Mit Video: Stadtrat beschließt wegweisenden Plan zur langfristigen Schaffung neuer Sozialwohnungen

An der Ziegelstraße 62 hat die Stadt Pfaffenhofen im vergangenen Jahr einen Neubau mit zwölf Sozialwohnungen errichtet.
 
Das alte Stadthaus an der Ziegelstraße 64 sollabgerissen werden und einem neuen Sozialwohnungsbau Platz machen.
Die Stadt Pfaffenhofen wird ihre Wohnungswirtschaft neu organisieren und in den kommenden Jahren eine Vielzahl neuer Sozialwohnungen schaffen.
Der Stadtrat beschloss, den Anteil des kommunal steuerbaren Wohnraums deutlich zu erhöhen. Angesichts der allgemeinen Mietpreisentwicklung trägt die Stadt so zur Deckung des Bedarfs an erschwinglichen Mietwohnungen auch für einkommensschwächere Schichten der Bevölkerung bei.

Diese auf mehrere Jahre gerechnete Kraftanstrengung wird in einem ersten Schritt den öffentlich beeinflussbaren Anteil an Wohnraum um mehr als 40 % erhöhen. Statt aktuell 328 Wohnungen in öffentlicher Hand sollen über 460 Einheiten zur Verfügung stehen. Dafür sind insgesamt knapp 30 Millionen Euro erforderlich. Möglich wird dies durch ein Finanzierungsmodell, welches das nötige Eigenkapital für die städtische Wohnraumbeschaffungsgesellschaft aus der sukzessiven Veräußerung nicht mehr benötigter Grundstücke liefert.

Schon in den letzten Jahren hat die Wohnraumbeschaffungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Pfaffenhofen a. d. Ilm GmbH – eine hundertprozentige Tochter der Stadt – mehrere Gebäude mit Wohnungen im sozialen Mietwohnungsbau errichtet. Zuletzt entstanden so 15 Wohnungen an der Luckhausstraße (im Jahre 2012) und zwölf Wohnungen an der Ziegelstraße im Jahre 2014. Ebenfalls an der Ziegelstraße soll demnächst ein weiterer Neubau mit sechs bis acht Sozialwohnungen gebaut werden.

In seiner Sitzung am 21. Mai befasste sich der Stadtrat ausgiebig mit dem Thema Wohnungswirtschaft. Die Firma Rödl & Partner hatte ein Konzeptgutachten über die Neuorganisation der Wohnungswirtschaft erstellt und Maier Neuberger Architekten aus München hatten den Wohnungsbestand untersucht sowie die erforderlichen Maßnahmen bewertet. Bei der Vorstellung der Ergebnisse in der Stadtratssitzung wurde deutlich, dass viele Wohnungsimmobilien der Stadt und der Hl. Geist- und Gritsch’schen Fundationsstiftung hohen Sanierungsbedarf aufweisen. Allerdings wird bei einigen Gebäuden eine Sanierung für nicht sinnvoll erachtet und stattdessen ein Verkauf vorgeschlagen.

Detaillierter Umsetzungsplan aufgestellt
Um die Schaffung zusätzlicher Sozialwohnungen realisieren zu können, wurde von der Verwaltung ein auf mehrere Jahre berechneter Plan aufgestellt. Dabei wurden die Wohngebäude der Stadt, der städtischen Wohnraumbeschaffungsgesellschaft und der Stiftung berücksichtigt und in drei Kategorien aufgeteilt: Gebäude, die im Bestand der Stadt erhalten bleiben sollen, Gebäude und Grundstücke, die zur Finanzierung von Neubauten verkauft werden sollen und mögliche Neubauten auf städtischen Grundstücken bzw. Erbbaugrundstücken.

Trotz der Eigenkapitalzuführung durch die Stadt ist nämlich der soziale Wohnungsbau nur durch den Verkauf von Grundstücken und die Nutzung von Grundstücken im Einheimischenmodell finanzierbar und realisierbar. Ein positiver Aspekt ist dabei, dass durch den Verkauf an private Investoren weiterer Wohnraum auf dem normalen Wohnungsmarkt geschaffen wird.

Bis zur vollständigen Umsetzung werden einige Jahre vergehen. Allerdings ist der Druck am normalen Mietmarkt und nicht zuletzt auch im sozial geförderten Wohnungswesen sehr groß – z. B. durch deutlich steigende Obdachlosenzahlen. Daher rechnet die Stadt Pfaffenhofen damit, dass einige zum Teil leer stehende Wohnungen, die sich in schlechtem Zustand befinden, notdürftig zu diesem Zweck instandgesetzt werden müssen. Zwischenzeitlich hat sich die Stadt auch an Staatsminister Herrmann gewandt und um Information zu den aktuellen Plänen des Innenministeriums für neue Programme zur Unterstützung kommunaler Wohnungsbauvorhaben gebeten.

Verkauf oder Sanierung
Der Stadtrat entschied in seiner Sitzung am 21. Mai neben dem Grundsatzbeschluss auch mehrere Detailfragen, so etwa zum zeitlichen Ablauf der Verkäufe von Grundstücken in Abhängigkeit zu den Neubauten.
Die Stiftungshäuser in der Dr.-Bergmeister-Straße 51–53 sollen baldmöglichst saniert werden. Hierfür stehen im Stiftungshaushalt 603.000 Euro zur Verfügung. Auch an der Wohnanlage St. Josef sollen notwendige Maßnahmen umgehend durchgeführt werden. Hierfür stehen im städtischen Haushalt 150.000 Euro und im Stiftungshaushalt 50.000 Euro zur Verfügung.
Der Wohnraumbeschaffungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft soll dann in einer Hand auch die Betreuung der Wohnungen im Eigentum der Stiftung übernehmen.

Neuer Sozialwohnungsbau
Um weitere Sozialwohnungen zu schaffen, soll mit den Planungen zur Errichtung eines Wohngebäudes auf dem Erbbaugrundstück der Stadt an der Ziegelstraße 64 begonnen werden. Außerdem wird der bisherige Parkplatz an der Kellerstraße generell für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Mit der Planung soll bis Mitte des Jahres 2016 begonnen werden. Ebenfalls im nächsten Jahr soll das in der Spitalstraße vorgesehene Mehrgenerationenhaus geplant werden, das dann nach der Gartenschau 2017 errichtet werden soll.

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.