Pfaffenhofens Bepflanzungskonzept lässt Kreisel in Aichach erblühen - Stadtgrün-Gärtner helfen Nachbarkommunen

Pfaffenhofener Stadtgrüngärtner pflanzen vor den Toren Aichachs
 
Die bienenfreundlichen Stauden werden in Sand gesetzt. Das macht die Bepflanzung pflegeleicht.

Aichach richtet 2020 die Bayerische Landesausstellung aus und hat das Team Stadtgrün der Stadtwerke Pfaffenhofen bei der Gestaltung von Grünflächen um Unterstützung gebeten. Das ließen sich die Pfaffenhofener Gärtner nicht zweimal sagen, gaben ein Angebot ab und packten neben der Planung auch gleich tatkräftig mit an. Im Herbst wurden unter anderem über 6.000 Stauden und 20.000 Blumenzwiebeln gepflanzt, damit Aichach seine Gäste bereits im kommenden Jahr farbenfroh begrüßen kann.

In der Stadt Aichach laufen die Vorbereitungen für die Bayerische Landesausstellung 2020 auf Hochtouren. Im April kommenden Jahres beginnt die Ausstellung, aber die Umgestaltungen von etlichen öffentlichen Flächen und Verkehrsinseln zu einladenden Staudenpflanzungen müssen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, damit es nächstes Jahr ordentlich blüht. Nachdem sich die Aichacher schon beim Bepflanzungskonzept Unterstützung aus Pfaffenhofen geholt hatten, bekamen die Pfaffenhofener kürzlich auch den Zuschlag für die Planung, Gestaltung und die Bepflanzung verschiedener Flächen. Über 1.100 Quadratmeter nachhaltige, bienenfreundliche und pflegeleichte Staudenpflanzungen hat das Team Stadtgrün der Stadtwerke Anfang November im Auftrag der Stadtverwaltung Aichach auf drei großen Verkehrskreiseln angelegt, um im nächsten Jahr die Einfallstore der Stadt zum Blühen zu bringen. Tausende von Stauden und über 20.000 Zwiebelpflanzen setzten die fünf Pfaffenhofener Stadtgärtner in das Staudensubstrat.

Der Untergrund macht‘s

Auch das Substrat, das Herzstück der Bepflanzung, wurde nach dem Vorbild der Pfaffenhofener Begrünungsoffensive in drei Schichten aus Kies, gedämpftem Kompost und gewaschenem Sand aufgebaut. Gerade die Mischung aus günstigen Materialien, die man in jedem Kies- und Kompostwerk bekommt, macht die Bepflanzung so pflegeleicht. Unkräuter, die eine Blütenbepflanzung leicht überwuchern und zerstören können, fassen auf dem meist trockenen, nährstoffarmen Sandboden schlecht Fuß. Die Stauden selbst kommen mit dem mageren Boden aber gut zurecht. Schon nach einem Jahr brauchen die Stauden nicht mehr gegossen zu werden. Man spart also nicht nur bei der Unkrautentfernung, sondern auch am Gießen.
Besonders können sich die Aichacher und ihre Gäste darüber freuen, dass die Bepflanzungen auch ein Beitrag zum Artenschutz in der Stadt sind.

Bereits in Pfaffenhofen kann man häufig Wildbienen beobachten, die in den Sandflächen ihre Behausungen graben. Auch Ameisen, Spinnen, Vögel, Hummeln und Bienen werden regelmäßig auf Nahrungssuche in den Staudenbeeten gesichtet. Über den Winter bleiben die stabilen Pflanzenteile übrigens weitestgehend stehen, denn viele Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten nutzen die hohlen Stängel und Halme als Winterquartier. Erst im Frühjahr, bevor die Narzissen durch den Sand spitzen, werden die alten Pflanzenteile abgeschnitten.

Das Pfaffenhofener Begrünungskonzept – Vorbild für andere

Das Team Stadtgrün ist besonders stolz auf diesen Auftrag aus und für Aichach, denn für gewöhnlich beschränkt sich ihr Tätigkeitsbereich auf das Pfaffenhofener Stadtgebiet. Nun freuen sich die Gärtner der Stadtwerke über den Auftrag aus der Region, denn er ist auch ein Stück weit Anerkennung für die in Pfaffenhofen geleistete Arbeit, die auch über die Region Pfaffenhofens viel Aufmerksamkeit geweckt hat. Bei all‘ dem Lob für die Gärtner und die langfristige Planung der Stadt, die so etwas möglich macht, darf man aber auch die vielen freiwilligen Grünanlagen-Paten nicht vergessen. Sie sind ein verlässlicher Bestandteil in Pfaffenhofen, der sich ehrenamtlich um die vielen Beete und Grünflächen kümmert. Eine Gruppe engagierter Bürger, die letztendlich – ganz nebenbei – geholfen haben, die Bedeutung der kleinen und großen grünen Oasen in und für Pfaffenhofen für Mensch und Tiere noch populärer zu machen. Und wenn im Sinne des Artenschutzes die eine oder andere Wiese ungemäht bleiben kann, spart man zusätzlich.
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