Gut unterwegs im Stadtverkehr und auf Landpartie

   

Die neue Lust am Radfahren

Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden. Derzeit erlebt es eine neue Blüte: Gezielte Radverkehrsmaßnahmen, neue Radwege und E-Bikes machen Radfahren sicherer und bequemer. So entdecken immer mehr Pfaffenhofener die Lust am Fahrrad als praktisches Verkehrsmittel für den Stadtverkehr wieder. Und auch das Umland lässt sich radeln besonders gut erfahren.

Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Drais erstmals auf einer Draisine durch Mannheim. Seine „Laufmaschine“ gilt als die Urform des Fahrrads. Heute – nach 200 Jahren – ist das Fahrrad weltweit das am meisten genutzte Transportmittel. In Deutschlands Privathaushalten gibt es laut Statistischem Bundesamt etwa 69 Millionen Drahtesel.

Umweltfreundlich, gesund, sozial
Das Fahrrad gilt als umweltfreundlichstes, gesündestes und sozial verträglichstes Fortbewegungsmittel. Es ist damit ein zentrales Element für die Entwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität – auch in Pfaffenhofen. Darauf möchte die dritte Auflage des Pfaffenhofener „Stadtradelns“ aufmerksam machen.

Aktion „Stadtradeln“ ab 8. Juli
Der Startschuss zum diesjährigen Stadtradeln fällt am Samstag, 8. Juli, um 9 Uhr. Am Infostand vor dem Rathaus können sich Interessierte über die Aktion informieren und als Teilnehmer registrieren lassen. Bis zum 28. Juli heißt es dann, möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zu sammeln. Das Stadtradeln ist als Wettbewerb konzipiert, so dass der Spaß und die Begeisterung für das Fahrrad im Vordergrund stehen. Jeder geradelte Kilometer, egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Bäcker oder auf einer ausgedehnten Fahrradtour, kommt der Aktion zu Gute. Die aktivsten Teilnehmer und Teams erhalten attraktive Preise.

Ziel der bundesweiten Kampagne ist, Bürgerinnen und Bürger für die Benutzung des Fahrrads im Alltag zu sensibilisieren, die Radverkehrsplanung in der Gemeinde anzustoßen sowie dadurch den kommunalen Klimaschutz voranzutreiben. Die Stadt hofft auf ebenso viele ambitionierte Teilnehmer wie 2016. Damals wurden beim Stadtradeln rund 70.000 Kilometer zurückgelegt. Das bedeutet eine Einsparung von zehn Tonnen CO2. Die Anmeldung findet man unter www.pfaffenhofen.de/stadtradeln.

Gemeinsam auf Tour
Das Stadtradeln wird heuer wieder von der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) unterstützt, der im Aktionszeitraum zu Fahrradtouren einlädt. Auch außerhalb der Aktion führt der ADFC geführte Touren durch. Angebote zum gemeinsamen Radfahren – mal eher gemütlich, mal sportlich aktiv mit dem Mountainbike – bieten zudem das Seniorenbüro und Vereine, z. B. die Naturfreunde, an.

Erlebnisreiche Radlausflüge
Wer lieber individuell ins Grüne fährt, kann sich an einen der beschilderten Radwege halten, die durch den Landkreis führen. Vier der erlebnisreichen Radlausflüge – Hopfentour, Ilmtaltour, Spargeltour sowie Erlebnistour an Ilm und Paar – durchqueren das Stadtgebiet. Die Ilmtaltour wird künftig über das Gartenschau-Gelände führen: Sie wird nach Ende der Veranstaltung über einen komfortablen Weg durch den Sport- und Freizeitpark verlaufen, Bademöglichkeit in der naturnah gestalteten Ilm inklusive.

Der Reiz der einmaligen Kultur- und Naturlandschaften rund um Pfaffenhofen lässt sich mit dem Fahrrad besonders gut und mit allen Sinnen erfahren: Die Fortbewegung ist entschleunigt, der Blick kann über Hügel, Hopfengärten und Wiesen wandern und die Nase umweht der Geruch von Heu, Raps oder Wald.

