land Produkte am Pfaffenhofener Wochenmarkt Anfang Juli. (v. l) Manuel Hummler, Barbara Weichselbaumer, Maskottchen, Markus Käser und Sabine Kistler mit Sophia.
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Gesundes und schmackhaftes Essen spielt bei vielen Menschen eine immer größere Rolle. Das belegen Umfrageergebnisse der vergangenen Jahre. Auch legen viele beim Einkaufen Wert darauf, dass die Lebensmittel nachhaltig oder sogar nach Öko-Kriterien hergestellt sind. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen auch gerne zu Produkten, die einen kurzen Weg hinter sich haben, also direkt in der Region angebaut oder hergestellt werden. In Pfaffenhofen wird dieser Trend durch verschiedene Initiativen gelebt und von der Stadt aktiv gefördert. Jetzt ist im Juli ein neuer regionaler Erzeugermarkt gestartet.

Nachhaltigkeit als Leitbild
Die Stadt Pfaffenhofen hat sich schon lange dazu verpflichtet, diese Nachhaltigkeit zu leben und zu fördern. Darum war es nur ein logischer Schritt, dass die Stadt das Solidaritätsprojekt Bodenallianz ins Leben gerufen hat. Denn auf einem gesunden Boden können auch gesunde Pflanzen wachsen, die dann unserer Gesundheit zuträglich sind. Das ist eine logische Folge. Die Öko-Modellregion Pfaffenhofener Land, zu der die Gemeinden Scheyern, Ilmmünster und Hettenshausen gehören, ist staatlich anerkannt. Hier steht das Ziel im Vordergrund, die Erzeuger, also Bauern oder Verarbeitungsbetriebe mit Abnehmern vor Ort, also Läden, Märkten oder Gastronomiebetrieben, oder direkt mit den Kunden zusammen zu bringen.

Regional und direkt vom Erzeuger
Seit Anfang Juli bietet ein neuer Erzeugermarkt in Pfaffenhofen den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, den gesamten Grundbedarf an Lebensmitteln mit Obst, Gemüse, Käse, Fleisch, Eier, Brot, Milch, Getränke und vielem mehr aus dem Pfaffenhofener Land und der Hallertau decken – ohne Umwege direkt vom Erzeuger. Zwischen Herstellungsort und dem Verkaufs- und Auslieferungsort
am Pfaffenhofener Hauptplatz liegen höchstens 20 Kilometer, im Schnitt sind es meist weniger als zehn Kilometer.

Verein Direktvermarktung Pfaffenhofener Land und Hallertau e. V.
Der Verein Direktvermarktung Pfaffenhofener Land und Hallertau e. V. bietet Lebensmittel an, die zu einhundert Prozent von bäuerlichen Erzeugern, Lebensmittel-Handwerkern oder kleinen Manufakturen aus der Region stammen.

Stadt als Förderer
Die Ziele des Vereins decken sich mit den Zielen, die die Stadt Pfaffenhofen in ihren Initiativen im Bereich Landwirtschaft verfolgt. Der Pfaffenhofener Stadtrat hat deshalb im Juni geschlossen dafür gestimmt, dass sich die Stadt als Fördermitglied ideell und auch finanziell an der Idee beteiligt.
Der städtische Nachhaltigkeitsmanager Peter Stapel erklärt, die Gründe der Stadt. „Wir sehen in dem neuen Erzeugermarkt eine sinnvolle wirtschaftliche Ergänzung. Für die Landwirte in der Region bietet sich eine gute Möglichkeit in den Direktvertrieb einzusteigen. Besonders freut mich, dass sich Erzeuger und Kunden wieder direkt austauschen können. Einige Anbieter befinden sich aktuell in der Umstellungsphase, sodass wir hoffen, dass sich der Anteil der bio-zertifizierten Betriebe in absehbarer Zeit erhöht”, betont Stapel.

