Pfaffenhofen auf gutem Weg in die Zukunft

   
Bei insgesamt fünf Workshops haben sich Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr mit vielen Ideen und Anregungen in die Ausarbeitung des neuen Flächennutzungsplans eingebracht.

Pfaffenhofen rüstet sich für die Zukunft und überlässt dabei nichts dem Zufall. In einem beispielgebenden Planungsprozess wird seit gut einem Jahr in intensiver Diskussion mit Bürgern und unterstützt vom interdisziplinären Planungsteam USP-BBP-Gevas ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Stadt entworfen. Zeitgleich werden ein neuer Flächennutzungsplan, Verkehrsentwicklungsplan und Landschaftsplan aufgestellt.
Der erste Gesamtentwurf wird den Bürgern nun in einer Informationsveranstaltung am Montag, 3. April um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses, präsentiert.

Nachdem der bestehende Flächennutzungsplan schon rund 20 Jahre alt war, nutzte die Stadt die Notwendigkeit der Erneuerung für einen umfassenden Planungsprozess zur gesamten Entwicklung der Stadt. Zwar steuert ein Flächennutzungsplan zunächst die Art der Bodennutzung und legt damit fest, wo im gesamten Stadtgebiet künftig Wohnbauflächen oder Gewerbegebiete entstehen sollen und wo Grünflächen oder Verkehrsflächen vorgesehen sind. Doch den Stadtverantwortlichen war es wichtig, diese räumlichen Ziele nicht isoliert festzulegen, sondern in eine Gesamtdiskussion zur Zukunft und Entwicklung der Stadt einzubinden. Durch die gleichzeitige Neuaufstellung des Landschaftsplans und des Verkehrsentwicklungsplans werden alle wichtigen Zukunftsfragen miteinander vernetzt. Nun kann der Flächennutzungsplan gleichzeitig als Instrument zur Identitätsstärkung über die rein bauliche Entwicklung hinaus und als ein geeignetes Instrument für Veränderungsprozesse und Innovationen genutzt werden.

Pfaffenhofen muss Pfaffenhofen bleiben
Das war der Leitsatz der Zukunftsforen, die im Vorfeld der Planerstellung durchgeführt wurden. In gleich fünf verschiedenen Workshops konnten Bürger ihre Ideen und Vorstellungen in den Planungsprozess einbringen. Nach einem allgemeinen Zukunftsworkshop, in dem Stärken und Schwächen, aber auch Ängste und Sorgen für die Stadt analysiert und Visionen und Leitbilder für Pfaffenhofen entwickelt wurden, fanden vier thematische Zukunftsforen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern statt. Für die Themen Landschaft, Mobilität, Ortsteile und Kernstadt wurden in vier weiteren Veranstaltungen die allgemeinen Ziele konkretisiert und für jedes Thema spezifische Leitlinien und Ziele entwickelt. In einer anschließenden Klausurtagung hat sich der Stadtrat intensiv mit den Überlegungen befasst. Die beteiligten Planer bezeichnen des Prozess als vorbildlich: "Nur selten werden Planungen derart umfassend, ganzheitlich und in dieser intensiven Auseinandersetzung mit Bürgern durchgeführt."