Städtetrip mit dem Rad
Der Trip in eine der Nachbarstädte ist ebenfalls per Rad möglich. Für die Anreise zur Gartenschau wurden elf Fahrradrouten ausgearbeitet, die aus allen Himmelsrichtungen in die Kreisstadt führen und natürlich auch umgekehrt nutzbar sind. Ob München, Ingolstadt, Neuburg, Freising oder Mainburg – alle Wege führen durch landschaftlich reizvolle Gebiete und sind auch für weniger Geübte geeignet. Alle Routen gibt es online unter gartenschau-pfaffenhofen.de/anreise.

Gut unterwegs in der Stadt
Das Fahrrad ist bekanntlich nicht nur für die aktive Freizeitgestaltung geeignet. Als Verkehrsmittel in der Stadt, für Besorgungen, den Arbeits- oder Schulweg lässt es sich gut nutzen. Mit dem Lastenrad oder Anhänger sind sogar Transporte möglich. Voraussetzung für Radeln in die Stadt und in der Stadt ist eine gute und sichere Radinfrastruktur – und die hat sich die Stadt Pfaffenhofen im Rahmen ihrer Verkehrsplanung und ihrer Klimaschutzziele auf die Fahnen geschrieben.

Laut neuem Flächennutzungsplan sollen alle Potentiale genutzt werden, die Stadt durch eine nachhaltige Entwicklung zukunftsfähig zu machen. Dabei wird in der „Leitlinie Mobilität“ u. a. auf eine Änderung des Mobilitätsverhaltens gesetzt: Um die starke Belastung von Pfaffenhofens Straßen zu reduzieren soll der Anteil des motorisierten Individualverkehrs verringert werden. Dafür sollen Radfahren und öffentlicher Verkehr attraktiver werden.

Verbesserungen für Radverkehr
Der Stadtrat hat daher konkret beschlossen, dass 2018 Fahrradstreifen an zwei vielbefahrenen Straßen angelegt werden: an der Ingolstädter Straße ab Altenstadt auswärts und an der Scheyerer Straße zwischen Radlhöfen und Goetheallee. Zudem werden ab Herbst 2017 über 60 zusätzliche Radl-Stellplätze am Bahnhof errichtet, ein Teil davon überdacht. Weitere Verbesserungen sollen erreicht werden durch einen Ausbau von Radwegen in die Innenstadt und in die Ortsteile, eine durchgängige Radinfrastruktur und weitere Radabstellanlagen.

Nach wir vor sind dabei Bürger-Anregungen gefragt. Das „Radlradar“ im Bürgermelder hat bereits viele Hinweise geliefert, die in die Radverkehrsmaßnahmen eingeflossen sind. Das Radlradar ist online zu finden unter http://buergermelder.pafunddu.de.

E-Bikes im Trend
Angesichts der Verbesserungen ist es kein Wunder, wenn Radfahren in Pfaffenhofen anscheinend immer beliebter wird. Dazu tragen auch Elektro-Räder bei, die in der hügeligen Stadt vieles bequemer machen. So war das kommunale Förderprogramm „Klimabonus“ für Pedelecs und E-Bikes in kürzester Zeit ausgeschöpft: Innerhalb von nur fünf Wochen hatten im Frühjahr 100 Pfaffenhofener den Antrag auf je 100 Euro „Umsattel-Bonus“ für den Kauf eines E-Bikes gestellt.

Bereits seit 2015 bietet die Stadt Pfaffenhofen eine E-Bike-Ladestation auf dem Hauptplatz an. Hinter der Stadtbus-Haltestelle beim Maibaum können Fahrer Akkus kostenlos in Schließfächern aufladen, während sie in der Innenstadt etwas erledigen oder ein Lokal besuchen. Den ökologischen Strom liefern die Stadtwerke Pfaffenhofen.

Das Rad hat Zukunft
Sicher lassen sich in Pfaffenhofen, ob mit elektrischer Hilfe oder ohne, nicht alle Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Das Auto wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Der derzeitige „Fahrrad-Boom“, den Medien ausgemacht haben, lässt sich aber auch vor Ort beobachten – und wird nach Kräften von der Kommune im Sinne einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung unterstützt. So ist das Fahrrad auch zu seinem 200. Geburtstag ein Verkehrsmittel mit Zukunft.
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