Junge syrische Familien auf Wohnungssuche

Mahmoud (rechs) und Ahmad mit hren Familien
 
Die beiden Brüder mit ihren Familien, ihrer Schwester Wafaa Abou Baker (links) und Sepp Steinbüchler (rechts), dem Vorsitzenden des Internationalen Kulturvereins
Sie leben seit vielen Monaten auf engstem Raum

Die Lage auf dem Immobilienmarkt in Pfaffenhofen ist sehr angespannt. Haben es schon Einheimische schwer, eine Mietwohnung zu finden, ist es für Ausländer noch viel schwieriger. Ein akuter Fall sind zwei junge syrische Familien – allesamt anerkannte Flüchtlinge –, die seit vielen Monaten jeweils in einem Zimmer auf engstem Raum leben. Trotz langer intensiver Suche bekommen sie einfach keine Wohnung.

Ahmad (33) und Mahmoud (28) sind Brüder. Beide sind verheiratet, Ahmad hat zwei Kinder im Alter von sieben und zwei Jahren, Mahmoud hat eine zweijährige Tochter. Sie stammen aus Syrien und haben in Damaskus als Heizungstechniker gearbeitet. Mahmoud ist 2015 nach Pfaffenhofen gekommen, Ahmad folgte 2016, und seitdem sind sie beide auf Wohnungssuche. Unterstützt werden sie dabei von ihrer Schwester Wafaa, die ebenfalls in Pfaffenhofen lebt und vor ein paar Monaten in Eberstetten das arabische Restaurant „Sahara“ eröffnet hat. Aber auch sie war bisher erfolglos. Jetzt hat sie sich an den Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen gewandt, in der Hoffnung, dass Sepp Steinbüchler und seine Mitstreiter im Arbeitskreis Asyl etwas für ihre Brüder tun können. Steinbüchler besuchte die beiden Familien und zeigte sich sehr betroffen von ihrer Situation.

Die beiden Brüder wohnen mit ihren beiden Frauen und den drei Kindern in einer Pension neben dem arabischen Lokal in Eberstetten. Die Miete zahlt das Jobcenter. Jede Familie hat ein einziges Zimmer, also 18 oder 20 Quadratmeter für drei bzw. vier Personen. Eine eigene Küche haben sie nicht, sondern sie teilen sich die Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss mit anderen Pensionsgästen. Aber essen können sie dort nicht: Sie müssen ihre Gerätschaften und die Zutaten immer zwei Stockwerke nach unten transportieren und dann das fertige Essen wieder nach oben ins Zimmer. Die Gemeinschafts-Waschmaschine ist derzeit defekt. Zum Waschen gehen die beiden jungen Frauen zu ihrer Schwägerin.

Ahmad erzählt von seinem siebenjährigen Sohn: Oday geht in die erste Klasse der Niederscheyerer Schule, hat aber einfach keinen Platz und keine Ruhe, um seine Hausaufgaben konzentriert zu machen und zu lernen. Seine Matratze haben seine Eltern in eine dunkle Ecke ihres Zimmers, hinter einen Schrank, gelegt, damit er abends rechtzeitig einschlafen kann.

Beide Familien sind als Flüchtlinge anerkannt, und die beiden Männer besuchen einen Integrationskurs bei der vhs, während die Frauen bei den kleinen Kindern daheim sind. Nebenbei hätten Ahmad und Mahmoud gern einen Minijob, aber noch viel wichtiger wäre ihnen endlich eine richtige Wohnung. Die Miete würde das Jobcenter weiterhin bezahlen. Und nach dem Integrationskurs wollen Ahmad und Mahmoud sowieso unbedingt arbeiten, um selbst genug Geld für sich, ihre Familien und angemessene Wohnungen zu verdienen.

Bei der Frage, ob sie gern zusammen bleiben oder lieber zwei getrennte Wohnungen hätten, schütteln sie den Kopf: Das wäre ihnen egal, eine große Wohnung für beide Familien wäre toll, aber auch zwei einzelne würden sie nur zu gern nehmen – Hauptsache, endlich eine ganz normale Wohnung!

Wer eine Wohnung zu vermieten hat und einer der beiden Familien – oder beiden – eine Chance geben will, kann sich an ihre Schwester Wafaa Abou Baker unter Tel. 0173 7455804 wenden. Sepp Steinbüchler ist unter Tel. 08441/800922 oder E-Mail an sepp.steinbuechler@gmx.de zu erreichen.
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