Stadt Pfaffenhofen schließt Partnerschaft mit dem Verein „Die Ofenmacher“ und kompensiert CO2-Emissionen

Andreas Herschmann, Referent des Stadtrats für Energie- und Klimaschutz, Thomas Herker, Erster Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen, Joachim Wiesmüller und Reinhard Hallermayer von den „Ofenmachern“ (v.l.n.r.)
Die Stadt Pfaffenhofen schließt eine Partnerschaft mit dem Verein „Die Ofenmacher e.V.“. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 4. Mai einstimmig beschlossen, nachdem der Verein sich und seine Arbeit vorgestellt hatte. Im Rahmen ihrer Partnerschaft kompensiert die Stadt Pfaffenhofen die kompletten CO2-Emissionen, die durch Wärmeerzeugung in 30 städtischen Gebäuden im Jahr 2016 verursacht wurden, durch eine zweckgebundene Spende an den gemeinnützigen Verein. Die Partnerschaft gilt zunächst für die Jahre 2017 und 2018.

„Die positiven Effekte, die durch das vorbildliche Engagement der Ofenmacher in den Entwicklungsländern erzeugt werden, passen zu unserer Philosophie in Pfaffenhofen. Deshalb stehe ich voll und ganz hinter diesem Projekt“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker.

Der Kontakt mit den Ofenmachern war im Oktober 2016 zustande gekommen. Damals besuchte Desta Andarge, Bürgermeister der zentral-äthiopischen Stadt Alem Katema, zusammen mit Dr. Frank Dengler und Joachim Wiesmüller von den „Ofenmachern“ Bürgermeister Thomas Herker.

„Mit der Spende der Stadt Pfaffenhofen werden international anerkannte Klimaschutzzertifikate erworben und durch den gemeinnützigen Verein in der entsprechenden Anzahl nachweisbar stillgelegt. Das bedeutet, dass die entsprechende Menge CO2 dauerhaft dem globalen Kreislauf entzogen wird. Die CO2-Menge wurde durch den Bau von rauchfreien Öfen in Nepal nachweislich eingespart und durch die Organisation The Gold Standard Foundation zertifiziert“, erläuterte Dr. Frank Dengler, der Vorsitzende der „Ofenmacher“.

Alle Zuwendungen, die die Stadt Pfaffenhofen im Rahmen der Partnerschaft dem Verein zukommen lässt, werden für den Aufbau und die Ausdehnung des Ofenbaus in Äthiopien eingesetzt. Durch den Bau rauchfreier Öfen werden Menschen in ländlichen Gebieten in einem der ärmsten Länder der Welt vor chronischen Rauchvergiftungen und Unfällen beim Kochen am offenen Feuer geschützt. Besonders Kinder und Kleinkinder erleiden dadurch häufig schwere Verbrennungen. Außerdem wird durch die Energieeinsparung die Holzrodung reduziert und die Hygiene in den Haushalten verbessert.

Die Ofenmacher, gegründet 2010 in München, haben sich unter dem Leitspruch „Rauchfreie Öfen statt offenes Feuer“ zum Ziel gesetzt, die Kochsituation in armen Entwicklungsländern zu verbessern. Damit verbunden sind auch der Klimaschutz und die Ressourcenschonung durch CO2-Kompensation. Angefangen in Nepal, wo bereits 50.000 Lehmöfen gebaut werden konnten, wurden nach und nach auch Projekte in Kenia und Äthiopien gestartet.

Die dort angebotenen zweiwöchigen Lehrgänge mit theoretischen und praktischen Inhalten bilden Landsleute vor Ort aus und geben somit Hilfe zur Selbsthilfe. Besonders Frauen sind an den Ausbildungen interessiert, da sie zum einen die Hauptbetroffenen der Nachteile von offenen Kochstellen sind und zum zweiten mit dem Ofenbau eine eigene Existenz aufbauen und sich wirtschaftlich absichern können. „Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet Kochen am offenen Feuer unter den fünf häufigsten Todesursache in Entwicklungsländern, noch vor Malaria und Tuberkulose“, erklärte Frank Dengler.

Die gesundheitlichen Gefahren des offenen Feuers sowie die Umweltbelastungen werden durch die aus Lehm und Sand gebauten Kochstellen samt Rauchabzug deutlich gemindert. Für nur zehn Euro kann ein einfacher Ofen in den Entwicklungsländern gebaut werden. Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.ofenmacher.org zu finden.
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