www.pfaffenhofenerland.de
Das Einkaufen ist denkbar einfach. Die Kundinnen und Kunden können jeweils bis Donnerstag via PC, Tablet oder Smartphone auf der Internetseite www.pfaffenhofenerland.de in einem Online-Shop aus einer großen Vielfalt frischer Produkte wählen. Dabei sehen die Nutzer neben Informationen zum Produkt selbst auch eine kurze Beschreibung, aus welchem Betrieb es stammt, wo dieser Betrieb ist und nach welchen Kriterien er arbeitet. Am Ende des Einkaufs bezahlt der Kunde und erhält eine Bestätigung. Bezahlt werden kann über alle gängigen Verfahren, also Kreditkarte, Online Banking mit Sofortbezahlfunktion oder über PayPal. Anders als in einem gewöhnlichen Online-Shop bekommen
die Kunden in Pfaffenhofen ihre bestellten Waren nicht nur anonym zugeschickt. Eine Lieferung nach Hause ist zwar auch möglich, einmal wöchentlich ist der Erzeugermarkt aber mit einem Stand auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz. Dort können die Pfaffenhofenerinnen und Pfaffenhofener ihren frischen Wocheneinkauf selbst abholen und auch mit den Bauern oder Herstellern ins Gespräch kommen.
Wer es besonders eilig hat, bekommt seinen Einkauf auch fertig vorgepackt. Ein Einkaufszettel oder Bargeld sind überflüssig.

Faire Preise
Die Preise für die Lebensmittel legen die Erzeuger selbst fest. Das heißt, sie bekommen auch so viel, wie die Produkte tatsächlich wert sind. Teilweise handelt es sich bei den angebotenen Waren um Bio-Lebensmittel nach unterschiedlichen ökologischen Standards, aber auch von konventionellen Betrieben, die gut mit ihren Tieren oder mit der Natur umgehen. Die erste Vorsitzende des Vereins und Pfaffenhofener Klimaschutzpreisträgerin Barbara Weichselbaumer erklärt, „Mit fairen Preisen kann man Wunderbares für Mensch, Tier und Natur bewirken. Heute bestimmen wenige Handelsketten und Konzerne, was täglich auf Tellern landet. Darunter leiden nicht nur Vielfalt und Qualität. Wir wollen eine Alternative bieten.”

Bedürfnis wecken

Langfristig haben alle Beteiligten das Ziel, dass immer mehr Verbraucher den Wert gesunder und nachhaltig erzeugter Lebensmittel aus der eigenen Region erkennen und danach auch ihre Kaufentscheidung ausrichten. Die Landwirte wollen dazu die wöchentliche Ausgabe der Waren auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz nutzen und direkt mögliche Abnehmer ansprechen. Die Gründungsmitglieder des Vereins, Katja Herzinger vom Bimeshof in Uttenhofen und Sabine Kistler vom Maxhof bei Reichertshausen erklären das so, „Wir stellen keine No-Name-Produkte her. Der Kunde kennt mit dem Direktvermarkter den Produzenten der Lebensmittel. Wir kommen gerne mit unseren Kunden ins Gespräch. Genau zu diesem unvoreingenommenen Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern müsse wir wieder kommen.“ Es gibt viele Landwirte die gut mit Tier und Natur umgehen und nachhaltige Produkte herstellen. „Der negativen Darstellung unserer heimischen Landwirtschaft von Seiten der Medien und der Politik müssen echte Lösungsstrategien, die die komplexen Zusammenhänge berücksichtigen, entgegengesetzt werden.“

Treibhausbremse Boden
Ein gesunder, humushaltiger Boden trägt auch zum Klimaschutz bei. Er ist nicht nur die Basis für den Anbau von Nahrungsmitteln und Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlichster Lebewesen. Humushaltige landwirtschaftlich genutzte Böden sind in der Lage, das Treibhausgas CO2 zu binden und langfristig zu speichern. In einem Pilotprojekt der Bioland Stiftung untersuchen Wissenschaftler auf Höfen, die Mitglied in der Pfaffenhofener Bodenallianz sind, wieviel CO2 so direkt vor Ort gebunden werden kann. Die Landwirte könnten in einem weiteren Schritt dann ihrerseits Zertifikate für das lokal eingesparte CO2 an Unternehmen oder andere Emittenten ausgeben, die damit ihre Ökobilanz verbessern können. Das eingenommene Geld kommt damit einer klimafreundlichen Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe zugute. Auf diesem Weg findet Klimaschutz einmal mehr hier vor Ort statt und nicht weit entfernt woanders auf der Welt.

