Kleiderkammer Pfaffenhofen: Eine Idee wird zum unverzichtbaren Baustein im sozialen Netz der Stadt

Umzugsparty
 
Die 14 Gründungsmitglieder

Am Anfang stand eine kleine Idee der SPD Pfaffenhofen.
Auf Anregungen von Bürgern und Mitgliedern wollten die Verantwortlichen der örtlichen SPD aktiv eine Möglichkeit schaffen, strukturiert Kleidung für Bedürftige Menschen zu sammeln und auszugeben.

Gesagt, getan. Die "Kleiderkammer" war geboren.
Eine Möglichkeit zur Sammelstelle bot die Familie Hirschberger in der Auenstraße. Das Angebot wurde vom ersten Öffnungstag an unerwartet stark angenommen. Die SPD initiierte deshalb nach einem halben Jahr Testphase die Gründung eines eigenständigen Vereines.

Am 16. Februar 2015 war es soweit. 14 Gründungsmitglieder initiierten den "Kleiderkammer Pfaffenhofen e. V." Finanzielle Unterstützung gab es gleich zu Beginn vom Ortsverein der SPD und dem Verein Familien in Not.

Mittlerweile zählt der Verein rund 72 Mitglieder. Die Kleiderkammer ist damit derzeit der Verein mit dem stärksten Mitgliedswachstum in Pfaffenhofen.

Bereits kurz nach der Vereinsgründung musste man sich auf die Suche nach einen neuen Bleibe machen und wurde fündig im Hause der Stadträtin Angelika Furtmayr. Zwei Wochen werkelte der Maler Franz Karl in der Oberen Stadtmauer und machte aus dem alten Gemäuer eine wahres Schmuckkästchen.
Anfang Juli erfolgte der Umzug begleitet von der ersten Modenschau, welche von den Mitgliedern persönlich durchgeführt wurde.

Bald danach erreichte uns im Landkreis und der Kreisstadt die weltweite Flüchtlingskrise und auch in Pfaffenhofen wurden Vorbereitungen zur Unterbringung der vielen Menschen getroffen. Mitte Juli kamen dann rund 300 Flüchtlinge nach Pfaffenhofen. Sie wurden in der Trabrennbahn untergebracht. Die Kleiderkammer leistete sofort und völlig unbürokratisch erste Hilfe und half mit rund 600 Kleidungsstücken aus. Für die Mitarbeiter des Vereins bedeutete dies damals ein Einsatz quasi rund um die Uhr. Kleider mussten ja erst sortiert werden. Da die Spendenbereitschaft innerhalb der Bevölkerung enorm war, musste eine Lagermöglichkeit her. Dank der Familie Spitzenberger gelang dies. Der Verein kam mietfrei in einer großen Lagerhalle unter. Auch bei den folgenden Flüchtlings-Ankünften war es die Kleiderkammer, welche sofort helfen konnte.

Ein weiterer Aspekt für unser Projekt war und ist der Klimaschutz und der Recycling-Gedanke. Noch im Gründungsjahr wählten uns das Publikum zum Sieger des Klimaschutzpreises. Aus diesem Grund wird die Kleiderkammer auch während der Gartenschau in Pfaffenhofen auf dem Gartenschaugelände Termine für Schulklassen anbieten, in denen unter anderem der Frage nachgegangen wird, warum zum Beispiel ein T-Shirt klimatechnisch gesehen so viel wiegt wie ein Elefant. Die Termine sind im Programm der Gartenschau zu finden.

Im Jahr darauf war der Verein auch damit beschäftigt, die internen Strukturen zu finden und Abläufe zu optimieren. Wirtschaftspläne wurden erstellt und neue Spender gefunden. Mit dem Zahnarzt Dr. Alexander Zill fand der Verein einen Partner, der über die Dauer von zwei Jahren den Verein bis heute mit einer monatlichen Spende von 250 Euro unterstützt.

Mittlerweile hat der Kleiderkammer-Laden an drei Tagen geöffnet.
Da neben dem Verkauf im Laden viel zu organisieren ist, arbeiten an einigen Tagen feste Teams. Wie beispielsweise das Team in der - mittlerweile neuen - Sortierzentrale auf den Bunkergelände der Stadt Pfaffenhofen.

Im Schnitt geben wir aktuell 300 Teile pro Woche heraus. Nicht zuletzt wegen Öffentlichkeitsmaßnahmen wie die Modenschau auf dem Hauptplatz, kennen uns immer mehr Menschen. Aufgrund des organisatorischen Aufwandes kam uns so eine größere Spende der Sparkasse gelegen. Wir konnten uns damit einen Kofferanhänger kaufen. Nun können darin am Samstag die Kleiderabgaben gesammelt werden und anschließend wird der " Kleidertransport" zur Sortierzentrale gefahren. Was für eine Erleichterung!

Mitte des Jahres haben wir eine Mitarbeiterbefragung zum Thema "Wie geht´s Dir bei und mit uns?" durchgeführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das deutliche Signal: Unsere Mitglieder sind grundsätzlich zufrieden. Es kamen aber auch viele organisatorische Anregungen, welche wir im Rahmen von Zukunftsworkshops behandelt haben.

Neben unserer Kernaufgabe - sammeln, sortieren und weitergeben - wollen wir auch soziale Verantwortung übernehmen und unser Angebot immer weiter stabilisieren. Beispielsweise werden wir ab April eine Minijobberin für eine Testphase von 6 Monaten angestellt. In Zusammenarbeit mit der städtischen Stelle für Integration ist es uns gelungen, einer Asylbewerberin die Möglichkeit zum Einstieg in das Berufsleben in Deutschland zu finden. Wir werden auch in Zukunft an der Zusammenarbeit mit anderen sozialen Organisationen, wie beispielsweise der Tafel, in und um Pfaffenhofen die Zusammenarbeit suchen.
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