Ausgezeichnete Stadt Pfaffenhofen

Preisverleihung in Düsseldorf (von links): der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker, Bürgermeister Klaus Stapf aus Karlsruhe, Oberbürgermeister Bernhard Matheis aus Pirmasens und Stefan Schulze-Hausmann, Vorstandsmitglied der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis. (Foto: Ralf Rühmeier)
Die Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm erhielt am Abend der Preisverleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises am Freitag, 8. Dezember in Düsseldorf die Möglichkeit, ihr Verständnis von Nachhaltigkeit deutlich zu machen.

Seit 2012 werden Kommunen für vorbildliche Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet, Pfaffenhofen gewann den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013. Das fünfjährige Jubiläum war nun Anlass, einen besonderen Preis auszuloben, dem die Frage zugrunde liegt, welche Anstrengungen ein Kommune unternimmt, um das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in die Gesellschaft zu tragen. Dieser Preis ging am Abend des 8. Dezembers zwar nicht an das nominierte Pfaffenhofen, sondern an die Stadt Pirmasens, aber man konnte die 1.200 Gäste der Preisverleihung auf das eigene Verständnis von Nachhaltigkeit aufmerksam machen.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die 35.000 Euro Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in die Hände von Jugendlichen gelegt werden. Auf Anregung von Bürgermeister Herker fasste der Stadtrat jedoch diesen Beschluss und gab dem Jugendparlament damit den Auftrag, über die Verwendung dieser Finanzmittel zu entscheiden, und dieses Vertrauen zahlte sich mehrfach aus: Die Jungparlamentarier mussten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen, und zahlreiche Projekte konnten in Pfaffenhofen finanziell gefördert werden.

Auch wenn es zum Gewinn des Jubiläumspreises nicht gereicht hat – die Intention war die richtige, und so fasste Bürgermeister Thomas Herker in seiner Ansprache an das Publikum in zwei Sätzen zusammen: „Nachhaltigkeit dreht sich im Kern um die Lebensgrundlagen der Jugend von heute und künftiger Generationen. Unser Ziel war es die Jugend zu sensibilisieren, in Verantwortung zu nehmen und entscheiden zu lassen – damit wollen wir heute Samen setzen, die morgen Früchte tragen“.

Über das Jugendparlament und die Verwendung des Preisgeldes:
Über die Verwendung des Preisgeldes durfte in Pfaffenhofen das Jugendparlament bestimmen. Das Jugendparlament, das alle zwei Jahre gewählt wird, vertritt die Interessen der Jugend gegenüber dem Stadtrat und berät ihn auch in den Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen. Die Jungparlamentarier beschlossen, das Preisgeld zu teilen und erarbeiteten ein Förderkonzept mit entsprechenden Richtlinien, um die Summe zweckgebunden und zu treuen Händen an verschiedene Mikroprojekte weiterzuleiten. Dabei wurden die einzelnen Fördersummen auf eine maximale Höhe von je 3.000 € beschränkt. So konnten in drei Jahren 10.000 € ausgeschüttet werden. Gefördert wurden der Interkulturgarten, der Energie- und Solarverein, der Arbeitskreis Asyl-Erstaufnahme, der Landesbund für Vogelschutz, der Internationale Kulturverein, die Familia Sozialeinrichtung und das Zentrum für Berufs- und Familienförderung.

Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis:
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben (darunter der Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 800 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger Entwicklung. Schirmherr im Jubiläumsjahr ist der Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Über den Jubiläumspreis:
Der Jubiläumspreis prämiert einmalig Kommunen, die als Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ihre Auszeichnung vorbildlich genutzt und Nachhaltigkeit in den Kommunen weitergetragen haben. Nominiert wurden neben der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm als nachhaltigste Kleinstadt (2013) Pirmasens als Stadt mittlerer Größe (2013) und die Großstadt Karlsruhe (2015). Das Publikum stimmte am 8. Dezember, dem Abend der Preisverleihung in Düsseldorf, live ab. Der Preis ging an die Stadt Pirmasens.
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