Stadtwerke kaufen Streusalz zum Sommertarif

Sepp Pils von den Stadtwerken weist den Lastwagen mit einer weiteren Streusalzladung ein
Der Sommer hat gerade erst begonnen, da denken die Stadtwerke bereits wieder an Eis und Schnee auf unseren Straßen. Vier Mal schon sind schwere Lastwagen auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke eingetroffen und haben eine Ladung von jeweils 25 Tonnen Streusalz abgekippt. Noch 24 weitere Ladungen werden erwartet, bis die bestellten 700 Tonnen dann komplett eingelagert sind. Das Streusalz kommt aus dem deutschen Bergwerk Stetten, südlich von Stuttgart. Der Lieferant hat eine Ausschreibung der Stadt Pfaffenhofen gewonnen. Die nutzt im so genannten Frühbezug die günstigen Preise im Sommer, um ihr Salzlager aufzufüllen. Für eine Tonne zahlt die Stadt bei der aktuellen Lieferung 59,- Euro. Im Winter kostet das Streugut deutlich mehr. Da kann der Preis auf über 80,- Euro steigen, vor allem wenn ein strenger Winter den Bedarf erhöht. 2010 war es so kalt, dass Streusalz zur echten Mangelware wurde. Nach Medienberichten hat Salzmangel in Osteuropa sogar schon einmal dazu geführt, dass man Pökelsalzabfälle aus der Schinkenproduktion auf den Straßen eingesetzt hat. In Deutschland dagegen gibt es genaue Vorschriften, was im Streusalz enthalten sein darf. Natriumchlorid, Kalziumchlorid und Magnesiumchlorid sind Bestandteile, auch ein sehr geringer Anteil kleinstgemahlener Steine ist erlaubt. Die neue Salzhalle der Stadtwerke hat eine Kapazität von 1.000 Tonnen. Die Halle ist so gebaut, dass dort keine Feuchtigkeit entsteht – denn dann verklumpt Streusalz und muss aufwändig wiederaufbereitet werden.
In einem durchschnittlichen Winter brauchen die Stadtwerke 650 Tonnen Streusalz. Im Winter 2011/2012 hat das Kommunalunternehmen allerdings 1.400 Tonnen Streusalz auf den Straßen und Wegen im gesamten Stadtgebiet verteilt. Damals machte sich die vorausschauende Einkaufpolitik bezahlt – Streusalz war in jener besonders langen Frostperiode deutschlandweit zeitweise ausverkauft. Viele Städte und Gemeinden suchten verzweifelt nach der kostbaren Ware und mussten völlig überzogene Preise in Kauf nehmen. Die Salzhalle der Stadtwerke war jedoch auch damals nicht komplett leer. So konnten sie die Sicherheit ihrer Bürger auch bei Dauerfrost gewährleisten. Zehn große Streufahrzeuge sind jedes Jahr im Einsatz, um Glatteis zu beseitigen. Dazu kommen noch acht normale Fahrzeuge für die Fußtrupps. Diese streuen Salz mit der Hand auf allen Fußwegen und Bushaltestellen. Um drei Uhr in der Nacht beginnt der Winterdienst bei Frost. In einem halben Jahr wird es wieder soweit sein.
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