Immer aktuell: Team Stadtgrün der Stadtwerke Pfaffenhofen auf der Tagung bayrischer Gartenamtsleiter

Während der Workshops beim Stadtwerke-Familienfest wurden pflegeleichte Beete angelegt
 
Paten, Bürger und Mitarbeiter der Stadtwerke arbeiten Hand in Hand - so muss es sein.

Wie sieht eine optimale Begrünung in Städten aus, die sich klimatisch verändern? Diese und viele andere Fragen haben sich im Juni die bayrischen Gartenamtsleiter im fränkischen Würzburg gestellt. Pfaffenhofen, das durch seine Stadtwerke und den Teamleiter des Stadtgrüns Mario Dietrich vertreten war, konnte einiges an neuen Informationen mitnehmen. Aber es stellte sich auch heraus, dass Pfaffenhofen mit seinem Stadtgrün-Konzept bereits heute sehr innovativ ist und bayernweit in einigen Bereichen Maßstäbe setzt.


Einmal im Jahr trifft sich der Arbeitskreis Stadtgrün des Bayerischen Städtetags, um Erfahrungen bei der Planung und beim Unterhalt des öffentlichen Grüns auszutauschen und Lösungen für aktuelle Probleme im „Grünen Bereich“ zu finden. In diesem Jahr hatte Würzburg die Gartenamtsleiter der 28 bayerischen Mitgliedstädte eingeladen. Seit 2017 ist Pfaffenhofen Mitglied dieses Gremiums und Mario Dietrich von den Stadtwerken vertritt Pfaffenhofen in seiner Rolle als Verantwortlicher für Pfaffenhofens Stadtgrün.
Neben dem fachlichen Erfahrungsaustausch über Innovationen und die effizientere Pflege des Stadtgrüns stand einmal mehr der Umgang mit dem Klimawandel im Vordergrund, der sich in den Städten besonders stark bemerkbar macht. Die Folgen des Klimawandels sind für die Planung und die Pflege öffentlicher Anlagen eine große Herausforderung und machen diese komplizierter und aufwändiger. Viele Pflanzen und Bäume leiden unter den Hitzeperioden, die immer häufiger vorkommen. Dazu kommen die länger werdenden Trockenzeiten, welche Pfaffenhofens Stadtgärtner in diesem Jahr bereits fast täglich mit dem Gießwagen ausrücken lassen. Mittlerweile bekommen Straßenbäume sogar Sonnenbrand. Wenn die Temperatur an der Baumrinde 42 Grad übersteigt, kann es zu Rindenschädigungen kommen. Die Folge davon ist das Aufreißen der Rinde. Dies begünstigt das Eintreten von Schadorganismen, die den Baum schwächen und im schlimmsten Fall sogar zum Absterben bringen können. Andererseits ist viel Stadtgrün wichtig für das Stadtklima Pfaffenhofens. Viel Grün in der Stadt reduziert die Aufheizung der Stadt und kann so zur Milderung der Erwärmung beitragen. Bekanntermaßen ist der Schatten unter großen Bäumen angenehmer, als der Schatten unter einem Sonnensegel. Das liegt daran, dass Bäume die Umgebungstemperatur durch ihre Verdunstung aktiv herabsetzen. Unter Sonnensegeln hingegen staut sich die heiße Luft, anstatt wohltuende Kühlung zu bringen. Das Team Stadtgrün begegnet dem Klimawandel in Pfaffenhofen aktiv mit einer Strategie, die übergreifende, aufeinander abgestimmte Maßnahmen beinhaltet. Bei der Auswahl der Stadtbäume greift man auf besondere Klimabäume zurück, die auch große Hitze ertragen können, empfindliche wasserhungrige Sommerblumen werden durch trockenheitsverträgliche robuste Blühstauden ersetzt. Das reduziert die Pflege und schenkt den Stadtgärtnern Zeit, sich um die Lösung anderer Probleme zu kümmern. Beispielsweise dem Insektensterben und dem Verlust der Artenvielfalt (Biodiversität). Dieses Thema stand ebenfalls im Fokus der Tagung. Mit der verstärkten Pflanzung von Trockenstauden wird nicht nur teures Gießen reduziert, sie stellt auch wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume für bedrohte Tierarten, Insekten und Schmetterlinge dar. Studien haben gezeigt, dass besonders in Städten, die eine größere Vielfalt an Lebensräumen für die Tiere bieten, die Biodiversität höher ist, als auf dem Land mit seinen häufig in Monokultur bewirtschafteten Äckern. Hier gilt es zu bewahren, was noch da ist. Aber allein mit dem Pflanzen bunter Staudenbeete auf Verkehrsinseln und dem Stehenlassen von Baumstümpfen am Straßenrand, in denen Tiere eine Heimat finden, ist es nicht getan. Um das Artensterben nachhaltig zu reduzieren, müssen die vielfältigen Flächen größer werden. Sie sollen sich nicht nur auf öffentliche Flächen beschränken, auch Privatgärten sind für die Biodiversität wichtig. Mit der Anlage von Bienenweiden und Blütenstaudenbeeten im eigenen Garten kann jeder mithelfen. Viele Bürger entscheiden sich leider immer noch gegen Bienenstauden und für Kiesgärten oder große Rasenflächen. Dies geschieht häufig aus Unsicherheit oder Unkenntnis. Auf der anderen Seite sind unzählige Bürger begeistert von Pfaffenhofens pflegeleichten Trockenstaudenbeeten wie man sie am Hungerturm oder am Kreisverkehr Kuglhof sehen kann. Dass so etwas auch im eigenen Garten realisiert werden kann, ist erfreulicherweise bereits an einigen privaten und gewerblichen Gärten und Fläche zu sehen. Auch andere Kommunen sehen sich in Pfaffenhofen um und tun es den Pfaffenhofenern gleich. Die Stadtverwaltung hat nun das Programm „Pfaffenhofen soll blühen“ begonnen, damit es auch in Pfaffenhofens Gärten immer mehr blüht. Mario Dietrich, der Teamleiter Stadtgrün von den Stadtwerken bietet den Pfaffenhofenern eine kostenlose Beratung. In ihrem privaten Garten zeigt er ihnen, wie sie auf der eigenen Fläche mehr Blütenbeete entstehen lassen können, aber dennoch nicht in Pflegearbeit versinken. Schließlich ist die geringe Pflege der Trockenstaudenbeete ein wesentliches Merkmal der innovativen Bepflanzungsstrategie der Pfaffenhofener Blühinseln. Am „Tag der offenen Tore“ am Sonntag den 1. Juli haben zahlreiche Bürger die Gelegenheit genutzt, am kostenlosen Workshop auf dem Gelände der Stadtwerke teilzunehmen. Für alle, die diesen Termin verpasst haben, sich aber dennoch für eine Beratung interessieren, bietet Mario Dietrich individuelle Besuchstermine im eigenen Garten an.
Weitere Infos unter:
https://www.pfaffenhofen.de/pfaffenhofensollbluehen/
https://www.pfaffenhofen.de/gruenanlagenpatenschaften/
https://www.pfaffenhofen.de/stadtbaeume/
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