Beachtliches Ergebnis
Das vorläufige Ergebnis ist durchaus beachtlich. Mit dem nun vorliegenden Entwurf kann den Vorstellungen der Bürger nahezu ausnahmslos entsprochen werden. Wichtige Ziele wie die Begrenzung des Wachstums, die Wahrung der Pfaffenhofener (Bau-)Kultur, der Erhalt der Kleinteiligkeit, der persönlichen Atmosphäre und der Gemütlichkeit sowie die Sicherung und Entwicklung der für die Identität wichtigen Ortsteile wurden aufgenommen und im Entwurf umgesetzt. Durch eine sehr umsichtige Planung in respektvollem Umgang mit der Landschaft und in einer im Maßstab zu Pfaffenhofen passenden Dichte plant die Stadt im neuen Flächennutzungsplan mit einem Zuwachs von bis zu 4.000 Einwohnern in den nächsten 15-20 Jahren. Neben den bereits geplanten Neubaugebieten (Heißmanning-Weingartenfeld und Pfaffelleiten im Osten der Stadt) ist eine wohnbauliche Entwicklung insb. östlich des ecoQuartiers und westlich von Weihern vorgesehen.
Besonders für die Ortsteile gibt der Flächennutzungsplanentwurf nun klare Vorgaben für Entwicklungsmöglichkeiten, damit zum einen ein gesundes Wachstum der Dörfer möglich wird, zugleich aber die landwirtschaftliche Prägung und der besonders wertvolle ländliche Charakter der Ortsteile erhalten bleiben.
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Stadt werden im Einklang mit landschaftsplanerischen Gesichtspunkten und dem Ziel der Stärkung der örtlichen Wirtschaft sowie der Ansiedlung weiterer hochwertiger Arbeitsplätze behutsam ergänzende Gewerbegebiete für die Unterbringung neuer Arbeitsformen ausgewiesen. So soll u. a. östlich des Krankenhauses ein neues Gewerbegebiet entstehen und das Gewerbegebiet „Kuglhof“ deutlich erweitert werden.

Nachhaltige Verkehrsentwicklung
Auch im Verkehrsentwicklungsplan werden alle Potentiale genutzt, die Stadt Pfaffenhofen durch eine nachhaltige Entwicklung zukunftsfähig zu machen. Dabei wird insbesondere auf eine Änderung des Mobilitätsverhaltens hin zu nachhaltigeren Verkehrsmitteln gesetzt. So soll zum Beispiel durch intensiven Ausbau von Radwegen und durch geeignete Verkehrsberuhigungsmaßnahmen die zum Teil starke Belastung der Straßen reduziert und das Umsteigen auf das Fahrrad oder den Bus gefördert werden. Durch neuartige Angebote wie Carsharing und die Förderung von Elektromobilität wird Pfaffenhofen seine Stärke als verantwortungsvoll und nachhaltig wirtschaftende Stadt weiter ausbauen. Hier wie auch beim Ausbau der sozialen Infrastruktur setzt Pfaffenhofen auch verstärkt auf die Kooperation mit der lokalen Wirtschaft und z. B. Wohnungsentwicklern und nimmt damit alle mit ins Boot, die die Entwicklung der Stadt aktiv mitgestalten.

Schöne Landschaft erhalten und weiterentwickeln
Besonders zielgerichtet und wirkungsvoll für die Zukunft ist auch der Entwurf zum Landschaftsplan. In der Stärkung der besonders reizvollen Landschaftsbestandteile, wie z.B. der Auenbereiche von Ilm, Gerolsbach und der kleineren Bäche, der weiteren Förderung der Kleinteiligkeit und Biodiversität sowie der Vernetzung wichtiger Biotopstrukturen werden unter Wahrung der landwirtschaftlichen Funktion nicht nur ökologische Ziele unterstützt, sondern auch die schöne Kulturlandschaft bei gleichzeitiger Förderung der Erholungsfunktion weiter entwickelt. So profitieren alle von der Entwicklung der Landschaft und Pfaffenhofen stärkt weiterhin seine Identität.

Beteiligung von Bürgern und Behörden
Nun geht der Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan in das sogenannte „förmliche Beteiligungsverfahren“. Nach der Vorstellung in einer Bürgerinformationsveranstaltung am 3. April kann der Planentwurf noch vier Wochen im Rathaus eingesehen und gegebenenfalls kommentiert werden. Parallel dazu werden wichtige Fachbehörden, wie z. B. das Landratsamt oder das Wasserwirtschaftsamt, beteiligt und um Stellungnahme gebeten. Mit den in dieser vorgezogenen Beteiligung eingehenden Anregungen der Bürger und Behörden wird sich der Stadtrat erneut intensiv befassen, den Entwurf anpassen und in einer weiteren vierwöchigen Auslegung im Herbst nochmals die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. Erst danach wird der Flächennutzungsplan förmlich beschlossen und die nächsten 20 Jahre als Leitschnur der weiteren Entwicklung für die Zukunft der Stadt Pfaffenhofens gelten.
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