So geht´s
Bestellen und Abholen
Jede Woche bis Donnerstag bestellen, gleich bezahlen und jeden Samstag von 9 Uhr bis 12 Uhr am Wochenmarkt abholen. Für besonders Eilige wird vor Ort ein Vorpackservice angeboten!
www.pfaffenhofenerland.de

Lieferung
Wer am Samstag keine Zeit zum Abholen hat, kann sich die Bestellung auch liefern lassen. Weitere
Informationen zur Lieferung unter www.pfaffenhofenerland.de

Erzeuger stellen sich vor

Katja Herzinger, Bimeshof in Uttenhofen
Wir sind der Bimeshof in Uttenhofen und bauen Gemüse regional-saisonal- biologisch an. Wir erweitern derzeit unser Sortiment und freuen uns, dass es den Erzeugermarkt gibt, da wir hier unsere zusätzlichen Produkte vermarkten können. Das tolle am Erzeugermarkt ist, dass wir nur die Produkte ernten, welche bestellt werden. Dadurch müssen wir keine Ware wegwerfen. Auch das Kennenlernen der anderen Bauern ist sehr interessant.

Barbara und Michael Weichselbaumer, Doimerhof in Thalhof
Landwirte und Verbraucher sind wohl noch nie so weit voneinander entfernt gewesen. Anstatt zu schimpfen oder aufzugeben, stecken wir unsere Energie in die Förderung eines Zusammenkommens. Bei vielen Hofführungen gab es wirkliches Interesse und wunderbare Gespräche. Um den Verbrauchern letztlich auch die Möglichkeit zum Einkauf zu bieten und regionale Landwirtschaft zu unterstützen, wurde der Verein Direktvermarkter Pfaffenhofener Land und Hallertau e. V. gegründet. Unser Verein nutzt die Online-Plattform „Marktschwärmer“, dadurch wird uns ein Einstieg in die Direktvermarktung ermöglicht. Hier bieten wir unter „Doimerhof Strohschweine“ Fleisch und Wurst aus Thalhof an. Faire Preise, kurze Wege, keine Lebensmittelverschwendung, ausschließlich regionales und saisonales Angebot, hochwertige Lebensmittel und Stärkung der Region sind unser größter Ansporn. Wir freuen uns, dass viele Kunden uns durch ihren Einkauf unterstützen.

Florian Zierer, Bioland-Milchhof Zierer in Kleinbachern
Kleinbachern ist ein idyllisch gelegenes Dorf vor den Toren der Domstadt Freising. Hier bewirtschaften wir unseren seit 1999 auf Bio umgestellten Michviehbetrieb mit eigener Hofmolkerei. Die Milch unserer 40 Kühe wird in der hofeigenen Molkerei auf besonders schonende Weise verarbeitet, um ihre wertvollen natürlichen Inhaltsstoffe zu erhalten. So bekommen unsere Produkte ihren ursprünglichen und typischen Geschmack. Ein Teil unserer Milch wird zu mildem Joghurt verarbeitet, und durch die Zugabe von auserwählten Bio-Fruchtzubereitungen entstehen unsere Frucht-Joghurts. Neben unserer
Frischmilch und unseren Joghurts sind wir seit kurzem auch in die Käseprodution eingestiegen. Wir stellen Grillkäse, verschiedene Schnittkäse her. Ausserdem produzieren wir für unseren Hofladen und die Marktschwärmerei frisches Bio Eis, Eis aus eigener Rezeptur, hergestellt aus unserer Milch und nur mit hochwertigen Bio Zutaten. Besonders am Herzen bei unserer Arbeit liegt uns das Wohlergehen unserer Tiere und die Zufriedenheit unserer Kunden.

