Mit Video: Klimaschutzpreise 2017 gehen an Biomasse-Heizkraftwerk, Doima-Hof Weichselbaumer und Familie Kufer

Nach der Verleihung des Klimaschutzpreises (von links): Energie-Referent Andreas Herschmann, Dr. Michael Jakuttis (Biomasse Hkw), Andreas und Patricia Kufer mit ihren Kindern Antonia, Heidi und Laurenz, Barbara und Michael Weichselbaumer (Doima-Hof) und Bürgermeister Thomas Herker.
 
Alle Nominierten für den Klimaschutzpreis 2017
Den Klimaschutzpreis 2017 in drei Kategorien hat die Stadt Pfaffenhofen am Samstag im Rahmen eines unterhaltsamen Festabends im Rathaus verliehen. Der Preis für die größte Einsparung geht an das von Dan Power betriebene Biomasseheizkraftwerk. Als besonders innovativ wurde der Doima Hof der Familie Weichselbaumer ausgezeichnet. Und den Publikumspreis erhielt die Familie Kufer, die weitgehend plastikfrei lebt. „Das ist eine wunderbare Konstellation“, resümierte Bürgermeister Thomas Herker, „denn wir haben hier Energieversorgung, Lebensmittelproduktion und ein Beispiel für vorbildliches Verhalten.“

Thomas Herker konnte zahlreiche Besucher im Festsaal des Rathauses begrüßen. An diesem Abend bekamen auch die aktivsten Radfahrer, die im Juli an der Aktion „Stadtradeln“ teilgenommen hatten, ihre Auszeichnungen überreicht. Außerdem stellte Saskia Kothe, die neue Klimaschutz-Managerin der Stadt, sich und ihre Arbeit sowie die nächsten Projekte kurz vor.

Musikalisch schwungvoll umrahmt wurde der Abend vom Quartett „Hopfengold“. Amüsant und kurzweilig war auch der Impulsvortrag von Christoph Biemann – bekannt von der Sendung mit der Maus – zum Thema „Wer lacht, lernt schneller. Bei gutem Klima lacht es sich noch besser!“ Er ging auf einige Alarmzeichen in der Natur ein, wie z. B. das Bienensterben und den Rückgang der Insektenpopulation oder die Massentierhaltung samt Einsatz von Antibiotika. „Einfach weitermachen ist keine Option“, betonte der „Maus-Christoph“ und nannte verschiedene Möglichkeiten, wie jeder Einzelne etwas ändern kann, um aktiven Klimaschutz zu betreiben.

Andreas Herrschmann, Referent für Energie und Klimaschutz im Stadtrat, präsentierte die 17 Projekte, die sich um den Klimaschutzpreis 2017 beworben hatten. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Stadtrats-Fraktionen, des Energie- und Solarvereins, der städtischen Klimaschutz-Managerin Saskia Kothe und dem technischen Leiter der Stadtwerke, Dr. Sebastian Brandmayr, habe sich mit ihrer Entscheidung nicht leicht getan, erklärte Herschmann, und eigentlich hätte jedes einzelne Projekt einen Preis verdient: „Sie alle, die 17 Nominierten, gehen voraus: Sie reden nicht nur, sondern tun es aktiv!“

Die Familie Kufer als „Sieger der Herzen“ freute sich sehr über die Auszeichnung. „Den Preis hat eigentlich meine Frau verdient“, meinte Andreas Kufer, denn Patricia Kufer ist die treibende Kraft, die den Haushalt fast plastikfrei gemacht hat und einen nachhaltigen Lebensstil betreibt. Das Preisgeld will die Familie Kufer für ein Brunnenbauprojekt in Afrika spenden.

Auch auf dem CO2-neutralen Doima-Hof ist die Frau die treibende Kraft, wie Michael Weichselbaumer erklärte. Barbara Weichselbaumer hat die Umstellung des landwirtschaftlichen Betriebes forciert, sodass hier regenerative Energien genutzt werden, eine Biogas-Anlage Strom und Wärme erzeugt und die Schweine naturnahe Lebensbedingungen finden.

Das Biomasse-Heizkraftwerk war bereits 2001 ausschlaggebend dafür, dass Pfaffenhofen als erste deutsche Kommune das Klimaschutzziel der Bundesregierung erreichte. Jährlich werden hier 65.000 Tonnen CO2 eingespart. Kraftwerksleiter Dr. Michael Jakuttis von Dan Power freute sich über die Auszeichnung und will das Preisgeld der Tafel Pfaffenhofen zur Verfügung stellen.

Bei der Aktion Stadtradeln im Juni dieses Jahres legten die 271 teilnehmenden Radlerinnen und Radler während des dreiwöchigen Aktionsraums insgesamt 67.737 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und sparten damit 9. 619 kg CO2. Beim Festabend erhielten die erfolgreichsten Teilnehmer Urkunden überreicht. Die meisten Kilometer absolut – genau 11.049 km – hatte das Team von Matin Jubel gesammelt, gefolgt von den Naturfreunden (6.609 km) und dem RSV Hallertau (5.423 km). Die meisten Kilometer je Teilnehmer hatte das „Team R“ mit 1.492 km je Radler vor dem Team von Matin Jubel (1.227km) und dem B-Team (814 km). Als aktivster Einzelradler wurde, wie im Vorjahr, Robert Kunz ausgezeichnet, der im Aktionszeitraum sage und schreibe 2.685 Kilometer radelte und dabei 381 kg CO2 einsparte.

Nachdem der Stadtrat vor kurzem die Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung verabschiedet hat, haben sich die Stadtwerke dem angeschlossen. Die meisten Mitarbeiter haben bereits die Nachhaltigkeitsziele aus der Agenda 2013 der Vereinten Nationen unterschrieben, erklärte Stadtwerke-Vorstand Stefan Eisenmann, der dann auch selbst seine Unterschrift leistete.

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