Martin und Maria Müller, Moierhof in Haimpertshofen
Wir sehen in dem Erzeugermarkt eine sehr gute Möglichkeit, unsere regional erzeugten Produkte auf direktem Wege dem Verbraucher anzubieten. Außerdem haben wir somit die Gelegenheit, im persönlichem Gespräch, den Kunden nahe zu bringen, wie wir unsere Lebensmittel poduzieren. Wir selbst haben in unserem Sortiment Eier, Nudeln, Suppenhühner, Kürbisse und Schnittblumen in Bioqualität, welche wir auf unserem Biohof in Haimpertshofen, am Rande von Pfaffenhofen, in bester Qualität nach Naturlandrichtlinien erzeugen.

Bodenallianz und

Pfaffenhofener Bodenallianz
Die Pfaffenhofener Bodenallianz wurde im Jahr 2018 gegründet, um eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Pestizide und den Anbau gesunder, bioregionaler Lebensmittel und die Artenvielfalt zu fördern. Die Stadt Pfaffenhofen stellt der Allianz rund eine Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld werden für die knapp 100 Mitglieder der Bodenallianz zahlreiche Informationsveranstaltungen und Exkursionen angeboten, wie z. B. Felderbegehungen, Messebesuche oder Workshops. Zusätzlich bietet die Stadt auch hochwertige Weiterbildungen an, wie z. B. den knapp drei Jahre dauernden Bodenkurs, den über 30 Landwirte mit großem Engagement besuchen. Die Bauern erhalten dort neue Impulse für die Bewirtschaftung ihrer Böden, die Möglichkeit sich untereinander zu vernetzen und sich mit international anerkannten Experten auszutauschen. Die mittlerweile erzielten Erfolge der bayernweit einmaligen Bodenallianz können sich sehen lassen. Erste Betriebe haben bereits auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Die Bodenallianz spricht auch die Stadtbewohner Pfaffenhoffens direkt an. In direktem Kontakt zu Landwirten der Region werden den Bürgern Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie selbst einen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten können.

Öko-Modellregion
Das Pfaffenhofener Land, ein Zusammenschluss der Stadt Pfaffenhofen mit den Gemeinden Scheyern, Hettenshausen und Ilmmünster, ist eine von insgesamt 27 Öko-Modellregionen in Bayern, die die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranbringen sollen. Im Mai 2019 wurde das Pfaffenhofener Land als „staatlich anerkannten Ökomodellregion“ in Bayern ausgezeichnet und ist Bestandteil der Initiative BioRegio 2020 der Bayerischen Staatsregierung. Die Öko-Modellregion Pfaffenhofener Land erweitert den Wirkungsbereich der Bodenallianz. Maßnahmen der Allianz können so – unter Einbeziehung der drei Nachbarkommunen – in einem größeren Gebiet und mit mehr Landwirten umgesetzt werden. Scheyern, Hettenshausen und Ilmmünster bringen sich mit Experten und Praktikern im Bereich Anbau, Verarbeitung, Vermarktung und Bildung ein. Den teilnehmenden Landwirten der Öko-Modellregion werden Fortbildungen, Informationsveranstaltungen und Exkursionen angeboten. Die Öko-Modellregionen werden vom Freistaat Bayern finanziell unterstützt. Als neue Projektmanagerin der Öko-Modellregion Pfaffenhofener Land fungiert seit Juni Dipl.-Ing. (FH) Landespflege Agnes Bergmeister. Sie ist in Pfaffenhofen geboren und aufgewachsen und bringt langjährige Erfahrung in der Umweltbildung und beim ökologischen Anbauverband Naturland mit. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Menschen aus Pfaffenhofen, Scheyern, Hettenshausen und Ilmmünster, die die Öko-Modellregion mitgestalten möchten. Sie ist erreichbar unter 08441 78-23 15 oder agnes.bergmeister@stadt-pfaffenhofen.de

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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